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Abfertigung eines Flugzeugs durch einen Mitarbeiter der Wisag © Wisag

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Bodenverkehrsdienstleister WISAG Ground Service Köln haben sich für die Bodenverkehrsdienste des Unternehmens am Flughafen Köln/Bonn auf einen neuen Vergütungstarifvertrag mit einer Laufzeit bis 2026 geeinigt.

Laut Wisag sollen die rund 200 Beschäftigten bis 2021 in mehreren Schritten im Schnitt rund 7,3 Prozent mehr Lohn bekommen. Die unteren Lohngruppen würden dabei überproportional profitieren. Auch habe man die Urlaubsregelungen für die Mitarbeiter verbessert. Zudem orientiere sich der neue Tarifvertrag bei der Gehaltsentwicklung künftig am Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVÖD).

Vollständig nach TVÖD werden in Köln zudem die direkt beim Flughafen angestellten Bodenverkehrsmitarbeiter bezahlt, nachdem Verdi eine Zusatzvereinbarung zur Gehaltsabsenkung vor wenigen Wochen gekündigt hatte.

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Michael Richter, Geschäftsführer Wisag Ground Service Holding und Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite, zeigte sich mit den Ergebnissen zufrieden und spekuliert auf einen Vorbildcharakter: "Wir hoffen, dass der Kölner und auch der Berliner Abschluss auf die Verhandlungen in Frankfurt abstrahlt. Was in Köln und Berlin als Vertragslaufzeit gut ist, muss auch in Frankfurt gut sein, zumal dort für die Konkurrenz auch eine längere Laufzeit bis 2026 vereinbart wurde."

In Frankfurt fordert die Gewerkschaft derzeit noch kategorisch eine Laufzeit des neuen Vertrags bis Ende August 2020. Der Kölner Vertrag läuft bis September 2026. Der Anfang März abgeschlossene Flächentarifvertrag für die Vergütung der Bodenverkehrsdienstleister in Berlin läuft bis Ende 2022. Die nächste Verhandlungsrunde in Frankfurt ist für den 12. März 2020 vorgesehen.

Verdi dringt auf Branchentarifvertrag

In den seit Mitte Dezember laufenden Verhandlungen zu einem neuen Haustarifvertag für die Beschäftigten des Bodendienstleisters Wisag am Frankfurter Flughafen gibt es weiterhin keine Einigung. Vor allem der Streit um die Laufzeit ist zum entscheidenden Knackpunkt geworden. Wisag möchte auch hier eine Einigung bis 2026 erzielen. Verdi lehnt die vorgeschlagene Laufzeit jedoch rundweg ab. Die Gewerkschaft will stattdessen eine Geltungsdauer bis Ende August diesen Jahres, also gut sechs Jahre weniger.

Im Gegensatz zu den Verhandlungen in Köln bezeichnete Verdi den Frankfurter Wisag-Vorschlag im Februar als "unmoralisches Angebot". Die interne Beschlusslage schreibe vor, "dass seit Dezember 2018 kein Tarifvertrag länger als zum 31. August 2020 abgeschlossen werden darf." Davon könne nur unter ganz besonderen Umständen abgewichen werden, die im Falle von Wisag in Frankfurt nicht erfüllt seien. Durch die von Wisag angestrebte lange Laufzeit würde das Zustandekommen des angestrebten Branchentarifvertrages gefährdet.

Die Wisag hingegen sieht ihr Angebot als ein Schritt auf dem Weg zu dem angestrebten bundesweit allgemeinverbindlichen Branchentarifvertrag für die Bodenverkehrsdienstleister. Man unterstütze dieses Ziel, weshalb das Angebot bereits darauf ausgerichtet sei, heißt es vom Unternehmen.

© Wisag, Lesen Sie auch: Berliner Bodenverkehrsdienstleister und Verdi einigen sich auf Tarifvertrag