Air-Berlin-Chef Winkelmann will wohl auf Millionen verzichten

Air-Berlin-Chef Winkelmann will die insolvente Airline offenbar noch in diesem Sommer verlassen. Dann müsste er auf mehrere Millionen an Gehalt verzichten. Das Geld käme den Gläubigern zugute.

Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann. © dpa / Paul Zinken

Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann verhandelt laut "Wirtschaftswoche" mit Insolvenzverwalter Lucas Flöther darüber, seinen Vertrag vorzeitig aufzulösen. Im Raum steht August; eigentlich läuft der Kontrakt Winkelmanns noch bis 2021. Flöther will sich auf Anfrage von airliners.de nicht dazu äußern.

Ein verfrühtes Ausscheiden bei Air Berlin würde auch bedeuten, dass Winkelmann einen "nennenswerten Teil" seiner Gehaltsansprüche abtreten würde - an die Gläubiger von Air Berlin. Abwickler Flöther hatte bereits Maßeunzulänglichkeit angemeldet, was bedeutet, dass die Gläubiger von Air Berlin defacto nichts bekommen.

Vergleiche mit Middelhoff und Winterkorn

Laut Bericht geht es um 4,5 Millionen Euro. Winkelsmanns Ansprüche sind über eine Bankgarantie abgesichert. Der Gläubigerausschuss habe "dem Vorgehen im Grundsatz bereits zugestimmt", zitiert die "Wirtschaftswoche" eine interne Quelle.

Winkelmanns Absicherung durch die angeblich unwiderrufliche Bankgarantie der ehemaligen Air-Berlin-Großaktionärin Etihad war im vergangenen Jahr schnell ein Aufregerthema. Auch weil viele Air-Berlin-Mitarbeiter nach der Airline-Pleite vor dem Nichts standen. In der Presse ist er deshalb immer wieder mit Managern wie Ex-VW-Chef Martin Winterkorn oder dem ehemaligen Arcandor-Leiter Thomas Middelhoff verglichen worden.

Winkelmann kam wenige Monate vor der Insolvenz

Winkelmann, ehemaliger Germanwings-Chef und CEO des Lufthansa-Hubs München, kam im Februar 2017 als Nachfolger von Stefan Pichler zu Air Berlin. Nach der Insolvenz im vergangenen Sommer sollte er laut Flöther Ende April dieses Jahres seinen Chefposten abgeben.

Den Vorstandsvorsitz habe er aber nun doch weiter inne, um beim Eintreiben offener Forderungen mitzuwirken, heißt es in Kreisen. "De facto hat Winkelmann seither nicht viel zu tun", heißt es intern.

© dpa, Lesen Sie auch: Das lange Ende der Air Berlin Rückblick

Von: cs

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