Liebe Leserinnen und Leser,
der Himmel über dem Nahen Osten ist kein neutraler Raum mehr. Was der Iran-Krieg in wenigen Tagen ausgelöst hat, trifft die Branche mit voller Wucht: mehr als Zehntausende ausgefallene Flüge in der ersten Kriegswoche, Kerosinpreise, die sich nahezu verdoppelt haben, gesperrte Drehkreuze und Airlines auf dem Weg zwischen Asien und Europa, die um zwei enge Korridore herumoperieren müssen. Die Themen dieser Ausgabe bilden das ab.
Was mich besonders beschäftigt: Die Verwundbarkeit war bekannt. Dass ein Großteil des interkontinentalen Verkehrs durch enge geografische Korridore fließt, ist keine neue Erkenntnis – aber sie materialisiert sich gerade in Echtzeit. Luftfahrtberater Linus Benjamin Bauer analysiert in seinem Hintergrundbeitrag, welche Erholungsszenarien nach diesem Schock denkbar sind – von der schnellen V-Kurve bis zur K-förmigen Entwicklung mit Gewinnern und Verlierern.
Eine andere Dimension der strategischen Neuordnung zeigt unser Hintergrundbericht von Georg Wesch: Lufthansa Technik rückt mit Projekten wie Pegasus, der P-8A Poseidon und künftig womöglich der F-35 ins Herzstück der deutschen Verteidigung vor. Die Zeitenwende ist längst auch in den bislang zivilen Hangars angekommen.
Air-India-Manager Sachin Verma hat mir derweil im Interview erklärt, warum Deutschland für die wachsende indische Airline der zweitwichtigste europäische Markt ist – und dass mehr Flüge hierher "keine Frage des Ob, sondern nur des Wann" sind.
Abgerundet wird die Ausgabe durch Alexander Finks Gedankenflüge und einen Blick auf die luftverkehrspolitischen Positionen zur rheinland-pfälzischen Landtagswahl und einem "Standpunkt" zu den aktuellen A4E-Forderungen in Sachen EU-Klimapolitik.
Ich danke Ihnen, dass Sie airliners+ abonniert haben und uns damit unterstützen, diese Themen fundiert aufzubereiten. Ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre.
Ihr
David Haße
Herausgeber airliners.de