Zweifel am Nutzen des Flughafens Trollenhagen wächst

Bisher stützen die Gesellschafter den zivilen Flugbetrieb am Flughafen Neubrandenburg-Trollenhagen mit jährlich 250.000 Euro. Künftig wird mit jährlich rund 400.000 Euro Zuschuss gerechnet - doch das Geld wird auch andernorts benötigt.

Der ehemalige Militärflughafen Neubrandenburg-Trollenhagen soll zivil genutzt werden. © airliners.de / Gunnar Kruse

An der Mecklenburgischen Seenplatte zweifeln Linke und Grüne immer mehr am Nutzen eines zivilen Flughafens Neubrandenburg-Trollenhagen. «Der wirtschaftliche Bedarf ist noch nicht geklärt», sagte Irina Parlow (Linke) als Stadtpräsidentin von Neubrandenburg am Montag. Daran ändere auch ein gerade vorgelegtes Gutachten wenig. Nach Angaben der Grünen wurden 2100 Betriebe nach der Bedeutung des Flughafens gefragt, 383 Firmen hätten geantwortet, aber nur 88 Firmen seien von den Gutachtern als relevant für den Flughafen eingestuft worden.

Die Grünen wollen Zuschüsse für einen defizitären Flughafen besser zum Erhalt von Theater und Orchester einzusetzen. Die Bundeswehr hatte den Militär-Flugbetrieb in Trollenhagen 2013 eingestellt. Bis Jahresende sollen die Stadt Neubrandenburg und der Kreis Mecklenburgische Seenplatte der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben melden, ob Interesse am Flughafengelände besteht, da der Mitnutzungsvertrag ausläuft.

Bisher stützen die Gesellschafter den zivilen Flugbetrieb mit jährlich 250.000 Euro. Künftig wird mit jährlich rund 400.000 Euro Zuschuss gerechnet. Beide Kommunen haben hohe Schulden. Eine Entscheidung in den Kommunalparlamenten wird erst im Dezember erwartet.

Von: dpa

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