Rundschau Zürich wird Slots nicht los und am BER geht der Technikchef

In Zürich gilt eine verschärfte Gebührenordnung für späte An- und Abflüge. Jetzt will keiner zwei abendliche Langstrecken-Slots mehr haben. Derweil muss man sich in Berlin für die letzten Meter zum neuen Flughafen mal wieder nach einem neuen Technikchef umsehen. Unsere Übersicht der Kurzmeldungen des Tages.

Flughafen Zürich © AirTeamImages.com / Markus Mainka

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Der wichtigste Schweizer Flughafen in Zürich findet keine Airlines, die zwei Slots kurz nach 22 Uhr für Langstreckenverbindungen haben möchten, berichtet "20 Minuten". Laut Luftfahrtexperte Andreas Wittmer sei dies auch eine Folge der neue Gebührenordnung, durch die höhere Kosten für späte Flüge entstünden.

BER-Technikchef Carsten Wilmsen verlässt die Berliner Flughafengesellschaft FBB. Er gehe auf eigenen Wunsch, teilte das Unternehmen mit. Wilmsen hatte erst im August 2018 angefangen. Er bleibe als Betriebsleiter Bau und Technik bis zur Baufertigstellungsanzeige des Terminal 2 - vertraglich für den 15. Mai 2020 zugesagt - an Bord und sei für dieses Projekt weiterhin voll verantwortlich, hieß es. Wilmsen sollte eigentlich den Ausbau des BER mit einem dritten Terminal nach der geplanten Eröffnung im Oktober 2020 vorantreiben.

Bei der österreichischen Fluggesellschaft Lauda ist es zu einer Veränderung in der Geschäftsführung gekommen, wie das Luftfahrtportal "austrianaviation.net" schreibt. Ab sofort wird das Unternehmen von Andreas Gruber, Choorah Singh und Andreas Fritthum geleitet. Der bisherige zweite Geschäftsführer, Colin Casey, ist aus seinem Amt ausgeschieden.

Die weltweite Nachfrage im Luftverkehr ist im September weiter gestiegen, teilt der Airline-Verband Iata mit. Nach Verbandsangaben gingen die Umsatz-Passagierkilometer um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum hoch. Die Kapazität gemessen in verfügbaren Sitzkilometern stieg um 3,3 Prozent, die Auslastung um 0,4 auf nun 81,9 Prozent.

Internet an Bord könnte den Airlines bis zu 30 Milliarden US-Dollar zusätzlichen Umsatz bis zum Jahr 2035 bringen, berichtet "futuretravelexperience.com". Das gehe aus einer Studie der London School of Economics hervor, die vom Flugzeug-Internetanbieter Inmarsat Aviation beauftragt wurde. Laut Inmarsat-Strategiechef Dominic Walter müssten Fluggesellschaften allerdings eine Verkaufs-Mentalität für digitale Services an Bord aufbauen, um das volle Potenzial vernetzter Flüge auszuschöpfen.

Rolls-Royce hat weitere Verzögerungen für die Behebung der technischen Probleme des Trent-1000-Ten-Triebwerks bekannt gegeben, das die Boeing 787 antreibt. Die Neuentwicklung von Schaufeln der Hochdruckturbinen-Stufe des Motors werde voraussichtlich erst 2021 fertig, teilt das Unternehmen mit. Derzeit ist laut Mitteilung eine mindestens zweistellige Zahl von 787 wegen fehlender Triebwerke gegroundet. Foto: © AirTeamImages.com, Yochai

Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) fordert vor dem Hintergrund des Mauerfalls vor 30 Jahren, die Reisefreiheit trotz Klimabedenken zu erhalten: "Die Bürger der DDR sind für Reisefreiheit auf die Straße gegangen und haben sich ihre Reisefreiheit friedlich erkämpft", teilte BTW-Präsident Michael Frenzel mit. Diese Errungenschaft sollte gebührend gefeiert und nicht in Frage gestellt werden. In einer freiheitlichen Gesellschaft könne es nicht Aufgabe der Politik sein, über "guten" oder "schlechten" Tourismus zu entscheiden.

Der Frankfurter Flughafen rechnet für Samstag (9. November) mit langen Wartezeiten für Passagiere. Nach dem geplanten Ende des Flugbegleiter-Streiks seien mehr Fluggäste als üblich zu erwarten, sagte am Freitag ein Sprecher des Betreibers Fraport. Viele Lufthansa-Kunden hätten auf Samstag umgebucht, Fluggäste sollten zweieinhalb Stunden vor Abflug am Flughafen sein.

An einem der beiden Berliner Flughäfen könnte es am Sonntag zu Protestaktionen von Umweltaktivisten von "Am Boden bleiben" kommen. Die Gruppe hat wegen der Klimafolgen des Fliegens zur Blockade aufgerufen, genauer Ort und Zeit wurden jedoch nicht genannt. Flughafenbetreiber und Polizei haben Vorbereitungen getroffen, wollten aber keine Details nennen.

Die International Airlines Group (IAG) bremst den Ausbau ihres Flugangebots und senkt ihre Gewinnerwartungen. Die Kapazität im Passagiergeschäft soll in der Zeit von 2020 bis 2022 im Schnitt um 3,4 Prozent pro Jahr wachsen, teilte IAG bei ihrem Kapitalmarkttag mit. Bisher war für die Zeit von 2019 bis 2023 ein jährliches Plus von 6 Prozent angepeilt worden. Das Ergebnis je Aktie soll in den Jahren 2020 bis 2022 statt um zwölf Prozent nur um zehn Prozent pro Jahr wachsen. Der operative Gewinn solle aber bei zwölf bis 15 Prozent des Umsatzes bleiben. Vor wenigen Tagen hatte IAG die Übernahme der spanischen Gesellschaft Air Europa angekündigt.

Von: airliners.de

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