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Schiene, Straße, Luft (45) Wo bleibt die Compliance bei der Erstattung?

Mehr als vier Monate sind vergangen, seit Flugzeuge wegen Corona am Boden bleiben mussten und Passagiere begannen, ihre vorab bezahlten Flugkosten zurückzufordern. Die seither fragwürdig gehandhabte Erstattungspraxis hat System, meint Verkehrsjournalist Thomas Rietig.

Der Schriftzug "cancelled" steht auf einer Anzeigetafel im Flughafen Hannover. © dpa / Ole Spata

Ein Freund hat die Erstattung seines coronabedingt verfallenen Flugtickets endlich erhalten. Es handelt sich um eine hohe dreistellige Summe, die er an Easyjet bezahlt hatte, um mit seiner Frau in einen Städteurlaub zu fliegen. Aus dem Urlaub wurde nichts, weil das Zielland eine Einreisesperre erließ und der Flug gecancelt wurde, ohne Ersatz anzubieten.

Klarer Fall eigentlich. Geld zurück – so sind die Regeln, und sie gelten auch für "Billig-Airlines", wobei in diesem speziellen Fall der Flugpreis in etwa dem eines Linienflugs entsprach. Dennoch stellte sich die Airline stur. Wenn sie für ihren Kunden überhaupt erreichbar war, behaupteten die Gesprächspartner, nicht zur Rückzahlung verpflichtet zu sein, und verwiesen immer nur auf die Gutscheinlösung. Die wollte der Kunde aber nicht, weil die geplante Reise aus familiären Gründen gewissermaßen termingebunden war. Telefonisch kaum erreichbar, auf E-Mails unzureichende Antworten, Vertröstungen über Monate, und immer wieder nur das eine Angebot: Gutschein. Die Rückerstattung des Tickets sei nicht möglich.

Von: Thomas Rietig für airliners.de

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