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WDL-Partner Ego Airways startet später

WDL hat eine Maschine an die neue italienische Airline Ego Airways verleast. Die Italiener verschieben nun kurzfristig den Start. Für die deutsche Zeitfracht-Airline ist es nicht der erste Rückschlag mit einem Leasing-Kunden.

Leitwerk der Ego Airways. © AirTeamImages.com / Jan Severijns

Die neue italienische Regionalairline Ego Airways hat ihren Start auf unbestimmte Zeit verschoben, heißt es in italienischen Medienberichten. Zu viele Probleme sowie eine allgemein schlechtere Lage aufgrund der Corona-Pandemie sollen zu diesem Schritt geführt haben.

Wann die Airline die ersten Flüge aufnehmen wird, ist nicht bekannt. Ursprünglich wollte Ego ihren Flugbetrieb in diesem Dezember ab Mailand starten. Partner der Airline ist die deutsche Zeitfracht-Tochter WDL. Einen Embraer E190 der WDL haben die Italiener im Dry-Lease übernommen.

Ein Zeitfracht-Sprecher teilte gegenüber airliners.de mit, dass Ego weiterhin dabei sei, ein AOC von der italienischen Flugsicherheitsbehörde ENAC zu erhalten. Man gehe von einem Update in der kommenden Woche aus. Auswirkungen auf den Wet-Lease habe die Verschiebung nicht, teilte WDL mit.

Bei WDL rufen die Entwicklungen ungute Erinnerungen wach. Die Zeitfracht-Tochter hatte mit der schwedischen Regional-Airline Braathens Regional Airways schon einen Kunden an Corona verloren. Damals hatte man einen Wet-Lease-Deal über vier E190-Maschinen abgeschlossen. Startdatum wäre dieser Sommer gewesen. Der Vertrag hätte eine mehrjährige Laufzeit vorgesehen und die ersten Flugzeuge trugen bereits die Braathens Livery. Dann meldete Braathens coronabedingt Anfang April Insolvenz an und der Deal platzte.

© German Airways, Lesen Sie auch: German-Airways-Kunde Braathens meldet Insolvenz an

WDL fliegt für Air France und Sport-Charter

Die WDL-Flotte besteht aus fünf Maschinen vom Typ Embraer 190. Eine der Maschinen fliegt seit Anfang Juli für Air France im Wet-Lease und werde dies auch weiter tun, so der Sprecher. Mit den anderen drei Maschinen sei man derzeit im Charter-Geschäft unterwegs. So führt WDL aktuell unter dem Label "Teamflieger" Flüge von europäischen Fußball-sowie Baskestballmannschaften oder auch Formel 1-Teams zu den Sport-Events durch.

Neben WDL gehörte auch die Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) zur Zeitfracht-Gruppe. Beide Airlines wurden unter der Dachmarke "German Airways" vermarktet. Die LGW hat die Corona-Krise allerdings nicht überlebt, nachdem Eurowings einen Wetlease-Vertrag über 17 Dash-8 aufgrund eigener Probleme gekündigt hatte. Alle Arbeitsverträge bei LGW wurden zum Juli gekündigt und das Unternehmen wird abgewickelt. Zuvor hatte sich das Management bemüht, neue Wet-Lease Partner zu finden, allerdings ohne Erfolg.

Von: br

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