Details zum BER-Flughafen-Express: Doppeldecker werden Pflicht

06.09.2018 - 10:30 0 Kommentare

Wenn der Flughafen Express zum Berliner Flughafen BER in Betrieb geht, genügen die ursprünglichen Planungen nicht mehr. Ein Blick in die Ausschreibung des Berlin-Brandenburger Verkehrsverbunds zeigt, dass komplett neue Züge benötigt werden.

Stadlers KISS wäre eine Option für einen Doppeldecker-Triebwagen. - © © Stadler -

Stadlers KISS wäre eine Option für einen Doppeldecker-Triebwagen. © Stadler

Zum Fahrplanwechsel 2022 muss es laut dem Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB) neue Züge für den geplanten Flughafen-Express FEX zum BER geben. Das geht aus den Anforderungen in der Ausschreibung (DAISI-Vergabe-System) zum Netz Elbe-Spree hervor. Der FEX soll wie berichtet ab Ende 2022 den BER-Flughafenzug RE9 ablösen, der ab der geplanten BER-Eröffnung im Kreisverkehr fahren soll.

Die neuen Anforderungen an den FEX erlauben allerdings keinen einfachen Weiterbetrieb mit dem bestehenden RE9-Wagenmaterial. So verlangt die Ausschreibung zwingend Doppelstock-Wagen - und vor allem mehr Türen. Für den Fahrgastwechsel sind vier sogenannte Fahrgastspuren vorgesehen. Jeder Wagen muss also zwei breite Ein- und Ausgänge haben, an denen jeweils zwei Personen gleichzeitig zu- oder aussteigen können.

Der für den RE9 vorgesehene fünfteilige elektrische Triebzug der Baureihe 442.3 (Bombardier Talent 2) erfüllt diese Vorgaben nicht. Er ist ein Eindecker-Zug und hat in der für Berlin und Brandenburg konstruierten Variante nur zwei Fahrgastspuren je Wagen, die allerdings kürzer als typische Doppelstockwagen sind.

© dpa, Patrick Pleul Lesen Sie auch: BER-Eröffnung: Es wird eng in der Bahn Analyse

Des Weiteren verlangt der VBB laut Ausschreibung für den FEX eine höhere Kapazität und zusätzliche Ausstattung. So müssen die neuen Züge eine Sitzplatzkapazität von mindestens 485 bieten. Zudem soll es mehrstöckige Gepäckregale für Koffern geben - ein Novum in Berlin. Zur Sonderausstattung gehört laut VBB ferner die Installation von Anzeigesystemen. Der Passagier soll den Plänen nach bereits im Zug erfahren können, an welchem Gate Flugzeuge zu welcher Uhrzeit abfliegen und welche Check-In-Schalter genutzt werden können. Auch das gibt es in Berlin bisher nicht.

Der RE9 erfüllt auch diese Anforderungen nicht. Die Sonderausstattung für Gepäck und Anzeigesystemen fehlt. Die fünfteilige Einheit kann zudem nur maximal 300 Sitzplätze liefern. Theoretisch könnte der Talent 2 noch um eine dreiteilige Einheit ergänzt werden und damit sogar auf 485 Sitze kommen. Diese Zahl ist aber mit Vorsicht zu genießen, da bei Regionalzügen in der Regel nicht alle Sitze fest verbaut sind. Je nach Zugausstattung entfällt ein nicht unerheblicher Teil auf Klappsitze, die in den Mehrzweckabteilen zu finden sind. Sie können dementsprechend je nach Messung auch als Steh-, Fahrrad-, Rollstuhl- oder Koffer-Plätze gezählt werden.

© VBB, Lesen Sie auch: BER bekommt bis 2025 mehr Regionalzugverbindungen

Wie bei Ausschreibungen üblich sind alle Angaben keine exakten Vorgaben. Ein Eisenbahnverkehrsunternehmen kann sich durchaus mit einem besseren Angebot bewerben. Wer letztendlich die Ausschreibung für das Netz mit dem FEX als Angebotsteil gewinnt, wird erst in ein paar Jahren feststehen. Bis dahin kann sich auch bei der Ausschreibung in Details noch einiges ändern. Eine Ausschreibung ist ein stetiger Prozess und die Dokumentation wird teils im Wochenabstand verändert.

Auch der Einsatz des RE9, der mit der Eröffnung des BER in Betrieb gehen soll, ist noch nicht final. "Im Vorfeld der Inbetriebnahme des Flughafen BER werden hierzu jedoch noch weitere Abstimmungen erfolgen.", so der VBB auf Anfrage von airliners.de. Der VBB bestätigte zudem, dass der Talent 2 für den Einsatz als FEX nicht zugelassen ist.

Von: as
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