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Passagiere tragen einen Mund-Nasen-Schutz in einem Verkehrsflugzeug. © dpa / Ahmed Gomaa/XinHua

Die Menschen in Deutschland können trotz der massiv gestiegenen Corona-Inzidenzzahlen in Deutschland weiterhin reisen. Aber wie sieht es mit der Ansteckungsgefahr aus? Mit dem Infektionsschutzgesetz gibt es nun auch für den innerdeutschen Luftverkehr die 3G-Regel. Dieses hat am heutigen Freitag noch den Bundesrat passiert. Aber reicht das für das Reisen im Flugzeug? Schließlich gelten längere Aufenthalte in geschlossenen Räumen als potenziell gefährlich.

Nicht alle Reisende glauben, dass eine Flugzeugreise so unproblematisch sei. Leser von airliners.de zeigten sich noch vor der Beschlussfassung des Bundestags besorgt. So heißt es unter anderem etwa an die Adresse von Lufthansa gerichtet: "Braucht man kein 3G oder 2G zur Pflicht? Findet dort Corona nicht statt?". Eine andere Person fragt: "Gibt es keinerlei Bedingungen zum Flugantritt bezüglich Corona?" Und ein weiterer Leser meint: "Flugzeuge haben keine umfassende 3G Pflicht?" Und ein anderer: "Dichter zu sitzen als im Flieger trifft wohl kaum woanders zu." Die Frage eines anderen Lesers: "Rund um stetig steigende Höchstzahlen, Verschärfungen, doch im Flieger passiert nichts?"

Die Luftfahrtbranche führt ein triftiges Argument an. Ja, es reicht aus. Das Fliegen sei problemlos wegen der guten Belüftung. Das gilt als zentrales Argument. Seit Corona ist die Lüftungstechnik von Flugzeugkabinen daher zum Politikum geworden.

Im vergangenen Jahr entbrannte eine Debatte über die Sicherheit in Flugzeugen angesichts steigender Infektionszahlen. Vor allem Flugbegleiter und -begleiterinnen beklagten sich. Beispielhaft werden in einem Bericht des "Gießener Anzeiger" die mangelnden Sicherheitsstandards kritisiert. Dort hieß es: "So haben sich, trotz Maskenpflicht, im September bei einem Langstreckenflug von Dubai nach Neuseeland, vier Passagiere mit Corona angesteckt.

Eine Fallstudie aus Irland vom Sommer belegt, dass sich 13 Menschen mit dem Virus infiziert haben – und zwar über Reihen hinweg und obwohl das Flugzeug nur zu 17 Prozent ausgelastet war. Auch hier galt Maskenpflicht. Doch was nützen Masken, wenn diese fallen, sobald Speisen und Getränke serviert werden? 'Bei einem Langstreckenflug über den Atlantik gibt es zwei Serviceblöcke, die etwa zwei Stunden dauern. Während dieser Zeit sind alle Passagiere ohne Maske', erzählt eine Flugbegleiterin. 'Sie glauben gar nicht, wie lange man an einem Keks knabbern kann', sagte eine andere."

Hohe Sicherheitsstandards

Doch die Flugbranche verweist auf die aus ihrer Sicht hohen Sicherheitsstandards. Eine Sprecherin des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) sagte auf Anfrage von airliners.de: "Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz hat der Bundestag beschlossen, die 3G-Regel im ÖPNV und öffentlichen Fernverkehr, also auch in der Bahn und im Flugverkehr einzuführen. Mit Inkrafttreten wird die Luftverkehrsbranche das entsprechend umsetzen. Bereits heute besteht im Luftverkehr die 3G-Regel bei Auslandsrückkehrern und auch bei den meisten Flugverbindungen aus Deutschland ins Ausland."

Die BDL-Sprecherin geht auch auf die Sorgen der Fluggäste ein: "Wegen dieser und zahlreicher weiterer Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen gilt Fliegen auch in Pandemiezeiten als eine der sichersten Arten zu reisen. Fluggesellschaften und Flughäfen haben gemeinsam mit den Gesundheits- und Verkehrsbehörden von Bund und Ländern bereits im Frühjahr 2020 Maßnahmen für die Sicherheit von Flugreisen unter Pandemiebedingungen festgelegt", sagt sie.

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Dazu gehöre die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Schutzmaske an den deutschen Flughäfen und an Bord der Flugzeuge deutscher Fluggesellschaften. Wo immer dies möglich ist, soll der Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden. "Hinzu kommen die besonderen Vorsichtsmaßnahmen bei Boarding und De-Boarding", betont sie. "Zudem verfügen Flugzeuge über ein besonderes Belüftungssystem, das permanente Frischluftzufuhr und Luftaustausch sowie das ständige Herausfiltern von z.B. Viren und Bakterien aus der Kabinenluft durch hochleistungsfähige Hepa-Filter garantiert."

Sodann benennt der BDL einen zentralen Punkt. Nochmal die Sprecherin: "Zahlreiche Studien bestätigen ein extrem geringes Ansteckungsrisiko an Bord von Verkehrsflugzeugen. So ist laut Berechnungen der Flugzeughersteller Airbus, Boeing und Embraer die Ansteckungsgefahr in ihren Maschinen sogar geringer als am Boden und 'sicherer als in den meisten anderen Innenraum-Umgebungen'. Der Weltluftfahrt-Verband Iata, der die Studie gemeinsam mit den Herstellern vorgestellt hat, beurteilt das Risiko einer Infektionsübertragung an Bord beim Tragen einer Maske als 'sehr gering'."

"Seit 2020 Maßnahmen ergriffen"

Auf diesem Standpunkt steht auch die Fluggesellschaft Condor: "Auf allen Condor-Flügen wird bereits die 3G-Regel angewendet. Die Regularien für die Reise richten sich nach den Einreisebestimmungen der jeweiligen Destination. Condor fliegt ausschließlich Destinationen an, für die mindestens 3G vorherrscht. Für den Rückweg gelten die Regularien der Bundesrepublik Deutschland, die ebenfalls 3G vorsieht", erklärt eine Sprecherin auf Anfrage von airliners.de.

Lufthansa und Condor in München. © AirTeamImages.com / Carlos Enamorado

Wegen dieser und zahlreicher weiterer Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen gelte das Fliegen als eine der sichersten Arten zu reisen, betont auch sie. "Fluggesellschaften und Flughäfen haben gemeinsam mit den Gesundheits- und Verkehrsbehörden von Bund und Ländern bereits im Frühjahr 2020 Maßnahmen für die Sicherheit von Flugreisen unter Pandemiebedingungen festgelegt, etwa die generelle Maskenpflicht am Flughafen und an Bord der Flugzeuge.

Zudem verfügen Flugzeuge über ein besonderes Belüftungssystem, das eine permanente Frischluftzufuhr sowie die Reinigung der Kabinenluft durch HEPA-Filter garantiert. Zahlreiche Studien und Institutionen wie das RKI und ECDC bestätigen ein extrem geringes Ansteckungsrisiko an Bord von Verkehrsflugzeugen", so die Sprecherin von Condor.

"Einschlepprisiko minimieren"

Von der Lufthansa heißt es: "Unsere etablierten und mit Politik und Behörden abgestimmten Schutzkonzepte haben sich bewährt und ermöglichen sicheres Fliegen in der Pandemie. Umfangreiche Hygienemaßnahmen sowie Maskenpflicht und Hepa-Filter an Bord, die die Kabinenluft stetig reinigen, gewährleisten einen hohen Infektionsschutz für die Reisenden.

Im grenzüberschreitenden Reiseverkehr besteht eine 3G-Pflicht, um das Einschlepprisikos nach Deutschland zu minimieren. Sollte es darüber hinaus weitere gesetzliche Vorgaben geben, werden wir unsere Abläufe entsprechend der neuen Regelungen anpassen", erklärte die Lufthansa-Sprecherin auf Anfrage von airliners.de.

Lufthansa-Flugzeuge stehen während der Corona-Krise in Frankfurt am Boden © Adobe Stock / Lukas Wunderlich

Doch es gibt auch Zweifel an dieser Darstellung. In der Pandemie birgt die Luftfahrt eben diese zwei Gefahren, sagen Kritiker: Die schnelle, weltweite Ausbreitung des Virus und die gegenseitige Ansteckung der dicht gedrängten Passagiere in der Flugzeugkabine, deren Belüftungssystem eine Ansteckung nicht ausschließen kann.

Dem widerspricht Dieter Scholz, Professor für Flugsysteme. Im Flugzeug würde sich nur einer von 1000 anstecken, die Wahrscheinlichkeit wäre vergleichbar mit vier Richtigen im Lotto. Der Verbreitung durch die Luft müsse man die größte Aufmerksamkeit widmen, sagte er jüngst in einem Gespräch mit der "Welt". Wenn jemand niest, atmet oder hustet würde sich die Virenwolke ausbreiten und damit bei größerer Entfernung für eine Reduzierung der Virenkonzentration sorgen, so Scholz.

In Flugzeugen würde der Luftaustausch innerhalb weniger Reihen stattfinden, was damit zu tun habe, dass in den Fliegern Kabinenquerschnitte belüftet würden. Da es eine zirkulierende Luftströmung gebe, wäre es sogar rein theoretisch möglich, dass ein links am Fenster sitzende Person eine rechts am Fenster sitzende anstecke. Man sei also grundsätzlich nicht sicher, auch wenn man weiter entfernt von einer infizierten Person sitze. Allerdings bleibe das Risiko am höchsten, wenn man direkt neben einem Infizierten säße, erklärt Scholz. Freie Sitze würden helfen, das Ansteckungsrisiko zu minimieren.

Auch bei den Hepa-Filtern gibt es nach Expertenmeinung zweierlei zu beachten: Die Filter wirken vor allem gegen die Gefahr durch eine indirekte Infektion, heißt es – also dann, wenn das Virus über kleine Partikel in Aerosolen übertragen wird. Es gelte jedoch auch zu beachten, dass sie gegen die direkte Übertragung durch Tröpfchen nicht wirken.

Diese Fragen zu klären, ist folglich nicht nur ein Politikum, sondern eine elementare Sicherheitsfrage aus Sicht der Gesellschaft. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat bereits im vergangenen Jahr ein Projekt initiiert, das klären sollte, wie sich Viren in Fahrgastkabinen verbreiten. Daraus wollte man Rückschlüsse ziehen, wie sicher das Fliegen ist.

Wie Tröpfchen durch die Luft transportiert werden

Eine Forschergruppe des Instituts für Aerodynamik und Strömungstechnik des DLR untersuchte dabei, wie sich Tröpfchen, durch die das Sars-Cov-2-Virus durch die Luft transportiert wird, im Flugzeug oder im Zug ausbreiten. Das Szenario geht davon, dass sich in einem voll besetzten Bereich ein Infizierter befindet. Die Gruppe wollte wissen, wie sich die von dieser Person ausgeatmeten Partikel im Fahrgastraum verteilen.

Das geschieht zum einen durch Simulationen am Computer. Eine Software berechnet, wie sich ausgehustete Teilchen im Abschnitt eines Großraumabteils eines Zuges mit sechs Sitzreihen verteilen und wie weit sie geschleudert werden. Dazu nutzt das DLR-Team eine Software, die schon seit langem dafür eingesetzt wird, Kabinenluftströmungen zu simulieren.

Die Situation in Flugzeugen simuliert das DLR-Team am Computer. Wegen des Belüftungssystems in Flugzeugen, zu dem unter anderem Hochleistungspartikelfilter gehören, hält die Luftfahrtindustrie Fliegen für ungefährlich. Das DLR betont, dass das Projekt ausschließlich die Ausbreitung von physikalischen Teilchen untersucht, die Viren-belasteten Tröpfchen entsprechen. Ergebnisse liegen bislang nicht vor.

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