Wirtschaft & Finanzen Insolvenzgefahr, Dividenden-Stopp, Milliarden-Kreditlinie

Das wöchentliche airliners.de-Wirtschafts-Briefing. Dieses Mal unter anderem mit großen Sorgen wegen der Coronavirus-Auswirkungen auf die Luftfahrt, den direkten Folgen für Aktionäre und Milliarden-Forderungen und -Krediten.

Maschinen der Lufthansa stehen in Frankfurt/Main © dpa

Jour fixe auf airliners.de: Immer dienstags präsentieren wir die wichtigsten Meldungen der Woche aus den Bereichen Luftverkehrswirtschaft und Finanzen. Alle aktuellen Themen-Briefings finden Sie immer auf unserer Übersichtsseite.

Luftverkehrswirtschaft

Der Bremer Flughafen steht nach Informationen von "Buten und Binnen" kurz vor der Insolvenz. Schon ohne Corona-Krise muss der Airport rund eine Million einsparen.

Der Flughafen Dortmund weist für das vergangene Jahr ein Betriebsergebnis von Minus 380.000 Euro aus. Rechnet man die Kosten für die Abschreibungen, Zinsen und hoheitliche Kosten dazu, beläuft sich der Jahresverlust auf 10,4 Millionen Euro, was einer Verbesserung von 3,7 Millionen im Vergleich zum Jahr 2018 entspricht, teilte der Airport mit.

Jahreszahlen vom Betreiber des Flughafens Frankfurt: Fraport verbucht ein erfolgreiches Jahr, neben Frankfurt entwickelten sich auch die Bestandsflughäfen positiv. Aufgrund der Coronakrise erwartet Fraport für 2020 herbe Gewinnrückgänge. Weiterlesen

Der Flughafen München hat aufgrund der Corona-Krise die für den 24. März geplante Jahrespressekonferenz abgesagt. Laut Mitteilung will die Betreibergesellschaft die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2019 aber zeitnah in schriftlicher Form präsentieren.

Auch der Züricher Flughafen hat angekündigt, seine Generalversammlung wegen der Coronakrise zu verschieben. Ursprünglich sollte diese am 16. April stattfinden. Ein neues Datum wurde noch nicht festgelegt.

Die Lufthansa-Aktionäre bekommen für das vergangene Geschäftsjahr wegen des Coronavirus keine Ausschüttung. Das erklärte der Dax-Konzern am Freitagabend. So will die Lufthansa sicherstellen, in der Krise liquide zu bleiben. Weiterlesen

© BMWi, © BMWi/Andreas Mertens Lesen Sie auch: Bundesregierung gewährt keine speziellen Luftfahrt-Hilfen

Aufgrund enormer geschäftlicher Schäden wollen US-Fluggesellschaften Staatshilfen im Volumen von über 50 Milliarden Dollar (45 Milliarden Euro) beantragen. Die rapide Ausbreitung des Virus belaste die Branche in beispielloser Weise, teilte "Airlines for America" (A4A) am Montag in Washington mit. Weiterlesen

Konsolidierung

Bis Ende Mai 2020 werden die meisten Fluggesellschaften der Welt bankrott sein, das rechnet das Beratungsunternehmen Capa vor und fordert international koordinierte Maßnahmen. Das nationale Eigeninteresse vieler Staaten im Kampf gegen Corona sei eine echte Bedrohung für die Luftfahrt. Weiterlesen

Nach der Zustimmung der Kartellbehörden lag das letzte Wort über den Verkauf der Condor an die polnische Lot-Gruppe bei den Gläubigern. Diese stimmten jetzt zu. Sachwalter Lucas Flöther sieht die Schutzschirm-Strategie des Ferienfliegers bestätigt. Weiterlesen

Kaum jemand möchte angesichts der Corona-Epidemie noch belastbare Prognosen zur Entwicklung des Luftverkehrs in nächster Zeit abgeben. In Polen sollen sich Stimmen mehren, die von einer Übernahme der Condor in dieser Situation nicht viel halten. Weiterlesen

Boeing 737 Max
Abgestellte Boeing 737 Max auf dem Boeing-Field in Seattle. Foto: © AirTeamImages.com, Bastian Ding

Ein Jahr Grounding: Vor zwölf Monaten wurde Boeings Verkaufsschlager 737 Max weltweit aus dem Verkehr gezogen. Die Zukunft der Jets bleibt weiter ungewiss. Mit dem Coronavirus geht die Boeing-Krise jetzt erst richtig los. Weiterlesen

Das Coronavirus ist bei Boeing angekommen, elf Mitarbeiter sollen positiv getestet worden sein. Jetzt dringt der US-Flugzeugbauer Medienberichten zufolge auf kurzfristige staatliche Finanzhilfen. Weiterlesen

Vorher hatte der Flugzeugbauer bereits eine knapp 14 Milliarden US-Dollar schwere Kreditlinie bei Banken vollständig abgerufen, um sich gegen die Belastungen durch das Coronavirus zu stemmen, wie Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen berichtet. Boeing hatte die Kreditlinie im vergangenen Monat von einem Bankenkonsortium erhalten, um die mit dem 737 Max verbundenen hohen Mittelabflüsse zu finanzieren.

Von: airliners.de

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