Zeitfracht legt Verwaltungsstandorte von WDL und LGW zusammen

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Zeitfracht ist dabei, Doppelstrukturen in der Verwaltung von WDL Aviation und LGW abzubauen und die Einheiten an einem Standort zusammenzufassen. Eine Fusion sei aber weiterhin nicht geplant, erklärt das Unternehmen.

Embraer 190 in den Farben der WDL. © WDL

Die Zeitfracht Gruppe plant, die Verwaltungsabteilungen ihrer beiden ACMI-Fluggesellschaften WDL Aviation und Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) an einem Standort zusammenzulegen. Das bestätigte ein Sprecher gegenüber airliners.de. Aktuell sind die beiden Verwaltungen in Dortmund (LGW) und Köln (WDL). Arbeitsplätze sollen im Rahmen der Zusammenlegung nicht entfallen, so der Sprecher weiter.

Eine Zusammenlegung der beiden Flugbetriebe unter einem AOC sei aber weiterhin kein Thema für das Berliner Logistikunternehmen, dass LGW zu Anfang des Jahres von Eurowings übernommen hatte.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Spekulationen über die Neugründung einer Zeitfracht-Fluggesellschaft in der Branche gegeben, in der LGW und WDL aufgehen könnten. So hatte sich Zeitfracht im Sommer die beiden Wort- und Bildmarken German Airways und Zeitfracht Aviation beim Deutschen Patent- und Markenamt gesichert. Zeitfracht erklärt allerdings auch seit einem halben Jahr wiederholt, dass eine vollständige Fusion der beiden Fluggesellschaften nicht geplant sei.

LGW und WDL mit unterschiedlichen Rollen

Beide Airlines hätten ein ähnliches Geschäftsmodell und es mache keinen Sinn, Doppelstrukturen in der Verwaltung aufrecht zu erhalten, heißt es dazu aus Unternehmenskreisen. Der Flugbetrieb sei in zwei unterschiedlichen Marken gut aufgehoben, da beide Airlines mit einem anderen Fokus auf dem Wet-Lease-Markt unterwegs seien.

Die Rolle von LGW sehe man bei langfristigen Leasing-Vereinbarungen, so wie sie derzeit auch mit Eurowings bestehe. Aktuell fliegen die meisten der 17 Dash-8 Turboprops von LGW für die Lufthansa-Airline, hauptsächlich von Düsseldorf und Stuttgart zu deutschen und europäischen Zielen. Auch eine Wet-Lease-Geschäft mit Austrian Airlines könnte laut österreichischen Medien zustande kommen, zumindest sollen Verhandlungen dazu laufen.

Die in Köln beheimatete WDL wiederum solle sich vor allem auf kurzfristige Leasing-Aufträge konzentrieren. Gegenwärtig fliegt die Airline mit ihren zwei aktiven Bae 146 und drei in diesem Jahr zur Flotte gestoßenen Embraer E-190 für verschiedene Anbieter.

Die vierte für WDL bestimmte E-190 könnte aufgrund der avisierten Aufgabenteilung direkt an LGW gehen, wie aus dem Unternehmen zu hören ist. Auch LGW soll ihre Flotte in den nächsten Jahren auf die Embraer-Jets umstellen.

Arbeitsplatzabbau in der Kabine ist kein Thema

LGW organisiert zudem die Crewplanung für die Kabine neu. Dienste, die zurzeit teilweise von Eurowings-Crews übernommen werden, sollen künftig wieder komplett von LGW-Mitarbeitern gemacht werden.

© LGW, Lesen Sie auch: LGW will Mitarbeiter mit finanziellen Anreizen zum Umzug bewegen

Dabei kommt auch der Umstand zum Tragen, dass sich der Stationierungsort der LGW-Maschinen in den letzten Jahren Richtung Westen und Süden Deutschlands verschoben hat, während die meisten LGW-Mitarbeiter in der Berliner Region wohnen. LGW hat den Kabinenmitarbeitern daher ein zwar als fair empfundenes Angebot zur Umstationierung gemacht, jedoch sollen weniger Mitarbeiter als erwartet bereit sein, umzuziehen. Aktuell würden daher durchaus Flugbegleiter gesucht, die im Zweifel auch von WDL kommen könnten.

Gerüchte, wonach derzeit ein signifikanter Arbeitsplatzabbau beim WDL-Kabinenpersonal im Gange sei, weist das Unternehmen zurück.

Von: dk

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