Die türkische Pegasus Airlines hat die Übernahme der tschechischen Smartwings-Gruppe abgeschlossen. Nach Angaben beider Unternehmen vom Donnerstag liegen alle erforderlichen behördlichen Genehmigungen vor, zudem sind die üblichen Vollzugsbedingungen erfüllt. Zur Gruppe gehört neben Smartwings auch die Traditionsmarke Czech Airlines.
Smartwings fliegt weiterhin unter den beiden Marken Smartwings und Czech Airlines. Der laufende Betrieb, die Kundenbeziehungen und das Serviceangebot bleiben nach Angaben der Unternehmen unverändert.
Die gemeinsame Flotte umfasst den Angaben zufolge mehr als 175 Flugzeuge. Beide Airlines hätten zudem bereits 140 Flugzeuge fest bestellt, hieß es. Die Smartwings-Gruppe ist vor allem im touristischen Verkehr tätig und arbeitet eng mit Reiseveranstaltern zusammen und verfügt neben der tschechischen auch über Betriebsgenehmigungen in Polen, der Slowakei und Ungarn.
Czech Airlines hatte ihren eigenständigen Flugbetrieb bereits 2024 nach mehr als 100 Jahren Firmengeschichte eingestellt. Die frühere CSA ist keine zertifizierte Fluggesellschaft mehr. Sie fungiert heute als Managementgesellschaft, der Smartwings vollständig gehört.
Auflage der tschechischen Wettbewerbshüter
Pegasus hatte im Dezember 2025 mit dem Verkäufer Prague City Air einen Vertrag über 154 Millionen Euro unterzeichnet. Die Übernahme umfasst auch die Schulden von Smartwings und Czech Airlines.
Im Sommer gab die türkische Wettbewerbsbehörde den Kauf frei. Mitte September folgte das tschechische Amt für Wettbewerbsschutz (ÚOHS), allerdings mit einer Auflage. Pegasus muss demnach einen Teil ihrer Sommer-Slots auf der Strecke Prag–Antalya an eine andere Fluggesellschaft abgeben.
Für den Kauf hatte Pegasus eigens die niederländische Tochtergesellschaft Pegasus Europe mit Sitz in Amsterdam gegründet, um die EU-Vorschriften zu Eigentum und Kontrolle zu erfüllen. Die erforderliche Mehrheit an EU-Eigentum ergibt sich nach Angaben von Pegasus aus der doppelten Staatsbürgerschaft der Anteilseigner.
Interesse an Smartwings hatte zuvor auch die polnische Lot bekundet. Zudem war die Lufthansa Group mit ihrer Tochter Eurowings als Interessentin genannt worden.