Slot-Mangel: Düsseldorf will neue Betriebsgenehmigung beantragen

19.06.2013 - 16:34 0 Kommentare

Der Flughafen Düsseldorf könnte langfristig noch mehr Flugbewegungen verzeichnen. So plant der Betreiber mit einer neuen Betriebsgenehmigung die Kapazitäten aufzustocken um die starke Slotnachfrage bedienen zu können.

Flughafen Düsseldorf - © © AirTeamImages.com -

Flughafen Düsseldorf © AirTeamImages.com

Der Düsseldorfer Flughafen will deutlich mehr Flüge abwickeln und dazu eine neue Betriebsgenehmigung beantragen. Das habe der Aufsichtsrat des Airports einstimmig beschlossen, sagte Flughafen-Chef Christoph Blume am Mittwoch auf Anfrage. Die neue Betriebsgenehmigung soll im Juni 2014 beantragt werden. Im Gegenzug soll das Nachtflug-Verbot durch deutlich höhere Zuschläge für verspätete Flieger gestärkt werden.

Der Airport möchte seine beiden Start- und Landebahnen in Spitzenzeiten besser auslasten. Dann sollen 60 statt bislang maximal 45 Flüge pro Stunde möglich sein. Die Zahl der Flugbewegungen könnte so von 217.000 im vergangenen Jahr auf 252.000 steigen. Schon jetzt übersteige die Nachfrage der Fluggesellschaften in den Morgenstunden von 7.00 bis 10.00 Uhr und nachmittags von 15.00 bis 18.00 Uhr die derzeit zulässige Obergrenze.

Im Gegenzug will der Airport verspätete Maschinen nachts deutlich stärker zur Kasse bitten und noch höhere Landegebühren verlangen. Die Lärmzuschläge könnten sogar sechsmal höher als bislang ausfallen. Die Verschärfung soll bereits ab dem 1. Januar 2014 gelten.

Der Flughafen will zudem von der Pflicht befreit werden, die Nutzung der zweiten Start- und Landebahn stets eine Woche vorher bei der Genehmigungsbehörde anzumelden. Nur so könne die Deutsche Flugsicherung flexibel auf schlechtes Wetter oder Streiks reagieren und Verzögerungen abbauen.

Laut einer Studie der EU-Kommission zähle der Düsseldorfer Airport zu den fünf Flughäfen mit der höchsten Übernachfrage nach Flugrechten in Europa. «Nordrhein-Westfalen muss mit seiner Bevölkerungs- und Wirtschaftsdichte auch in Zukunft weltweit von den Wirtschaftszentren aus erreichbar bleiben», mahnte Blume.

Der angestrebte Verkehrsanstieg würde insgesamt nicht zu einer nennenswert höheren Immissionsbelastung der Flughafenumgebung führen, hieß es dagegen von Seiten des Airports. Außerdem werde man das Schallschutzprogramm des Airports, das eigentlich im Juli 2014 auslaufen soll, freiwillig fortsetzen.

Genau genommen verfügt der Standort noch über Slots. Allerdings liegen diese eben zu schlecht nachgefragten Tageszeiten. Zudem könne man im Zuge eines neuen Planfeststellungsantrages den Flughafen an neue EASA-Regularien anpassen, so die Flughafengesellschaft. Damit wäre dann etwa eine Anpassung an den zusätzlichen Verkehr, sowie breitere Rollwege für das Projekt nötig.

Um den Prozess abzuschließen ist eine Planfeststellung mit der Änderung der Betriebsgenehmigung von Nöten. Diese wird bei Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen beantragt. Derzeit ist der Flughafen an die Sperrungsregelung gebunden, welche den Flugbetrieb in Düsseldorf reguliert.

Von: airliners.de mit dpa
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