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Luftfahrtjournalist und Vielflieger Andreas Spaeth mit Beobachtungen und Erlebnissen aus der weiten Welt der Luftfahrt. © airliners.de

Neulich habe ich eine Statistik in einer amerikanischen Zeitung gelesen: Was Passagiere alles tun oder behaupten, um von den Airlines am Boden oder an Bord besser behandelt zu werden. Denn natürlich ist Fliegen ein Massenverkehrsmittel, bei weit über zwei Milliarden Flugreisenden pro Jahr weltweit wäre etwas anderes auch gar nicht möglich. Aber wie stellt man es nun an, aus dieser Masse herauszustechen? Am oberen Ende der Skala ist das klar: Mit etlichen Zehntausend Flugkilometern in Premiumklassen pro Jahr ist man Inhaber verschiedener Platinum- oder HON-Circle-Karten und wird von den Airlines quasi auf Händen getragen. Aber das betrifft selbstredend nur einen mikroskopisch kleinen Prozentsatz aller Fluggäste.

Was aber tun die anderen? Die meisten fügen sich mangels Alternative stoisch in ihr Schicksal und lassen sich als Verschiebemasse ins Flugzeug und wieder heraus treiben. Nur wenige begehren auf, suchen Mittel und Wege, sich unverwechselbarer zu machen und damit eine bessere Behandlung zu ergattern. Die Statistik aus den USA listete folgende Argumentationen als Top drei auf: 1. „Passagiere die vorgeben, sie seien wichtig“, 2. „Passagiere die vorgeben, sie seien gesundheitlich angeschlagen“ und last but not least 3.: „Passagiere die behaupten, sie seien auf Hochzeitsreise.“

Die ersten beiden Strategien sind nicht sehr erfolgversprechend. Denn vorzugeben, man sei wichtig, ist normalerweise nur wenig glaubwürdig, solange es dafür nicht stichhaltige Beweise gibt: von schreienden Fans, die wegen einem die Ankunftshalle belagern, bis zu diskreten Vermerken, die die Protokollabteilung der Airline in die Buchung schreibt. Nur am Schalter oder Gate dem Personal entgegenzutreten mit der barschen Frage: „Wissen Sie nicht, wer ich bin? Ich will ein Upgrade!“, dürfte einen eher der Lächerlichkeit preisgeben als zum Ziel besserer Behandlung führen.

Ganz riskant ist die Argumentation mit der angeschlagenen Gesundheit nach dem Motto: „Ich habe starke Schmerzen im Bein, Sie müssen mich in die Business-Class setzen.“ Damit riskiert man vor allem, gar nicht fliegen zu dürfen, denn akute Blessuren bedeuten auch die Gefahr bedrohlicher Beschwerden während des Fluges. Sowas wollen Airlines um jeden Preis vermeiden – denn Ausweichlandungen wegen medizinischer Probleme an Bord sind extrem teuer. Unvergessen ist dabei die Notoperation, die einst an Bord eines Fluges von Virgin Atlantic mit einem zweckentfremdeten Drahtbügel als Instrument durchgeführt werden musste, nachdem eine Passagierin zu sterben drohte, die auf dem Weg zum Flughafen einen zunächst scheinbar glimpflich ausgegangenen Motorradunfall erlitten hatte. Singapore Airlines übrigens verfügt auf ihren A340-500, die mit rund 18 Stunden Dauer die längsten Nonstopflüge der Welt unternehmen zwischen Singapur und New York bzw. Los Angeles, über ein spezielles Staufach in der Galley für etwaige Leichen an Bord Verstorbener. Das habe ich mir schon mal selbst zeigen lassen - doch um diese Art von posthumer Sonderbehandlung geht es hier ja auch nicht.

Sondern um das wirkungsvollste Argument für die Besserbehandlung quicklebendiger Passagiere. Sie lassen am besten am Flughafenschalter ein im Duett geflötetes „Wir sind auf Hochzeitsreise!“ erklingen. Ganze Blogs versuchen sich im Netz an der Frage, ob es mit solchen Auftritten, ob authentisch oder nur vorgetäuscht frisch vermählt, für das glückliche Paar vielleicht ein Upgrading gibt. Die allgemeine Erkenntnis: Nein! Aber mit ein wenig Geschick, über ein Reisebüro oder direkte Kontakte vorab der Airline gesteckt, können Brautpaare schon auf kleine Privilegien hoffen.

So haben es jetzt meine Freunde Anna und Marco erlebt, die gerade in Florida auf Honeymoon waren. Sie hatten die Meilentickets nach Miami zur Hochzeit bekommen und Swiss dazu einen Hinweis. Die Schweizer, als kleine, feine Kranich-Tochter bedacht auf individuellen Kundenservice, ließen sich nicht lumpen. Obwohl Economy-Passagiere, wurden beide mit Schampus und Pralinen aus der Business-Kabine gepampert und erhielten als Geschenk sogar eine große Flasche edlen Schaumweins mit Glückwunschkarte.

Ich selbst bin vor Jahren mit Cathay Pacific in die Flitterwochen nach Australien entschwunden. Die kleine Torte, die meiner Frau und mir nach einem üppigen Menü mit besten Wünschen der Crew verehrt wurde, konnten wir allerdings kaum anrühren, so satt waren wir schon. Aber auch glücklich, diesmal nicht nur eine Buchungsnummer zu sein.  

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