Michael Garvens verlässt Airport Köln/Bonn

18.12.2017 - 15:18 0 Kommentare

Der Flughafen Köln/Bonn braucht einen neuen Geschäftsführer: Nach den Untreue-Vorwürfen verlässt Michael Garvens den Airport zum Jahresende. Auch eine andere Personalie sorgte zuletzt für Schlagzeilen.

Michael Garvens: Airport-Chef vor dem Abgang. Foto: © dpa, Jörg Carstensen

Der Flughafen Köln/Bonn hat sich von Geschäftsführer Michael Garvens getrennt. Garvens stimmte am Freitag nach einer zehnstündigen Sitzung des Aufsichtsrats dem Aufhebungsvertrag zu, teilte der Airport mit. Er stand seit 2002 an der Spitze des NRW-Airports und ist zudem seit Kurzem Präsident des Flughafenverbands ADV. Als Geschäftsführer am Airport folgt bis auf Weiteres COO Athanasios Titonis.

Der Manager habe nach 16 Jahren als Geschäftsführer der Flughafen Köln/Bonn GmbH "aus eigener Entscheidung heraus die Konsequenzen aus einer unerträglichen Diskussion über angebliche Verfehlungen gezogen", erklärte sein Anwalt. Damit wolle Garvens Schaden vom Flughafen und Belastungen für seine Familie und sich abwenden.

Ursprünglich lief Garvens Vertrag noch bis 2022 - Jahresgehalt: 400.000 Euro. Doch Untreuevorwürfe brachten seinen Posten Mitte November ins Wanken. Unter anderem wird ihm zur Last gelegt, Mitarbeiter über Jahre freigestellt und weiter bezahlt zu haben - der Manager bestreitet dies.

Um die Vorwürfe aufzuklären, engagierte der Aufsichtsrat Wirtschaftsprüfer. Für die Zeit der Untersuchung wurde Garbens beurlaubt, brachte sich aber per Verfügung des Landgerichts Köln aber wieder zurück an den Flughafen. Inzwischen ermittelt auch die Staatsanwaltschaft gegen Garvens.

Privatisierungsdebatte nimmt erneut Fahrt auf

Auch eine andere Personalie des Flughafens sorgte in der Vergangenheit für Diskussionsstoff: die Wahl des ehemaligen CDU-Bundesfinanzministers Friedrich Merz zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Da diese aufgrund eines Formfehlers im ersten Anlauf scheiterte, musste das Kontrollgremium eine Sondersitzung terminieren.

Merz ist gleichzeitig Aufseher des deutschen Ablegers von US-Investor Blackrock, weswegen die Opposition im NRW-Landtag die Privatisierung des Airports befürchte. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) betonte, dass die Pläne hierfür aktuell zwar ruhten, aber nicht grundlegend aufgegeben worden seien.

© AirTeamImages.com, Lesen Sie auch: Pläne zur Privatisierung vom Airport Köln/Bonn vorerst eingestellt

Von: cs
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