Aeroflot-Nord Boeing 737 in Perm abgestürzt, © dpa
Wrackteile der verungl © dpa
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2010\/12\/aeroflot-nord-absturz2_dab7b568934822b455c174e5f1bce708__wide__824?v=1293777765","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 dpa"},"caption":"Wrackteile der verungl"}
Die Boeing 737 der Fluggesellschaft Aeroflot sei am Sonntag nahe der Stadt Perm im Uralgebirge verunglückt, berichteten russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf das Katastrophenschutzministerium. Alle 83 Passagiere sowie die fünf Besatzungsmitglieder seien dabei gestorben, sagte der für die Ermittlungen zuständige Beamte Wladimir Markin der Nachrichtenagentur RIA Novosti.

Das Passagierflugzeug war am frühen Sonntag Morgen mit der Flugnummer 821 am Moskauer Flughafen Scheremetjewo gestartet und nach Perm unterwegs. Beim Landeanflug auf den Flughafen Perm am Ural war die Maschine in ein unbewohntes Industrie- und Kleingartengebiet gestürzt und völlig ausgebrannt. Durch den Aufprall der Flugzeugteile wurden am Boden Gleisanlagen sowie Elektroleitungen der Transsibirischen Eisenbahn auf etwa einem halben Kilometer Länge zerstört.

Spekulationen um Explosion in der Luft

In Perm und in Moskau gab es widersprüchliche Angaben zum Zeitpunkt der Explosion des Flugzeuges. Das Zivilschutzministerium betonte, das Flugzeug sei erst beim Aufschlag auf dem Boden explodiert und in Flammen aufgegangen.

Augenzeugen hatten dagegen berichtet, dass die Maschine bereits in der Luft explodiert sei. Viele Anwohner berichteten von Feuer in der Luft. «Das sah aus wie ein Komet», sagte eine Frau dem russischen Fernsehsender ORT. Der russische Luftverkehrsexperte Anatoli Kwotschur hielt diese Version für möglich, da die Trümmer in einem ungewöhnlich großen Umkreis von vier Kilometern verstreut waren. Auf einer Bahnstrecke suchten Helfer in tausenden von kleinen Trümmerteilen nach Hinweisen auf die Ursache.

Die Ermittler gehen allen möglichen Ursachen für die Katastrophenach, darunter auch einem Anschlag an Bord. Das sagte Aeroflot-Chef Waleri Okulow nach Angaben der Agentur Itar-Tass in Moskau. Der russische Verkehrsminister Igor Lewitin sagte, dass es laut Geheimdiensten keinen Hinweis auf einen Terroranschlag gebe. «Uns liegen keine Informationen darüber vor, dass das Flugzeug in der Luft explodierte», sagte der Minister der Agentur Interfax zufolge. «Nach den vorläufigen Daten gehen wir von einem technischen Fehler aus.» Die von der Regierung gebildete Untersuchungskommission gehe jedoch weiter allen Versionen nach, sagte Lewitin am Abend.

Laut Regierungsangaben starb bei dem Absturz auch der Tschetschenien- Veteran und Präsidentenberater, General Gennadi Troschew. Troschew hatte während des Tschetschenien-Kriegs die russischen Truppen im Nordkaukasus kommandiert. Er war zuletzt für Kosakenfragen beim Präsidialamt zuständig.

Der Chefermittler der russischen Generalstaatsanwaltschaft Alexander Bastrykin ordnete eine Untersuchung der Flugzeugkatastrophe an. Die Bergungsmannschaften hätten bereits die beiden Flugschreiber an der Unglücksstelle gefunden.

Von Moskau aus startete derweil am Morgen eine Sondermaschine mit 60 Bergungskräften, Ermittlern und Psychologen, um zu dem Unglücksort zu gelangen und die Angehörigen der Opfer zu betreuen.

An Bord der Unglücksmaschine waren laut Aeroflot 82 Passagiere, darunter sieben Kinder, sowie sechs Crewmitglieder. Von den Ausländern stammten neun aus Aserbaidschan, fünf aus der Ukraine sowie jeweils einer aus Deutschland, Frankreich, Lettland, Italien, der Türkei, Schweiz und aus den USA.

Regionalairline Aeroflot-Nord

Aeroflot erneuert seit Jahren ihre Flotte. Laut Medienberichten gehörte das in Perm abgestürzte Flugzeug der Aeroflot-Regionaltochter "Aeroflot-Nord", die mit einer Flotte von 40 Flugzeugen vor allem regionale Liniendienste anbietet. Zur Flotte gehören neben Tupolev TU-134 und 154 sowie Antonov AN-24 und AN26 auch neun Boeing 737-500 und sieben Boeing 737-300.

Bei der Unglücksmaschine hat es sich nach Presseberichten vom Sonntag um eine Boeing 737-500 gehandelt. Die Maschine war nach Angaben von Aeroflot 1992 ausgeliefert worden. Es befand sich seit Sommer dieses Jahres in der Aeroflot-Nord-Flotte. Zuvor war die Maschine den Angaben zufolge für die chinesische Gesellschaft Xiamen Airlines im Einsatz. Demnach müsste es sich bei der verunglückten Maschine um das Flugzeug mit der Registrierung VP-BKO handeln, welches bis 2013 über die irische Pinewatch Limited geleast war.

airliners+ Magazin

Jede Woche neue Impulse: Das digitale Wochenmagazin für die Luftverkehrswirtschaft. Ausgabe herunterladen und lesen
airliners+ Magazin 28/2026 Ausgabe herunterladen
und lesen
Titelbild: airliners+ Magazin 28/2026
Easyjet im Partymodus, Condor trauert., Montage: © airliners.de/Carlo Marcora/bxluc
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/07\/design-ohne-titel-16-xpKmO9__square__360?v=1783953538","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"Montage: \u00a9 airliners.de\/ Carlo Marcora\/bxluc"},"caption":"Easyjet im Partymodus, Condor trauert."}

Warum Easyjet begehrt ist und Condor betteln muss

Gedankenflüge Manche Fluggesellschaften werden umworben, ohne dass sie darum bitten müssen – andere müssen sich selbst ins Gespräch bringen. Ein Blick auf Easyjets Bieterwettstreit und Condors Werben um Nahost-Interessenten, die von ihrem Glück wohl noch gar nichts wissen. Die Gedankenflüge über das weniger Offensichtliche hinter den Meldungen der Woche.

2 min
Ausgabe lesen
Mehrere Regionalflugzeuge in Formation über den Wolken, © airliners.de/mit Deutsche Aircraft
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/06\/d328mr-flight-formation2-5kZRig__square__242?v=1781543594","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 airliners.de\/ mit Deutsche Aircraft"},"caption":"Mehrere Regionalflugzeuge in Formation \u00fcber den Wolken"}
Mobilitätskolumne, © airliners.de/mit dpa, Adobe Stock
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/07\/mobilitatskolumne-radermacher-rNB2Jm__square__242?v=1783980353","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 airliners.de\/ mit dpa, Adobe Stock"},"caption":"Mobilit\u00e4tskolumne"}
Die Mobilitätsformel (7)

Verkehrssystem-Egoismen verhindern innovative Mobilitätskonzepte

Interessante Einträge aus dem airliners.de-Firmenfinder

Hochschule Worms

Wissen, worauf es ankommt!

Zum Firmenprofil

STI Security Training International GmbH

Wir trainieren Ihre Sicherheit.

Zum Firmenprofil

IU International University of Applied Sciences

WIR SIND DIE IU!

Zum Firmenprofil

AHS Aviation Handling Services GmbH

The perfect team for every stop

Zum Firmenprofil

RBF-Originals.de

Ihr Spezialist für "Remove Before Flight"-Anhänger

Zum Firmenprofil

TRAINICO GmbH

Kompetenz & Leidenschaft für die Luftfahrt

Zum Firmenprofil

GAS German Aviation Service GmbH

Deutschlands größtes FBO & Handling Netzwerk

Zum Firmenprofil

Hamburg Aviation

Für die Luftfahrt in der Metropolregion Hamburg.

Zum Firmenprofil

Flughafen Memmingen GmbH

Memmingen Airport - Der Unternehmerflughafen

Zum Firmenprofil

HiSERV GmbH

We make GSE simple and smart.

Zum Firmenprofil

ADV Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen e.V.

Unsere Flughäfen: Regionale Stärke, globaler Anschluss

Zum Firmenprofil

TEMPTON Personaldienstleistungen GmbH

Fachbereich Aviation

Zum Firmenprofil