Hintergrund

So funktioniert das Schließsystem von Cockpittüren

26.03.2015 - 17:37 0 Kommentare

Ein ausgeklügeltes Schließsystem soll Terroristen den Zugang zum Cockpit versperren. Dazu können die Piloten die Cockpittür elektronisch verriegeln. Das System berücksichtigt auch Notfälle im Cockpit.

Nach den Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 sind in Flugzeugen die Cockpittüren besonders gesichert worden, um unerlaubtes Eindringen zu verhindern. Es gibt verschiedene Systeme, aber alle sind so ausgelegt, dass niemand ohne Zustimmung ins Cockpit eindringen kann, solange mindestens ein Pilot im Cockpit bei Bewusstsein ist.

Wenn eine Cockpittür geschlossen ist, kann von außen ein Zahlencode eingegeben werden. Dieser löst eine Klingel im Cockpit aus. Die Cockpitcrew kann auf einem Bildschirm den Bereich vor der Tür einsehen und so entscheiden, ob die Tür geöffnet werden soll. Die Tür öffnet sich, sobald die Piloten den Zugangsmechanismus auf "unlocked" stellen. Reagieren die Piloten nicht, bleibt die Tür verschlossen.

Notfall-Öffnung kann vom Cockpit aus unterdrückt werden

Es gibt noch einen zweiten Code, der im Notfall eingegeben werden kann. Der Emergency-Code lässt die Klingel im Cockpit für eine längere Zeit lang läuten. Reagieren die Piloten innerhalb dieses Zeitfensters nicht (kein "locked" oder "unlocked"), wird die Tür für einen kurzen Zeitraum automatisch entriegelt. Damit soll der Zugang ermöglicht werden, falls der oder die Piloten im Cockpit nicht mehr handlungsfähig sind.

Schaltet die Cockpitcrew allerdings den Zugangsmechanismus während des Notfall-Klingelns auf "locked", bleibt die Tür geschlossen. Dieses Szenario ist eigentlich dafür vorgesehen, dass Terroristen nicht ins Cockpit eindringen können. Die französische Staatsanwaltschaft geht im Fall der abgestürzten Germanwings-Maschine auf Basis der Aufzeichnungen des Cockpit-Voice-Recorders offenbar davon aus, dass der Co-Pilot diesen Mechanismus aktiviert hat.

Beide Codes für den Cockpittür-Mechanismus sind der gesamten Flugzeug-Crew bekannt. Sie sind sowohl für Piloten als auch für Flugbegleiter Bestandteil der Notfallschulungen und darüber hinaus Teil des praktischen Flugbetriebs an Bord.

Alle Meldungen zum Germanwings-Unglücksflug 4U9525.

Von: airliners.de
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Eine Drohne unterwegs im Sonnenuntergang. 2017 knapp 90 Drohnen-Zwischenfälle in Nähe von Flugzeugen

    70 Mal sind im vergangenen Jahr laut Flugsicherung Drohnen in der Nähe deutscher Flughäfen gesichtet worden. Weitere 18 Mal entdeckten Piloten die Flugkameras auf der Strecke. Damit hat sich die Zahl gefährlicher Begegnungen im Luftraum nicht so stark wie befürchtet erhöht.

    Vom 12.01.2018
  • Blick auf den Flughafen Köln/Bonn. Flugausfälle am Airport Köln/Bonn

    Ein fußgroßes Loch in einer Piste am Flughafen Köln/Bonn hat am Dienstag zu Verzögerungen geführt. Zwischen zehn und 13 Uhr fielen zwei Flüge aus, teilte der Airport mit. Einige Flieger konnten starten, weil nur ein Teil der Runway für die Reparatur gesperrt wurde. Die zweite Bahn wird noch bis März saniert.

    Vom 10.01.2018
  • Das norwegische Forschungsschiff Seabed Constructor. Suche nach Flug MH370 geht weiter

    Fast vier Jahre nach dem Verschwinden von Flug MH370 wird nun im Indischen Ozean erneut nach Wrackteilen gesucht. Wie der "Economist" berichtet, soll das norwegische Forschungsschiff Seabed Constructor täglich in bis zu 6000 Metern Tiefe über 1200 Quadratmeter Fläche scannen. Die Suche nach dem Flugzeug war Mitte Januar 2017 offiziell eingestellt worden.

    Vom 04.01.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus