airliners.de Logo

Wie sich die Fluggesellschaften am BER neu sortieren

Die Eröffnung des neuen Hauptstadt Flughafens ist mit einer schrittweisen Neuverteilung der Airlines verbunden. Bis diese voll umgesetzt werden kann, wird es jedoch bis nach der Corona-Krise dauern.

Schlichte Betonwände im BER Terminal 2 (Pier Nord). © Flughafen Berlin Brandenburg GmbH / Günther Wicker

Wie überall in Deutschland ist auch am neuen Hauptstadtflughafen die Nachfrage nach Flügen aufgrund der Corona-Krise derzeit überschaubar - mit einem entsprechend verringerten Angebot stellen sich die Fluggesellschaften darauf ein.

Easyjet selbst erklärt, zum Auftakt rund 180 Flüge pro Woche anzubieten. Nach einer airliners.de-Auswertung der Buchungsmaske hat der Billigflieger im November 28 Destinationen im Angebot. Die meisten Flüge gehen nach London-Gatwick, Mailand, Wien und Zürich. Hinzukommen einige Warmwasserdestinationen in Griechenland und den Kanarischen Inseln. Im Jahr 2019 waren es von den Berliner Airports Tegel und Schönefeld aus noch rund 250 Flüge am Tag.

Die Lufthansa hat, wie auch bereits zuvor in Tegel, keine eigenen Flugzeuge am BER stationiert. Der Kranich verbindet Berlin mit den Drehkreuzen Frankfurt oder München. Für den Start am BER plant die größte deutsche Fluggesellschaft mit lediglich 30 Flügen täglich - etwa halb so viele wie vor der Krise.

Eurowings mit "Rumpfprogramm"

Noch vor bevor Lufthansa den BER regelmäßig anfliegen wird, startet Konzern-Tochter Eurowings bereits am 4. November. Eurowings wiederum will mit 300 Flügen pro Monat loslegen, wovon lediglich 16 ins Ausland gehen werden.

Auf airliners.de-Anfrage teilte der Billigflieger mit, dass man zu Beginn eine innerdeutsche Grundversorgung sicherstellen werde. So wird Eurowings Berlin unter der Woche mindestens dreimal täglich Köln/Bonn, Düsseldorf und Stuttgart verbinden.

Auch das touristische Angebot sei aufgrund der Pandemie eher ein "Rumpfprogramm". Gestartet wird mit wöchentlichen Flügen auf die Kanarischen Inseln (Lanzarote, Teneriffa, Gran Canaria) sowie nach Griechenland (Kreta/Heraklion). Laut eines Sprechers sind das in Summe rund 70 Frequenzen pro Woche. Das entspricht wöchentlich mehr als 11.000 Sitzen.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hatte zuletzt mit insgesamt rund 5000 Fluggästen am Eröffnungstag des Flughafens am Hauptterminal T1 gerechnet. Mit der Tegel-Schließung eine Woche später würden am T1 dann rund 16.000 Passagiere abgefertigt. Weitere 8000 Fluggäste würden dann über den Flughafen Schönefeld reisen, der als Terminal 5 des BER dient. Das bereits fertiggestellte Terminal 2 wird angesichts dieser niedrigen Zahlen zunächst nicht gebraucht und soll deshalb erst im Frühjahr eröffnet werden.

Die neuen Standorte der wichtigsten Anbieter

Auch wenn einige Fluggesellschaften, wie zum Beispiel die chinesische Hainan Airlines, derzeit gar keine Flüge nach Berlin anbieten, läuft bis zum 8. November der Umzug von Mensch und Material aller Anbieter zum neuen Standort. Viele Airlines kommen aus Tegel, aber auch aus dem alten Schönefelder Terminal, jetzt BER Terminal 5, gibt es Wechsel in die neuen BER-Gebäude. Andere wiederum richten sich erstmals in Terminal 5 ein. (Überblick Terminalverteilung)

Den Anfang beim Umzug machen Qatar Airways, Turkish Airlines und Hainan Airlines. Alle drei kamen regelmäßig mit Großraumgerät nach Berlin und operierten bisher von Tegel aus. Nun sind sie im großen Terminal 1 beheimatet. Die israelische El AL wird künftig ebenfalls in Terminal 1 anzutreffen sein, ihr Umzug ist jedoch nicht weit: Vom alten Schönfelder Terminal zwei Kilometer zum neuen.

Easyjet wiederum konzentriert sei gestern die Berliner Basis im Terminal 1. Die Low-Cost-Airline, die die Marktführerschaft in Berlin für sich beansprucht, war bisher an beiden Flughäfen anzutreffen. Spekulationen, dass Easyjet alleine vom ursprünglich für Air Berlin vorgesehenen Südpier aus operiert, scheinen sich nicht zu bestätigen. Die Fluggesellschaft gibt an, die Gates A und B auf Ebene 1 für Schengen-Flüge und die Gates C und D auf Ebene 2 für Nicht-Schengen-Flüge nutzen zu wollen. Die Bereiche verteilen sich sowohl auf das Main- wie auf das Südpier.

Terminal 2 vorerst außer Betrieb

Der nächste wichtige Termin im Umzugsreigen ist der 4. November. Dann soll auch die südliche Start- und Landebahn den Betrieb aufnehmen. Egypt Air und Aeroflot ziehen dann von Schönefeld ins Terminal 1. Auch Norwegian und Wizz Air verlassen Terminal 5 und richten sich im neuen Terminal 2 ein. Aus Tegel kommen auch Eurowings und Vueling ins Terminal 2. Sun Express, Sundair und Tuifly wiederum ziehen aus Tegel neu ins Terminal 5 und auch Ryanair vereinigt ihren Berliner Betrieb darin.

Mit dem Umzug der großen Netzwerkfluggesellschaften von Tegel zum BER wird die Neuverteilung des Berliner Luftverkehrs am 7. November dann abgeschlossen. An diesem Tag schließt Tegel. Zuvor ziehen die übrigen Airlines der Lufthansa Group, die sich als Gruppe ebenso wie Easyjet zum Berliner Marktführer erklärt hat, also Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines von Tegel ins BER-Terminal 1.

Das tun ebenso Air France, KLM, Luxair, Finnair, Alitalia, Iberia Express, United Airlines, SAS, LOT, Air Malta, Icelandair, British Airways, TAP Air Portugal und Croatia Airlines. Für Air Baltic und die irische Aer Lingus geht es von Tegel in Terminal 2. Da Terminal 2 jedoch erst im Frühjahr eröffnet, wird die endgültige Neuverteilung der Fluggesellschaften auch dann erst abgeschlossen sein. Alle Flüge sollen bis dahin von Terminal 1 und 5 aus abgewickelt werden.

Von: dk, br

Lesen Sie jetzt

Lesen Sie mehr über

BER Fluggesellschaften Flughäfen Infrastruktur Verkehr