Pilotengewerkschaft nimmt nicht am Lufthansa-Jobgipfel teil

20.11.2015 - 14:44 0 Kommentare

Die Piloten werden nicht am Runden Tisch der Lufthansa teilnehmen. Grund sind rechtliche Bedenken der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit. Laut Lufthansa sind diese unbegründet.

Ein Mann hält seine Pilotenmütze mit dem Lufhansa-Emblem in der Hand.

Ein Mann hält seine Pilotenmütze mit dem Lufhansa-Emblem in der Hand.
© dpa - Boris Roessler

Ein Sperrschild steht am Check-In der Lufthansa.

Ein Sperrschild steht am Check-In der Lufthansa.
© dpa - Hendrik Schmidt

Piloten der Lufthansa protestieren während eines Streiks am 2. April 2014 vor dem Flughafen von Frankfurt.

Piloten der Lufthansa protestieren während eines Streiks am 2. April 2014 vor dem Flughafen von Frankfurt.
© dpa - Boris Roessler

Die Vereinigung Cockpit (VC) hat die Einladung der Lufthansa zum Runden Tisch abgelehnt. Das teilte die Pilotengewerkschaft jetzt mit. Grund für die Absage sind rechtliche Bedenken. Die VC fürchtet, dass der Konzern das Treffen juristisch gegen die Gewerkschaft verwenden wird.

Die 13. Streikrunde der Piloten war Anfang September gerichtlich gestoppt worden. Ein Gericht kam zu der Auffassung, dass es der Gewerkschaft auch darum gehe, in Sachen Eurowings mehr Mitsprache zu bekommen. Die Billigstrategie des Lufthansa-Konzerns darf als unternehmerische Entscheidung jedoch nicht der Streikanlass sein. Darauf basiert auch die Schadenersatzklage der Lufthansa über 60 Millionen Euro.

Bei dem moderierten Treffen soll es laut Unternehmensangaben um Versorgung sowie Arbeitsplatzperspektiven und Arbeitsplatzsicherheit bei der Deutschen Lufthansa AG und der Lufthansa Passage gehen. Die Piloten befürchten aufgrund der Verknüpfung der Themen, "dass die Lufthansa gegebenenfalls in unzulässiger Weise erneut vor Gericht behauptet, dass es der VC um einen Eingriff in die unternehmerische Freiheit geht". Nur wenn garantiert sei, dass dieser Fall nicht eintrete, werde man teilnehmen.

Lufthansa reagiert auf VC-Ankündigung

Die Lufthansa erklärte auf Nachfrage von airliners.de, dass es zu keiner Verknüpfung von den generellen Arbeitsplatzthemen und den konkreten Verhandlungen der Versorgungstarifverträge kommen werde. "Ziel des Gipfels ist es, wieder ein gemeinsames Verständnis mit den Gewerkschaften zu entwickeln", so ein Sprecher. "Es geht Lufthansa gerade nicht darum, die Tarifpartner in eine aus ihrer Sicht rechtlich schwierige Position zu bringen."

Der Gipfel sei kein Ersatz für Tarifverhandlungen. Daher unterscheide sich die Situation grundsätzlich von der des Streiks und der Gerichtsentscheidung, so der Sprecher weiter. Die Lufthansa hat zu dem Jobgipfel auch die Gewerkschaften Ufo und Verdi eingeladen. Ein solches Zusammentreffen sei "längst überfällig", erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle.

Tarifbaustellen der Lufthansa

Lufthansa führt derzeit mit mehreren Gewerkschaften Tarifverhandlungen zu unterschiedlichen Themen für verschiedene Berufsgruppen im Konzern. Ein Überblick:

Piloten
Die Piloten haben bereits 13. Mal gestreikt. Im Streit um den Konzerntarifvertrag für rund 5400 Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings geht es um Renten, Gehälter und Übergangsrenten. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit will zudem den Ausbau der Billigschiene Eurowings verhindern. Weil sie dieses nicht tarifliche Ziel aber allzu offen mit dem Streik verbunden haben, stoppte das Landesarbeitsgericht Hessen die letzte Streikrunde Anfang September am zweiten Tag. Derzeit laufen Gespräche zu den Übergangsrenten.

Flugbegleiter
Die Flugbegleiter haben der Lufthansa erst kürzlich den längsten Streik der Konzerngeschichte beschert - und danach mit neuen Arbeitskämpfen gedroht. In der aktuellen Auseinandersetzung sind wichtige Punkte die Absicherung und Vergütung der 19.000 Flugbegleiter bei der Lufthansa-Mutter sowie die Alters- und Übergangsversorgung.

Bodenpersonal
Für die rund 33.000 Bodenbeschäftigten verhandelt Lufthansa mit Verdi. Auch hier geht es um die Entgelte und die Betriebsrenten. Anders als das fliegende Personal haben die Kräfte am Boden allerdings keinen Anspruch auf Übergangsversorgung. Von Streiks war bei Verdi bislang noch nicht die Rede. In der letzten Tarifrunde hatte das Bodenpersonal 2013 mit zwei Warnstreiks große Teile des Flugverkehrs der Airline lahmgelegt.

Von: ch, dpa
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