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Start der Flugbereitschaft am BER - Leerflüge bleiben

Die erste Ministerin ist bereits gelandet. Wenige Wochen vor der offiziellen Eröffnung fliegen die Regierungsflieger den BER bereits an. Doch Flugzeuge und ein Großteil des Personals bleiben bis ins nächste Jahrzehnt in Köln stationiert.

Airbus A350 der Flugbereitschaft. © AirTeamImages.com / Mathias Dueber

Nach 26 Jahren am Berliner Flughafen Tegel ist die Flugbereitschaft an den neuen Flughafen BER umgezogen. Mit der Ankunft von Agrarministerin Julia Klöckner, die am Mittwochmorgen vom EU-Agrarministertreffen in Luxemburg zurückkehrte, wurde das neue Regierungsterminal in Betrieb genommen.

Der Bundespräsident und Mitglieder der Bundesregierung brechen ab sofort von dort zu Dienstreisen auf. Auch die Gäste der Bundesregierung aus dem Ausland werden vor Ort empfangen. Wann der erste kommt, ist aber noch unklar. Wegen der Corona-Pandemie haben auch Spitzenpolitiker weltweit ihre Reisen stark eingeschränkt.

"Wir freuen uns sehr, dass wir ab heute den politisch-parlamentarischen Flugbetrieb hier von Berlin-Schönefeld durchführen können", zitiert die Bundeswehr Oberst Johannes Stamm, den stellvertretenden Kommandeur der Flugbereitschaft. Jahrelange Vorbereitungen seien nötig gewesen, so habe sämtliches Flugpersonal beispielsweise für die Abfertigung die gleichen Lizenzen wie die zivilen Kollegen am neuen Flughafen. "Das ermöglicht uns, ein eigenständiges Ramp-Management durchzuführen."

Begrenzte Kapazitäten

Die Kapazitäten auf der im nördlichen Flughafen-Teil gelegenen "Ramp 1" des Vorfeldes am Regierungsterminal sind jedoch begrenzt. Was auch daran liegt, dass der rund 100 Meter lange Neubau eigentlich ein Provisorium ist. Ein größerer Neubau für 344 Millionen Euro wurde im Dezember 2019 auf Wunsch der Berliner Flughafengesellschaft FBB gestoppt. Diese wollte die Flächen vorerst anders nutzen. Im Jahr 2034 soll das endgültige Terminal laut Bundeswehr nun fertig sein. Dann soll die gesamte Flugbereitschaft mitsamt ihrer 1200 Mitarbeiter in die Hauptstadt umziehen.

Laut Bundeswehr können auf der gut sieben Hektar großen Ramp 1 derzeit fünf Flugzeuge gleichzeitig geparkt werden. Die insgesamt 18 Maschinen große Flotte der Flugbereitschaft bleibt daher bis auf weiteres am Flughafen Köln/Bonn stationiert, was weiterhin eine große Zahl von Leerflügen verursachen wird.

Die Flugbereitschaft hat außerdem ein Drittel der Halle der Firma LBAS (Lufthansa Bombardier Aviation Services) ein Stück am BER gemietet. Dort sollen zehn bis 15 Techniker einziehen und die Flugzeuge vom Typ Global 5000 und 6000 gewarten. Der Bereich ist auch als Einstieg für Regierungsflüge geeignet, weil es hier eine eigene Zugangskontrolle und Durchfahrt für freigestellte Personen gibt.

Ganz dicht gemacht wird der militärische Teil des Flughafens Tegel anders als der zivile Teil aber trotzdem nicht. Drei Cougar-Hubschrauber sollen bis 2029 weiter Politiker von dort aus transportieren. Der Weiterbetrieb der Liegenschaft in Tegel kostet nach einer Antwort des Verteidigungsministeriums von Mai auf eine parlamentarische Anfrage etwa fünf Millionen Euro im Jahr, was in der Opposition bereits für Kritik gesorgt hat. Im vergangenen Jahr gab es lediglich 67 Einsätze der Hubschrauber.

Der Eröffnungstermin für den gesamten Flughafen ist erst für nächste Woche geplant. Am 31. Oktober soll der BER als Deutschlands drittgrößter Flughafen mit neun Jahren Verspätung in Betrieb genommen werden. Sechs Eröffnungstermine sind in diesem Zeitraum geplatzt, die Kosten sind auf mindestens sechs Milliarden Euro gestiegen - drei Mal so viel wie ursprünglich geplant.

Von: dk mit dpa

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