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Eine der ersten Covax-Impfstoff-Lieferungen wird in Indien für den Versand vorbereitet. © UNICEF / UN0420494 / Krishnan

Die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (Cepi), die Vakzin-Allianz Gavi und die WHO haben die Zuteilung der ersten Runde von Impfstoffen bekannt gegeben. Ziel der Partner ist es über die gemeinsame Covax-Initiative, die Pandemie weltweit zu bekämpfen. Das liegt auch im Interesse der Reichen Nationen, die damit die Gefahr reduzieren, dass etwa die Krankheit wieder zurückkommt oder gar als Variante entstehen kann.

Deutschland beteiligt sich mit 100 Millionen Euro direkt an der Initiative und ist damit eine der größten Spendernationen für dieses Programm, von dem 142 Nationen profitieren. Das sind überwiegend arme Länder. Für die Reisebranche interessant ist, dass auch viele Touristendestinationen so an Impfstoffe kommen.

Zu den Empfängerländern über das Covax-AMC-Program (Advanced Market Commitment) gehören unter anderem Ägypten, die Fiji-Inseln, Indien, Indonesien, Kenia, die Malediven, Nepal, die Philippinen, Sri Lanka, Uganda und Vietnam.

Zuweilen sind auch reiche Länder schon lange Teil der Covax-Initiative. So bekommen auch Kanada, Katar, Neuseeland und Südkorea Impfdosen zugeteilt. Diese gelten aber als Self-Financing Participants. Im Unterschied zu AMC-Ländern finanzieren SFP-Länder ihre Dosen selbst, profitieren aber trotzdem von einer gerechteren Verteilung. In Europa gehen viele Dosen vor allem in die Balkanregion, sowohl unter dem AMC- als auch dem SFP-System.

SFP-Länder sind in der Tendenz allerdings ebenfalls finanziell weniger stark aufgestellte Nationen, die so das Vakzin zu einem fairen Preis bekommen. Einer der größten Abnehmer ist etwa Brasilien. Auch Malaysia, Mexiko, Iran und Jamaika profitieren von der Zuteilung.

Südafrika wird wegen Corona-Variante möglicherweise Impfdosen abgeben

Eine Ausnahme bleibt möglicherweise Südafrika als SFP-Staat. Aufgrund der dort dominanten Coronavirus-Variante 501Y.V2 alias B.1.351 wird derzeit diskutiert, den eigentlich zugeteilten Impfstoff von dort abzuziehen und an andere Länder zu verteilen.

Insgesamt wurden bis zum Mai 237 Millionen Impfdosen zugeteilt, wie aus einem separaten Dokument (PDF) zu entnehmen ist. Die Zuteilung folgt einem komplexen Prozess der Independent Allocation of Vaccines Group, der eine möglichst gerechte Verteilung sichern soll.

Fast alle Dosen kommen von Astra Zeneca direkt oder werden in Lizenz in Indien produziert. Astra Zeneca hat bereits früh zugesichert, viele Impfdosen ohne Profitabsicht zu produzieren. Nur 1,1 Millionen Dosen stellt Biontech bereit. Biontech verkauft seinen Impfstoff derzeit vor allem an reiche Länder. Er ist in armen Ländern allerdings auch schwer verteilbar, insbesondere um den Äquator herum. Die Ansprüche an die Kühlkette sind für das Biontech-Vakzin sehr hoch.

Erste Auslieferungen werden derzeit schon vorgenommen. Noch im Laufe der Woche will Gavi die Liste präzisieren. Dann sollen Zahlen bekannt gegeben werden, wie viele Dosen noch im März ausgeliefert werden und wie hoch die Anzahl je Land bis zum Mai 2021 sein wird.

Die Verteilung von Impfstoffen läuft weltweit immer noch langsam an. Nur wenigen, überwiegend reichen Nationen, gelang es bisher nennenswert Impfdosen zu verteilen.