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Flughafen Düsseldorf fordert staatliche Finanzierung von Betriebspflicht

Der Flughafen Düsseldorf hat nach eigenen Angaben derzeit nur geöffnet, weil er muss. Die monatlich zehn Millionen Euro Betriebskosten will man deshalb vom Staat erstattet bekommen. Eine Gewinnausschüttung für 2019 soll es nicht geben.

Airbus A330 von Eurowings startet in Düsseldorf © AirTeamImages.com / Paul Buchroeder

Düsseldorfs Flughafenchef Thomas Schnalke drängt auf Millionenhilfe vom Staat wegen der Folgen des Corona-Shutdowns. Einem Bericht der "Rheinischen Post" zufolge fordert er, dass das Land oder der Bund die monatlich zehn Millionen Euro Betriebskosten erstatten, weil der Airport aktuell nur auf Bitten des Staates betrieben werde: "Es wäre angemessen, wenn der Staat den Flughäfen als wichtige Infrastruktur die anfallenden Bereitstellungskosten vergütet", sagte Schnalke.

Die Stadt Düsseldorf und die privaten Investoren verzichten dem Flughafen-Chef zufolge auf ihre Gewinnausschüttung für 2019. "Die Anteilseigner des Airports haben kürzlich entschieden, den Überschuss für 2019 in Höhe von 63 Millionen Euro wegen der Corona-Pandemie erst einmal im Unternehmen zu belassen. Das hilft uns sehr. Schließlich ist auch unsere Liquidität angesichts der hohen Betriebskosten und des gegen null tendierenden Umsatzes endlich."

Entlassungen nicht ausgeschlossen

Beim angekündigten Sparkurs des Unternehmens schließt Schnalke Entlassungen unter den 2300 Mitarbeitern nicht aus. Ende April hatte ein Airport-Sprecher bereits gesagt, es werde über den Abbau von Arbeitsplätzen nachgedacht. Das Unternehmen müsse die "personellen Ressourcen den neuen Rahmenbedingungen anpassen. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi will der größte nordrhein-westfälische Airport 600 Arbeitsplätze abbauen - das wäre etwa jeder vierte Job.

© Flughafen Düsseldorf, Andreas Wiese Lesen Sie auch: Flughafen Düsseldorf denkt über massiven Stellenabbau nach

Weil der Flugverkehr in der Corona-Krise nahezu zum Erliegen gekommen ist, hatte der Flughafen Düsseldorf schon im März Kurzarbeit für seine rund 2300 Beschäftigten bis zum Jahresende beantragt. Dabei stockt die Flughafengesellschaft das Kurzarbeitergeld für alle betroffenen Mitarbeiter auf 90 Prozent des Nettogehalts auf.

Von: dk, dpa

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