Die Güterverkehrstochter der Deutschen Bahn, DB Cargo, steht wegen eines EU-Beihilfeverfahrens erheblich unter Druck. Wie das "Handelsblatt" aus Unternehmenskreisen berichtet, muss das Unternehmen sein Ergebnis in diesem Jahr um 320 Millionen Euro verbessern.
Die EU-Kommission habe die jahrelangen milliardenschweren Verlustausgleiche der Deutschen Bahn für ihre Gütersparte nur unter der Bedingung genehmigt, bis Ende 2026 die schwarze Null zu erreichen. Scheitere der Plan, stehe DB Cargo vor dem Aus.
Im Gespräch sind dem Bericht zufolge Stellenabbau, Verkauf von Vermögenswerten, Standortkonzentration und eine höhere Auslastung. Von den rund 14.000 Vollzeitstellen in Deutschland könnten insgesamt 6200 wegfallen. Allein 2026 sollen es womöglich mindestens 1200 sein.
Verhandlungen mit EVG bis Mitte Juni
Ob es am Ende mehr Stellen trifft, hängt auch vom Interessenausgleich mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG ab, der bis Mitte Juni erzielt werden soll.
Auf der Agenda stehen Standortfragen, Beschäftigungssicherung und neue europäische Lokführermodelle. DB Cargo wollte sich mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen mit den Interessenvertretern nicht äußern.
Den Weg zur schwarzen Null erschweren mehrere Faktoren. Der Iran-Krieg drückt die Konjunkturerwartungen, die Kernindustrien Stahl, Chemie und Automobil schwächeln.
Zudem lasse eine staatliche Förderstruktur ohne Planungssicherheit die Mittel nicht dort ankommen, wo die Leistung tatsächlich erbracht werde. Ohne eine verlässliche, mehrjährige Finanzierungszusage der Politik sei das flächendeckende Schienennetz nicht aufrechtzuerhalten, hieß es aus Unternehmenskreisen.