Eurowings gibt Langstrecken-Verantwortung ab und fliegt nur noch A320

24.06.2019 - 11:39 0 Kommentare

Lufthansa reagiert auf schwache Zahlen und stellt ihre Töchter neu auf. So soll die Eurowings-Langstrecke künftig von den Netzwerkairlines im Konzern verantwortet werden und Brussels Airlines nicht in Eurowings integriert werden.

Die Eurowings-Flotte soll künftig nur noch aus der A320-Familie bestehen. - © © AirTeamImages.com - Markus Mainka

Die Eurowings-Flotte soll künftig nur noch aus der A320-Familie bestehen. © AirTeamImages.com /Markus Mainka

Der Vorstand der Lufthansa will am heutigen Montag beim "Kapitalmarkttag" in der Konzernzentrale in Frankfurt Investoren und Analysten über eine "Weiterentwicklung" seiner Airline-Strategie informieren. In einer Pressemitteilung skizziert der Kranich dabei Pläne, die sich von der bisher geplanten Aufstellung der Konzern-Fluggesellschaften deutlich unterscheiden.

Im Mittelpunkt steht der Richtungswechsel bei der angeschlagenen Tochter Eurowings. Diese soll sich künftig auf den Punkt-zu-Punkt-Verkehr auf Kurz- und Mittelstrecken in Europa konzentrieren. Außerdem soll die Flotte auf Flugzeuge der A320-Familie vereinheitlicht werden und die Stückkosten sollen bis zum Jahr 2022 um 15 Prozent sinken. Im Jahr 2021 soll die Tochter im operativen Geschäft die Gewinnschwelle erreichen, was der Vorstand ursprünglich schon für 2019 im Auge hatte.

Brussels soll näher an Premium-Airlines rücken

Eine weitere Neuerung ist die Verlagerung der kommerziellen Verantwortung für die Eurowings-Langstreckenflüge hin zur Netzwerkorganisation des Kranichs. Neben dem Ausstieg aus der Langstrecke bis Ende 2020 soll zudem eine höhere Produktivität durch Reduktion auf einen Flugbetrieb (AOC) in Deutschland erreicht werden. Zwischenzeitlich gab es davon sechs, derzeit sind es in Deutschland mit Eurowings und Germanwings noch zwei. Hinzu kommt Eurowings Europa mit der Zentrale in Wien.

Des weiteren soll das Wet-Lease von Bombardier Dash 8 Q-400 der Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) Anfang 2021 enden, die für Eurwoings derzeit von Kurzstrecken von Stuttgart und Düsseldorf aus fliegen. LGW will die Q-400 ohnehin durch E-190 von Embraer ersetzen.

Zudem sollen die neun ältesten A320 noch 2019 die Eurowings-Flotte verlassen. Stattdessen sollen ab 2021 vier A320 Neo einer Lufthansa-Bestellung für Eurowings fliegen, und 2022 weitere 16 der Flieger.

Eine Eurowings-Sprecherin bestätigte den umfassenden Strategiewechsel gegenüber airliners.de und sagte, dass Eurowings mit der Neuausrichtung im Kern wieder werde, was es schon immer war: "Zweitmarke und Point-to-Point-Carrier der Lufthansa, die in den ertragsstarken Heimatmärken des Konzerns – allen voran Deutschland – Markanteile außerhalb der Hubs sichert und ausbaut."

© dpa, Paul Zinken Lesen Sie auch: Lufthansa gibt Germanwings Überlebensgarantie

Nicht mehr weiter verfolgt wird auch die Integration der belgischen Tochter Brussels Airlines in die Eurowings-Gruppe. Stattdessen soll Brussels enger an die klassischen Netzwerk-Airlines des Konzerns - Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines - rücken. Der neue Strategie-Plan sieht den wirtschaftlichen Turnaround für Brussels für 2023 vor und soll im dritten Quartal im Detail vorgestellt werden.

Auch bei den klassischen Fluglinienmöchte der Vorstand die Produktivität weiter steigern. Ihre Stückkosten sollen jährlich um ein bis zwei Prozent sinken. Zusätzlich sollen "Vertriebsinnovationen", also Veränderungen im Ticketverkauf, die Stückerlöse bis zum Jahr 2022 um drei Prozent nach oben treiben.

© dpa, Daniel Bockwoldt Lesen Sie auch: Lufthansa rechnet mit weniger Gewinn

Von: dk
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