Air France/KLM baut ihr Meilenprogramm um

08.11.2017 - 09:55 0 Kommentare

Das Air-France/KLM-Vielfliegerprogramm Flying Blue wird umstrukturiert. Künftig gilt: Je mehr Geld ausgegeben wird, desto mehr Meilen werden dem Konto gutgeschrieben. Dennoch gibt es eine klare Einschränkung.

Air France hat ihre First Class komplett umgestaltet. - © © Air France -

Air France hat ihre First Class komplett umgestaltet. © Air France

Das Vielflieger-Programm von Air France und KLM wird im Frühjahr kommenden Jahres deutlich umgebaut. Wie das Unternehmen mitteilte, werden zahlreiche Eigenschaften des Programms zum 1. April 2018 ersetzt. Zum Teil soll das Programm transparenter für den Kunden werden. Dazu gehören etwa die vom Umsatz abhängigen Meilen, die sich in Freiflüge oder Upgrades tauschen lassen. Früher hießen diese Prämienmeilen.

Künftig gilt: Je mehr Geld ausgegeben wird, desto mehr Meilen gibt es. Bisher bestimmte die Buchungsklasse in Verbindung mit der Entfernung den Meilenwert. Da es in der Economy Class aber beispielsweise sehr unterschiedliche Buchungsklassen gibt, braucht es einen Meilenrechner, um die potenziellen Werte zu erfahren.

Eine Einschränkung besteht aber: Steuerliche Abgaben sind ausgeschlossen. Gerade Sonderangebote dürften also kaum Meilen abwerfen, da die Steuern hier einen großen Anteil ausmachen.

Meilenumfang abhängig von Mitgliedschaft

Wie viele Meilen es letztendlich gibt, bestimmt zudem der Status. Wer keinen hat, bekommt je Euro vier Meilen, was eine unnötige Meileninflation bedeutet, aber das Rechnen bei höherem Status vereinfacht. Als Silber- gibt es etwa sechs, als Gold- sieben und als Platinum-Mitglied acht Meilen je Euro Umsatz.

Interessant an dem neuen Programm ist, dass Air France/KLM auch Ancillary Revenue berücksichtig. Wer sich also Zusatzgepäck hinzu bucht, bekommt dafür genauso Meilen wie für eine bessere Sitzkategorie in der Economy Class oder ein vorbestelltes Menü.

Levelmeilen für den Status verschwinden

Für das Erreichen eines Vielfliegerstatus (inklusive aller Vorteile) wird das System noch deutlicher umgestellt. Levelmeilen gibt es nicht mehr. Diese werden durch sogenannte Experience Points (XP), also Erfahrungspunkte, ersetzt. Der Preis eines Tickets spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

Ein teures, flexibles Economy-Class-Ticket kann weniger Erfahrungspunkte bringen als ein nicht stornierbares Premium-Economy-Ticket. In der Regel ist eine höhere Reiseklasse zwar teurer als die darunterliegende Reiseklasse, aber es ist die Klasse, die bestimmt, wie viele Erfahrungspunkte es gibt.

Mittelstreckeflüge unabdingbar für den Aufstieg

Der Mindestwert für einen Economy-Flug liegt bei zwei XP. Für Premium Economy gibt es vier XP und in der Business-Klasse werden sechs XP gutgeschrieben. Zehn XP gibt es in "La Première" von Air France, der First Class des französischen Carriers. Die Werte gelten für Flüge innerhalb eines Landes. Für die Mittelstrecke bis 2000 Meilen gibt es fünf, zehn, 15 respektive 25 Punkte.

In der Praxis dürfte das bedeuten, dass es für Inlandflüge und viele innereuropäische Verbindungen entweder zwei oder sechs XP gibt. Für den Aufstieg ist das nicht viel. Ein paar Mittelstreckenflüge braucht es pro Jahr schon. Für den Silber-Status sind beispielsweise 100 Erfahrungspunkte gefordert. Gold braucht gar 180 und Platinum 300 XP.

Lange Strecken bleiben wichtig für den Status

Bei Langstreckenflügen ist es etwas einfacher. Hier gibt es drei Abstufungen: 2000 bis 3500 Meilen, was etwa einem Flug von Amsterdam nach Dubai entspricht, 3500 bis 5000 Meilen, was Flügen an die Ostküste der USA entspricht und alles darüber, um etwa die Westküste oder Japan zu erreichen.

In der Economy Class gibt es dafür acht, zehn und zwölf XP. Mit der Premium Economy werden die Werte noch einmal verdoppelt. Den dreifachen Wert gibt es für die Business Class und wer sich ein First-Class-Ticket leisten kann, der bekommt 40, 50 oder 60 XP.

"Spätflieger" werden nicht mehr benachteiligt

Eine weitere Änderung ist vor allem für Wechsler interessant: Für die Qualifikation in einen höheren Status gilt nicht mehr das Kalenderjahr sondern allgemein ein Jahr. Wer sich also etwas später im Jahr entscheidet, Flying Blue zu verwenden, wird nicht mehr benachteiligt.

Alte Levelmeilen werden zum 31. März 2018 umgewandelt. Für 1000 Levelmeilen gibt es fünf XP. Umgerechnet bedeutet das, dass mit Levelmeilen des Jahresanfangs der Status leichter umsetzbar ist. Wer etwa 20.000 Levelmeilen (100 XP) vor der Umstellung erreicht, hat sich damit den Silberstatus bereits ab der Umstellung gesichert. Normalerweise braucht es für den Status 25.000 Meilen. Wer in Frankreich lebt braucht sogar 30.000 Meilen.

Für die anderen Statuslevel gilt dies ebenfalls. Schwerer wird es allerdings für Kunden, die mit anerkannten Flügen ihren Status erflogen haben. Mit 2-XP-Flügen bräuchte es 50 Oneway-Tickets, um den Status zu erreichen. Bisher reichten 15 Flüge für Silber. Auch mit grenzüberschreitenden Flügen je fünf XP sind es noch 20 zu absolvierende Flugsegmente. Wie bei den regulären Meilen ist die Tendenz der Umstellung in Richtung umsatzstarke Langstreckenflüge deutlich erkennbar.

Von: as
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