Weise und Platzeck schlichten zwischen Lufthansa und Ufo

Ufo und Lufthansa sind weiter im Gespräch und haben nun Schlichter benannt. Der ehemalige Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, und Brandenburgs ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck sollen in dem langwierigen Konflikt vermitteln.

Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens, Schlichter Matthias Platzeck und Ufo-Sprecher Nicoley Baublies (v.l.). © dpa / Britta Pedersen

In den festgefahrenen Tarifkonflikt der Lufthansa-Flugbegleiter ist Bewegung gekommen. Beide Seiten haben am Montag Vorgespräche zu einer umfassenden Schlichtung geführt. Bis Donnerstag soll nun für die Kerngesellschaft Lufthansa ein umfangreiches Schlichtungsabkommen bei gleichzeitiger Friedenspflicht in vier Tochterunternehmen ausgehandelt werden, wie die Lufthansa und die Gewerkschaft Ufo am Dienstag berichteten.

Das Unternehmen benannte den früheren Präsidenten der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, als seinen Schlichter. Die Ufo will erneut den ehemaligen brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) bemühen, der bereits 2016 zwischen der Gewerkschaft und Lufthansa vermittelt hatte.

Wie Ufo und Lufthansa mitteilen, wolle man "im Sinne von Kunden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Eskalation in der laufenden Tarifauseinandersetzung" vermeiden. Beide Seiten wollten in den kommenden 48 Stunden intensiv daran arbeiten, einen gemeinsamen Weg in eine umfangreiche Schlichtung bei Lufthansa und gleichzeitiger Friedenspflicht bei ihren Konzerntöchtern zu erarbeiten.

Vorerst keine Arbeitskämpfe

Dies könne nach Ansicht von Lufthansa beispielsweise durch ein moderiertes Verfahren bei den Tochter Airlines Germanwings, Eurowings, Lufthansa Cityline und SunExpress gelingen. Beide Seiten haben für die Gespräche in den nächsten zwei Tagen Stillschweigen vereinbart.

Wie die Ufo mitteilt, werde man aufgrund der wiederaufgenommenen Gespräche am Donnerstag keine Arbeitskämpfe verkünden, sondern im besten Fall eine Lösung, im schlechtesten Fall ein Scheitern. "Im Falle eines Scheiterns beraten die UFO-Gremien dann über die weitere Vorgehensweise", so Daniel Flohr, stellvertretender Vorsitzender der UFO.

© Ufo, Lesen Sie auch: Lufthansa zieht Klage im Statusverfahren gegen Ufo zurück

In dem Konflikt hat es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa gegeben. Hier waren vor gut zwei Wochen rund 1500 Flüge mit rund 200.000 betroffenen Passagieren ausgefallen. Auch wurde eine bereits vereinbarte Schlichtung kurzfristig abgesagt.

Von: hr mit Material von dpa

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