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Zukunft des Flughafens Zweibrücken könnte in der Fracht liegen

Die Tage des Flughafens Zweibrücken scheinen gezählt - zumindest was den Passagierverkehr betrifft. Laut dem rheinland-pfälzischen Verkehrsminister Lewentz duldet die EU-Kommission dort nur Frachtverkehr. Er hat nun Bundesverkehrsminister Dobrindt um Hilfe gebeten.

Zumindest bis Anfang November ist der Flugbetrieb in Zweibrücken mittlerweile gesichert. © Flughafen Zweibrücken

Der finanziell schwer angeschlagene Flughafen in Zweibrücken könnte nach einem Zeitungsbericht als reiner Fracht-Flughafen eine Zukunft haben. Die Wettbewerbskritik der EU-Kommission am Airport beziehe sich nur auf den Passagier- und nicht auf den Frachtverkehr. Einen entsprechenden Bericht des «Pfälzischen Merkurs» bestätigte ein Sprecher des rheinland-pfälzischen Verkehrsministeriums. Wegen jüngster Auflagen aus Brüssel hat Ressortchef Roger Lewentz (SPD) nun Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) um Hilfe gebeten.

Das Blatt zitiert Lewentz mit den Worten, die Kommission wolle, dass ab Zweibrücken möglichst keine Passagiere mehr flögen, sondern nur noch Fracht. Er deutet auch an, dass ein Flughafenkäufer, der auf Passagierflüge setzt, möglicherweise Staatsbeihilfen zurückzahlen muss. Die Kommission wolle so die Konkurrenz zwischen Zweibrücken und dem Flughafen Saarbrücken in Sachen Passagiere beenden.

Neue EU-Leitlinien verbieten Subventionen für zwei Airports, die weniger als 100 Kilometer auseinanderliegen. Dabei hat Zweibrücken offenbar gegen den Flughafen Saarbrücken verloren. Nach einem noch nicht beschlossenen Papier der EU-Kommission muss der defizitäre Flughafen bis zu 56 Millionen Euro an Beihilfen zurückzahlen, wozu er nicht in der Lage ist. Deshalb wurde Insolvenzantrag gestellt. Am vergangenen Montag war der Flughafen offiziell zum Kauf angeboten worden. In der Anzeige wurde er als «attraktiver Frachtumschlagplatz» bezeichnet, vom Passagierverkehr war hingegen keine Rede.

Lewentz sagte dem «Pfälzischen Merkur», die EU-Kommission habe gewollt, dass bei der Ausschreibung die Zweibrücker Vorzüge in Sachen Fracht deutlich in den Mittelpunkt gerückt würden. Sie müsse einem Investor und dessen Konzept zustimmen.

An Dobrindt schrieb Lewentz, weil die EU-Kommission dem Land kürzlich untersagt hatte, den Flughafen weiter dafür zu bezahlen, dass er hoheitliche Aufgaben übernimmt, etwa Sicherheitskontrollen. Der Airport hatte deshalb plötzlich vor dem Aus gestanden, allein eine Finanzspritze von Tuifly sichert die Zukunft bis November.

© dpa, Oliver Dietze Lesen Sie auch: Flugbetrieb Zweibrücken geht trotz Insolvenz voll weiter

Von: dpa

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