FAA zögert bei Wiederzulassung von Boeings 737 Max

Jahrzehntelang folgten fast alle Länder den Zulassungsbescheiden der FAA. Doch das Vertrauen in die US-Behörde ist geschwunden, was die erneute Zertifizierung der 737 Max zusätzlich erschwert. Jetzt zögern die Amerikaner.

Boeing 737 Max auf dem Boeing Field in Seattle © AP/dpa / Ted S. Warren

Die US-Luftfahrtaufsichtsbehörde FAA hat am Rande der Icao-Versammlung in Montreal bekräftigt, dass es keinen festen Zeitplan für eine mögliche Wiederzulassung der Boeing 737 Max gibt. Zudem kann sich der Flugzeugbauer Boeing bei der erhofften Wiederzulassung seiner Krisenjets vom Typ 737 Max nicht allein auf die Entscheidungen der FAA verlassen.

Jede Regierung werde abhängig von gründlichen Sicherheitsprüfungen selbst bestimmen, ob die nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegten Maschinen wieder abheben dürfen, wie Behördenvertreter bestätigten.

In der Vergangenheit waren die internationalen Behörden in der Regel der Linie der USA gefolgt. Dass es diesmal anders laufen dürfte, ist eigentlich schon länger klar und kommt angesichts großer Kritik an der FAA wenig überraschend.

© dpa, Ted S. Warren/AP Lesen Sie auch: Die 737-Max-Wiederzulassung ist eine Frage von Wahrscheinlichkeiten Hintergrund

Der Behörde wird unter anderem vorgeworfen, wesentliche Teile der ursprünglichen Zertifizierung der 737 Max dem Hersteller Boeing überlassen zu haben. Die europäische Luftfahrtaufsicht EASA kündigte bereits eigene Tests an.

Als Hauptursache der Unglücke gelten bislang Fehler einer Steuerungsautomatik, die Boeing per Software-Update beheben will. Bislang kam der Hersteller dabei jedoch nicht wie erhofft voran, stattdessen traten noch weitere Probleme auf.

Boeing startet Auszahlung von Entschädigungen

Während die Wiederzulassung also weiter offen ist, startete Boeing sein Entschädigungsprogramm für Angehörige der Opfer der Flugzeugabstürze in Indonesien und Äthiopien. Die Familien der 346 Menschen, die bei den Unglücken starben, sollen jeweils rund 144 500 Dollar erhalten. Das teilte Boeings Kompensationsfonds, der von US-Staranwalt Ken Feinberg verwaltet wird, in Washington mit.

Boeing hatte im Juli bekanntgegeben, 100 Millionen Dollar an Finanzhilfen bereitzustellen. Die Hälfte dieser Mittel soll schon in Kürze an Angehörige der Opfer fließen. Die Familie könnten ihre Ansprüche ab sofort geltend machen und müssten dafür nicht im Gegenzug von Klagen gegen Boeing absehen, versicherte Feinberg.

© AirTeamImages.com, Oleg Belyakov Lesen Sie auch: Boeing 737-Max-Grounding hat weitreichende Auswirkungen auf die Branche

Von: dk, dpa

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