Wizz Air vor Rückzug vom Frankfurter Flughafen

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Nach drei Jahren zieht sich Wizz Air vom Frankfurter Flughafen zurück - pünktlich mit Auslaufen der vom Flughafen gewährten Neukunden-Rabatte. Alle Destinationen des osteuropäischen Billigfliegers bleiben am Airport aber erhalten.

Flugbegleiterinnen von Wizz Air. © AirTeamImages.com / Oleg Belyakov

Wizz Air zieht sich vom Frankfurter Flughafen zurück. Auf der Homepage des Billigflieger sind aktuell letztmalig Flüge für den 30. April buchbar, und zwar nach Budapest und Kiew. Die dritte ab Frankfurt angebotene Wizz-Air-Route in die bulgarische Hauptstadt Sofia endet bereits am 27. März.

Ein Wizz-Air-Sprecher bestätigte auf Anfrage von airliners.de, dass die "Frankfurt-Strecken ab der Sommersaison 2020 nicht mehr bedient werden. "Fluggäste mit Buchungen, die von dieser Änderung betroffen sind, werden automatisch zum frühestmöglichen Zeitpunkt auf einer Alternativstrecke untergebracht", so der Sprecher weiter.

Der Frankfurter Flughafen wollte sich gegenüber airliners.de nicht zum möglichen Rückzug der Fluggesellschaft äußern. Mit dem Rückzug von Wizz Air verliert der Flughafen die nach Kapazitäten die drittgrößte Billigairline am Platz. Laut CH-Aviation bietet Wizz Air in der aktuellen Winterflugplanperiode rund 90.000 Plätze ab Frankfurt.

Aus kommt mit Ende des Rabattprogramms

Die osteuropäische Low-Cost-Airline hatte den Frankfurter Flughafen im Mai 2017 ins Programm genommen. Zuerst mit zwei Strecken nach Sofia und Budapest. Wizz-Air-Manager George Michalopoulos nannte damals die kurz zuvor vom Land Hessen neu eingeführte Gebührenordnung als Grund für den Start in Frankfurt.

Mit dem Programm konnten Fluggesellschaften von einem Rabattprogramm für zusätzlich angebotene Flüge von und nach Frankfurt profitieren. Besonders lohnend war das für neue Airline-Kunden. Dabei lag der Preisnachlass auf Europa-Flügen je nach Angebotszuwachs zwischen zwei und 14 Euro pro Passagier.

Gegen die Gebührenordnung hatte sich damals heftiger Widerstand formiert, besonders von den Platzhirschen Lufthansa und Condor, da diese nicht im selben Unfang von den Nachlässen profitieren konnten. "Es kann nicht sein, dass zwei Airlines, die dieselbe Strecke fliegen, unterschiedliche Gebühren bezahlen", sagte Lufthansa-Vorstandsmitglied Harry Hohmeister damals.

Der Wizz-Air-Rückzug bedeutet für den Frankfurter Flughafen nun allerdings auch keine Einschränkung des Streckenportfolios. Alle drei Routen werden neben der Lufthansa auch von anderen Airlines bedient. So fliegt Bulgaria Air nach Sofia und Ukraine International Airlines hat Kiew im Programm.

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In Kiew nutzen Lufthansa und Ukraine International den Flughafen Kiew-Boryspil. Wizz Air operiert am zweiten Airport der ukrainischen Hauptstadt Igor Sikorski. Einzig Budapest wird ab Mai dann nur noch von der Lufthansa angeflogen.

Von: br

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