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Ein Airbus A320 der Lufthansa landet am Flughafen in Düsseldorf. © dpa / Kevin Kurek

Im Streit um Zubringerflüge für Langstreckenverbindungen der Condor hat Lufthansa endgültig eingelenkt. "Lufthansa hat sich bereit erklärt, den SPA-Vertrag mit Condor noch bis März 2022 weiterzuführen”, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen Sprecher.

Das so genannte "Special Prorate Agreement" ist für Condor wichtig, um die eigenen Langstreckenflugzeuge zu füllen. Die Lufthansa hatte den Vertrag Ende 2020 zum 1. Juni 2021 gekündigt. "Es wäre unverantwortlich, die Auslastung unserer Flugzeuge zu vernachlässigen und damit weitere Arbeitsplätze bei Lufthansa zu gefährden", sagte eine Sprecherin damals. Lufthansa will selbst stärker in das Geschäft mit touristischen Langstreckenflügen einsteigen und hat dafür den neuen Flugbetrieb "Eurowings Discover" gegründet, auf dem die touristischen Flüge gebündelt werden.

Condor wehrte sich gegen die Kündigung mit Beschwerden und Klagen beim Bundeskartellamt und beim EU-Gericht in Luxemburg. Lufthansa mißbrauche ihre Marktmacht hieß es zur Begründung. Eine Argumentation, die auch bei EU-Wettbewerbskommissarin Margarete Vestager verfing. Sie beschwerte sich bei der Bundesregierung über das Verhalten Lufthansas, dass dafür spreche, dass diese während sie mit Staatshiflen gerettet worden sei, ihre Marktmacht nutze, um einen unliebsamen Konkurrenten loszuwerden und drohte mit einem Vertragsverletzungsverfahren aufgrund der Staatshilfen.

Beim Bundeskartellamt läuft ein Hauptsacheverfahren, bei dem nach spätestens zwölf Monaten eine Entscheidung fallen muss. Die Lufthansa gehe weiter davon aus, dass die Kündigung rechtlich möglich ist. Mit Condor sei die Airline aber in einem guten und konstruktiven Austausch. "Wir sind in Gesprächen mit der Lufthansa", erklärte eine Condor-Sprecherin am vergangenen Freitag, äußerte sich aber nicht weiter zu dem Thema.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr erklärte Anfang März in einem Pressegespräch, mit den geltenden Konditionen subventioniere man den Konkurrenten. Das könne Lufthansa angesichts der wirtschaftlichen Misere nicht fortsetzen. Aus dem Condor-Umfeld hieß es dagegen, der Deal habe Lufthansa pro Jahr 50 Millionen Euro Gewinn in die Kassen gespült, schreibt "Reisevor9".

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