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Luftfahrtjournalist und Vielflieger Andreas Spaeth mit Beobachtungen und Erlebnissen aus der weiten Welt der Luftfahrt. © airliners.de

Franz-Josef Strauß, das bayerische Urgestein, war das natürliche politische Feindbild meiner Jugendzeit. Ich lief mit „Stoppt Strauß“-Buttons durch die Schule und stand einmal selbst protestierend vor dem Haus eines Bankiers in Hamburg, den Strauß damals besuchte. Umso geschockter war ich, als ich später nach München zog zum Studieren – und der großartige neue Flughafen im Erdinger Moos ausgerechnet seinen Namen tragen sollte. An der Autobahnausfahrt hängt bis heute ein riesiges Schild mit weißer Schrift auf blauem Grund und diesem Namen. Das ist – neben einer im Terminal versteckten Büste – zum Glück aber auch fast der einzige Hinweis auf das einstige politische Schwergewicht. FJS führt sonst niemand im Munde, wenn er vom Münchner Flughafen spricht.

Daran musste ich letzte Woche denken, als ich über die Autobahn zum neuen Flughafen-Terminal von Berlin unterwegs war. Dort steht nämlich noch nicht dessen Namenspatron angeschlagen – Willy Brandt. Der ehemalige Regierende Bürgermeister und Bundeskanzler hat nach dem Mauerfall den Satz geprägt, dass jetzt zusammenwächst, was zusammengehört. Das passt auch auf den neuen Berliner Flughafen, der ja über Nacht die beiden Altanlagen aus Ost und West, Schönefeld und Tegel, ersetzt, und als letztes Puzzlestück der deutschen Vereinigung gilt. Willy Brandt also scheint als Namensgeber durchaus angebracht, lässt aber trefflich über Sinn und Unsinn der Benennung von Flughäfen nach Persönlichkeiten nachdenken.

Denn ist Brandt eine wichtigere und ehrenwertere Figur als Otto Lilienthal? Den nämlich ersetzt er, zumindest in Berlin, denn der Flugpionier war Namensgeber für Tegel. Hat nur keiner gemerkt, außer dass es groß an der Fassade steht. Gleiches gilt für Köln/Bonn, der nach Konrad Adenauer benannt ist, was ebenfalls riesig an der Terminalfront angeschlagen ist – im Gegensatz übrigens zu FJS selig in München.

Noch viel erstaunlicher ist aber, wie viele Flughäfen in aller Welt den Namen eines Menschen tragen. Und es scheint dabei eine gewisse Systematik zu geben: GUS-Staaten wie Aserbaidschan oder Turkmenistan sowie der Iran tragen auf ihren Hauptstadtairports wie selbstverständlich die Namen aktueller oder verflossener Diktatoren und Potentaten, in Afrika sind es nahezu immer verstorbene Staatenlenker, nach denen die Tore zur Welt benannt sind. Das sind manchmal veritable Zungenbrecher wie der des Generalgouverneurs von Mauritius, Sir Seewosagur Ramgolaam, für den Flughafen der Ferieninsel im Indischen Ozean.

Italien dagegen setzt auffällig auf Klassiker des Zeitalters der Entdeckungen, etwa Marco Polo (Venedig), Galileo Galilei (Pisa) oder Leonardo da Vinci (Rom). Ein besseres Selbst-Marketing als Kulturnation ist schwer vorstellbar. Auch Musik als Airport-Pate steht hoch im Kurs: in Salzburg natürlich Mozart, in New Orleans Louis Armstrong und in Liverpool John Lennon – auch gutes „Product Placement“. In Polen orientiert man sich an lebenden und verstorbenen Größen wie Lech Walesa in Danzig, aber auch dem vorigen Papst in Krakau, mit seinem polnischen Titel Jan Pawel II. Im süditalienischen Bari hat man – warum auch immer – seinen früheren Namen Karol Wojtyla für den Flughafen erwählt.

Die meisten dieser Namen spielen im täglichen Leben keinerlei Rolle und sind selbst am jeweiligen Flughafen mit der Lupe zu suchen – siehe München. Nur zwei wichtige Mega-Drehkreuze sind fast nur unter ihren Eigennamen bekannt und weisen sogar einen entsprechenden Drei-Letter-Code auf – Paris-Charles de Gaulle (CDG) und New York-John F. Kennedy (JFK). Die Amerikaner sind sowieso sehr eigen und benennen Flughäfen mal nach Cowboy-Darstellern (John Wayne in Santa Ana oder Ronald Reagan in Washington DC), aber auch nach noch lebenden, ja sogar aktiven Politikern, sonst völlig verpönt, so George Bush International in Houston nach dem Vater des ebenfalls unvergessenen George W. Bush.

Letzte Woche dann die passende Meldung aus Little Rock in Arkansas: Das dortige Flugfeld wird jetzt, kein Witz, in „Bill and Hillary Clinton National Airport“ benannt, die beide dort herstammen. Sie ist immerhin noch aktive Außenministerin, das stört allerdings niemanden. Warum aber nicht gleich „Billary National Airport“? Aber solange uns kein „Westerwelle-Flughafen“ droht, kann man sicher mit dieser Art amerikanischer Heldenverehrung leben.

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