Ryanair betreibt eine reine Boeing-737-Flotte. Foto: © dpa, Andy Rain

Ryanair hat wie angekündigt damit begonnen, Anschlussflüge auf eigenen Verbindungen anzubieten. Das teilte der irische Low-Cost-Carrier nun mit. Los geht es auf zahlreichen Routen über den italienischen Flughafen Rom-Fiumicino. Umsteigeverbindungen gibt es beispielsweise von und nach Alicante, Barcelona, Bari, Brüssel, Catania, Comiso, Malta und Palermo.

Fiumicino ist einer von zwei Flughäfen, die Ryanair in Rom anfliegt. Von Deutschland aus fliegt Ryanair derzeit ausschließlich nach Rom-Ciampino. Dort sind Umsteigeverbindungen noch nicht koordiniert. Sollte das Projekt erfolgreich sein, werde man die Möglichkeit für Umsteigeverbindungen schnell auf das gesamte Netz ausweiten, kündigte Ryanairs Marketing-Chef Kenny Jacobs an.

"Darüber hinaus setzen wir auch unsere Gespräche mit Aer Lingus, Norwegian sowie anderen potenziellen Partnern mit dem Ziel fort, noch in diesem Jahr Flugverbindungen mit Drittfluggesellschaften realisieren zu können", sagte der Ryanair-Manager.

Umsteigeverkehr ist komplexer als Punkt-zu-Punkt

Mit Umsteigeverbindungen ist laut Ryanair-Chef Michael O'Leary vor allem ein Problem verbunden, das die Airline hat: die Gepäckverladung von einem Flugzeug ins nächste. Für die Fluggesellschaften bedeutet das mehr Koordination und ist mit zusätzlichen Kosten verbunden. Der Passagier hat den Vorteil, dass er sein Gepäck nicht abholen und noch einmal neu einchecken muss.

Der irische Billigflieger hat schon mehrmals Überlegungen geäußert, als Zubringer für andere Airlines zu fungieren - auch für Lufthansa. Aber auch das bringt neue Komplexität mit sich: So muss beispielsweise bei Verspätungen geklärt werden, wer haftet - eine Frage, bei der sich Ryanair bislang gesträubt hat.

© dpa, Hannibal Hanschke Lesen Sie auch: Zubringer-Airline muss bei verpasstem Anschluss zahlen

Ryanair ist in Italien die größte Airline, wenn man nach angebotenen Sitzplatzkapazitäten geht. Mit einen Marktanteil von rund 25 Prozent ist Ryanair damit in Italien größer als Alitalia, die rund 21 Prozent des Angebots stellt. Die italienische Fluggesellschaft hat finanzielle Probleme und steht derzeit unter Fremdverwaltung, was einer Insolvenzverwaltung entspricht. Die Airline soll verkauft werden.

Ryanair habe Interesse am Kauf von Alitalia signalisiert, berichtete kürzlich die österreichische Nachrichtenagentur APA. Auf Anfrage teilte Ryanair mit, dass man sich nicht zu Spekulationen äußere.

Marktanteile nach Sitzplatzkapazitäten im italienischen Luftverkehr
Marktanteile in Prozent
Ryanair 25
Alitalia 21
Easyjet 11
Vueling 4
Lufthansa 3
Meridiana Fly 3
restliche Airlines 33

Diese Grafik zeigt die derzeitigen Marktanteile im italienischen Luftverkehr nach angebotenen Sitzplatzkapazitäten. Bei den restlichen Airlines beträgt der Anteil jeweils weniger als drei Prozent. Stand: 17. Mai 2017, Quelle: ch-aviation.com

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Sandra Bardewyck., © Media Carrier Solutions
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