Liebe Leserinnen und Leser,
in Seoul entsteht gerade ein Mega-Carrier. Korean Air bereitet die Integration von Asiana vor – der größte Airline-Zusammenschluss der Region. Ich war vor Ort und habe gesehen, wie systematisch beide Welten verschmelzen: Im Operations Control Center arbeiten bereits Mitarbeiter beider Airlines zusammen, neue Wartungshallen entstehen, Lounges werden auf die doppelte Passagierzahl ausgelegt. Was mich beeindruckt hat: Die Konsequenz, mit der hier ein Carrier auf 200 Flugzeuge und Platz zehn weltweit aufsteigt.
Die Reportage aus dem Headquarter, den Hangars und Simulatorzentren zeigt aber noch etwas anderes: Während in Asien durch Konsolidierung Schlagkraft entsteht, wird in Deutschland über Emirates-Slots nach Berlin gestritten. Hessen und Bayern blockieren, weil sie um Frankfurt und München fürchten. Das ist symptomatisch für eine Politik, die hierzulande defensiv agiert, während anderswo in die Offensive investiert wird.
In dieser Ausgabe ordnet zudem Dr. Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des BDL, in einem Gastbeitrag ein, warum Luftfracht kein Spezialsegment, sondern systemrelevante Infrastruktur ist. Mit einem durchschnittlichen Warenwert von 147.000 Euro pro Tonne sichert sie Wertschöpfung, nicht Masse.
Während das weltweite Luftfrachtaufkommen wächst, stagniert Deutschland. In den Gedankenflügen analysiere ich, warum der Airbus A321 XLR für indische Airlines interessant ist, für die Lufthansa aber bislang kein Usecase erkennbar wird. Und Andreas Sebayang zeigt am Beispiel von Auracast am Flughafen Frankfurt, wie Barrierefreiheit endlich einfacher und breiter gedacht werden kann.
Ich danke Ihnen, dass Sie airliners+ abonniert haben und uns damit unterstützen, diese Themen fundiert aufzubereiten. Ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre.
Ihr
Alexander Fink
Chef vom Dienst airliners.de