Sunexpress-Chef Jens Bischof

"Wir sind so effizient wie ein Billigflieger"

10.03.2017 - 14:27 0 Kommentare

Mit einer Kostenstruktur auf Billigflieger-Niveau sieht sich Sunexpress-Chef Jens Bischof gut aufgestellt, auch für einen Ausbau der Kooperation mit Eurowings. Beim eigenen Vertrieb soll eine neue Systemwelt Impulse setzen.

Jens Bischof, Chef der Sunexpress. - © © Sunexpress -

Jens Bischof, Chef der Sunexpress. © Sunexpress

Sunexpress-Chef Jens Bischof kann sich vorstellen, zukünftig mehr für Eurowings zu fliegen. "Ein Ausbau der Wet-Leasing-Kooperation bietet sich an", sagte Bischof jetzt auf der ITB im Gespräch mit airliners.de. "Sunexpress operiert mit sehr günstigen Kosten auf Billigflieger-Niveau, daher sind wir ein attraktiver Partner für Wet-Leasing-Kooperationen."

Es sei aber keinenfalls geplant, Sunexpress Deutschland ganz in der Eurowings aufgehen zu lassen. "Wir sind gut aufgestellt mit einem gemischten Geschäft aus Flügen im Auftrag für Partner und eigenen Angeboten", so Bischof.

Eurowings-Vorstand Karl Ulrich Garnadt hatte kürzlich ebenfalls gesagt, dass die Zusammenarbeit wohl ausgebaut wird. Sunexpress ist ein Joint-Venture von Lufthansa und Turkish Airlines. Für den Turkish-Billigflieger Anadolujet betreibt Sunexpress insgesamt 22 Boeing 737.

Für den Lufthansa-Billigflieger Eurowings heben aktuell sechs Langstreckenflugzeuge der Sunexpress Deutschland ab. Ein siebter Airbus A330 wird derzeit für den Einsatz bei Eurowings vorbereitet, sagte Bischof jetzt. Zudem fliegt eine Boeing 737 für Eurowings. Demnächst könnten durchaus noch weitere Flugzeuge auf Mittelstrecken dazukommen.

Das ist Sunexpress

Sunexpress wurde im Oktober 1989 als Tochtergesellschaft von Turkish Airlines und Lufthansa gegründet. Die Heimatstation der türkischen Sunexpress befindet sich in Antalya, die Sunexpress Deutschland GmbH sitzt in Frankfurt.

Flotte (Stand März 2017):
60 Boeing 737-800 (49 Sunexpress, 11 Sunexpress Deutschland), 6 neue in 2017
6 Airbus A330-200 (Sunexpress Deutschland), eine weitere in 2017

In diesem Jahr erwarte Sunexpress zudem sechs neue Boeing-Mittelstreckenjets, so der Manager, der vor kurzem von der Lufthansa zur Sunexpress gewechselt war. Bestellt wurden die neuen Flugzeuge als Ersatz für ältere Maschinen.

Türkei wird ausgebaut

Trotz der politischen Lage setzt Sunexpress weiter stark auf die Türkei. "Während sich andere zurückziehen, bauen wir die Türkei in diesem Sommer sogar aus", so Bischof. Verglichen zum Vorjahr biete Sunexpress in diesem Sommer rund 25 Prozent mehr Türkei-Kapazitäten an.

© Sunexpress, Lesen Sie auch: Sunexpress setzt weiter auf das Türkei-Geschäft

"Im Gegenzug haben wir auf den Balearen und den Kanaren reduziert", beschreibt Bischof die strategische Ausrichtung des Sommerflugplans. Mit hohen Marktanteilen im ethnischen Verkehr habe man eine solide Basis für dieses Wachstum in der Türkei. Daneben würden sich vor allem Ägypten und Bulgarien wieder sehr gut entwickeln.

Sunexpress setzt auf neue Technologien

Derweil investiert Sunexpress in neue Technologien - in der Luft und am Boden. "Der Trend zur Individualisierung von Angeboten ist für Sunexpress eine große Chance", sagt Bischof. Mit einer "neuen, dynamischen Systemwelt" will Bischof dabei in allen Segmenten punkten.

Kommende Woche startet den Angaben nach eine komplett neue Webseite für den Einzelplatzverkauf. Mit dem neuen Partner HLX kann Sunexpress dann Hotelangebote zu den eigenen Flügen im Paket als Pauschalreise bündeln. Für Wiederverkäufer und Veranstalter folgt zudem ein neues System, über das Distributoren Sunexpress-Flüge und Zusatzleistungen direkt buchen und verwalten können.

Auch in der Luft setzt Sunexpress auf neue Technologien. Bis Ende des Jahres sollen alle Flugzeuge der Flotte über das "Sunexpress Media"-Streaming-Entertainmentsystem verfügen. Dann können Reisende Inhalte auf ihren eigenen Endgeräten abspielen. Eine Internetverbindung ist allerdings nicht geplant.

Von: dh
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • A320 in den Farben der LGW. LGW fliegt ab Dezember mit Airbussen

    Die Luftfahrtgesellschaft Walter bereedert die ersten ihrer Airbus-Mittelstreckenjets, die ab Dezember dann innerdeutsch im Wet-Lease für Eurowings abheben. Die Flugzeuge kommen von Air Berlin.

    Vom 16.11.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »