Zukunft Tempelhofs liegt in Händen des Bundes

Berlin (ddp-bln). Die Zukunft des vor dem Aus stehenden Flughafens Tempelhof liegt nach Darstellung von SPD-Fraktionschef Michael Müller in den Händen des Bundes. Wenn die Bundesregierung bereit sei, für einen Weiterbetrieb die juristischen Risiken eines Scheiterns der Ausbaupläne für den Airport BBI in Schönefeld zu übernehmen, werde sich Berlin Gesprächen nicht verschließen, sagte Müller dem «Tagesspiegel» (Sonntagausgabe). Bisher habe es aber kein solches Zeichen vom Bund gegeben.

Für den Senat sei das juristische Risiko weiter zu hoch, deshalb halte er am vorgesehenen Schließungstermin Ende Oktober 2008 fest, betonte Müller. Dagegen gerichtete Klagen mehrerer Luftfahrtunternehmen hatte das Oberverwaltungsgericht vor wenigen Tagen abgewiesen.

Die Befürworter eines weiteren Flugbetriebs, darunter CDU, FDP und die Wirtschaft, hatten bisher stets gefordert, der Senat müsse seine Haltung ändern. Im Berliner Wahlkampf 2006 hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch für ein Offenhalten von Tempelhof eingesetzt. Das Kanzleramt erklärte hinterher allerdings, Merkel habe dies als Parteivorsitzende und nicht als Bundeskanzlerin getan. Auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) erklärte, er unterstütze die Pläne der Bahn AG zur Übernahme des Flugbetriebs in Tempelhof unter der Voraussetzung, dass der Ausbau Schönefelds dadurch nicht gefährdet werde.

Von: ddp

Lesen Sie jetzt
Themen
Berlin-Tempelhof Flughäfen Berlin