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Flugsicherung & Drohnen Zweifel an Flugtaxis, Diskussion um Lärmentgelte und neue Drohnen-Projekte

Das monatliche airliners.de-Flugsicherungs-Briefing. Dieses Mal unter anderem mit zwei Studien, die Flugtaxis anzweifeln, Vorstößen zur Drohnennutzung an Flughäfen und dem Streit in Berlin um lärmabhängige Entgelte.

Der City-Airbus fliegt © Airbus

Jour fixe auf airliners.de: Immer freitags präsentieren wir im wöchentlichen Wechsel ein Monats-Briefing zu den Themen Flughafenmanagement, Flugsicherung, Air Cargo sowie die Verkehrszahlen des Monates. Diese Woche: Flugsicherung und Drohnen. Alle aktuellen Themen-Briefings finden Sie immer auf unserer Übersichtsseite.

Zweifel an Flugtaxi-Konzepten

"Die Welt" erklärt in einem Artikel, warum Experten anhand einer Studie überzeugt sind, dass Flugtaxis der große Durchbruch verwehrt bleiben wird. Diese wären im Alltag extrem teuer, nicht vergleichbar mit Straßentaxis. Die Nachfrage werde oftmals überschätzt.

In einer umfangreichen Konzept-Kritik, veröffentlicht im "Aerokurier", meldet ein Experte massive Zweifel an den Leistungsdaten des Lilium-Jets an. In einer ausführlichen theoretischen Berechnung kommt dieser auf eine maximale Flugdauer von rund 70 Sekunden. Lilium reagierte darauf mit einem Video, das das Flugtaxi bei einem rund dreiminütigem Testflug zeigt.

Drohnenabwehr an Flughäfen

Während die Zwischenfälle mit Drohnen an Flughäfen 2018 deutlich angestiegen waren, sind die Zahlen für das vergangene Jahr wieder rückläufig. Besonders betroffen sind die großen Flughäfen in Deutschland. Zu Flughafensperrungen kommt es aber dennoch selten. Weiterlesen

"Selten" heißt aber nicht "nie". So musste der Flugbetrieb am Frankfurter Flughafen am vergangenen Samstag für rund eine Stunde eingestellt werden. Grund war die Sichtung mehrerer Drohnen. Die Bundespolizei sprach von einer "gezielten Störung unbekannter Täter". Nach Angaben des Hessischen Verkehrsministeriums mussten 21 Flüge zu anderen Flughäfen umgeleitet werden.

Um Flughäfen besser gegen Drohnenangriffe zu schützen, müssten rund 30 Millionen Euro pro Airport investiert werden. Das hat das Verkehrsministerium errechnet. Am Hamburger Flughafen findet aktuell ein Pilotprojekt zur Drohnenabwehr statt. Weiterlesen

Der nordrhein-westfälische Justizminister Peter Biesenbach (CDU) will Drohnen derweil automatisch aus sensiblen Bereichen aussperren. Dafür fordert er, eine Pflicht für das sogenannte Geofencing auf EU-Ebene zu verankern. Weiterlesen

Aktuelles zum Thema Fluglärm
Eine Easyjet-Maschine startet auf der künftigen Nordbahn des BER. Foto: © Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Günter Wicker

Am BER sollen Airlines künftig für jede Flugbewegung Entgelte nach tatsächlich verursachtem Lärm zahlen. Im Interview spricht der Lärmschutz-Chef des Flughafens über die Beweggründe, erläutert die Herausforderungen und kontert die Kritik deutscher Airlines. Weiterlesen

Das Land Hessen hat gegen die Fluggesellschaft Lauda ein Bußgeld verhängt, weil ihre Maschinen im Sommer 2018 regelmäßig verspätet nach 23.00 Uhr am Frankfurter Flughafen gelandet sind. Die österreichische Ryanair-Tochter müsse 272.500 Euro zahlen, so Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne).

Die Zahl der späten Starts und Landungen am Düsseldorfer Flughafen geht weiter zurück. Und dies bereits im 14. Monat in Folge und trotz eines gestiegenen Verkehrsaufkommens, wie der Flughafen betont. Während im gesamten Jahr 2018 noch 2311 Starts nach 22:00 Uhr beziehungsweise Landungen zwischen 23:00 und 5:59 Uhr stattgefunden haben, ist die Zahl dieser Flugbewegungen im vergangenen Jahr um 29,2 Prozent auf 1636 gesunken.

Der Flughafen Magdeburg Cochstedt wird ein Forschungsstützpunkt für Drohnen. Dafür investieren das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) und das Land Sachsen-Anhalt Millionen. Der Flugbetrieb soll ab ab dem kommenden Jahr aufgenommen werden. Weiterlesen

Drei Forschungsprojekte zu Drohnen und Flugtaxis haben "Zukunfts-Schecks" über zusammen rund 7,5 Millionen Euro durch das Bundesverkehrsministerium (BMVI) erhalten. Die Förderung der Projekte mit den Schwerpunkten Logistik (Inventarisierung mit Drohnen), Luftraummanagement (Entwicklung eines Leitstands) und Mobilität (Einbindung von Flugtaxis) erfolgt im Rahmen eines Ideen-Aufrufs des Ministeriums.

© ZAL, Lesen Sie auch: Zwei Drohnen-Erstflüge in Deutschland für zeitkritische Transporte

Die europäische Flugsicherung Eurocontrol und die französische Flugsicherung haben am Flughafen Toulouse-Blagnac den Einsatz von Drohnen zur Betriebssicherung getestet, schreibt die "Flugrevue". Demnach wurden die Drohnen zur Überprüfung von Pisten, Rollbahnen und sowie der Befeuerung eingesetzt.

Am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg wurden derweil erstmals vollautomatisierte Drohnenmissionen zur Überwachung des rund sieben Kilometer langen Airport-Zauns getestet. Laut Flughafenchef Michael Schwarz können Drohnenmissionen die Arbeitsabläufe verbessern und langfristig Kosten sparen. Für die Testphase sei es besonders wichtig, erstmals die gesamte Prozesskette inklusive Abstimmungen mit dem Tower und der Verkehrsleitung stattfinden zu lassen. Die eingesetzten Drohnen stammen vom Braunschweiger Unternehmen Volaer.io.

Von: airliners.de

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