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Die unterschiedlichen Corona-Handgepäck-Bestimmungen der Airlines

In der Corona-Krise gelten besondere Regelungen für die Mitnahme von Handgepäck. Doch auch ohne Krise sind die Vorgaben so heterogen wie die Airlines und ihre Produkte. Eine Übersicht.

Handgepäck © dpa-tmn / Andrea Warnecke

Auf Anordnung der Bundespolizei gilt bei einigen Fluggesellschaften aktuell eine besondere Regel: Jeder darf nur ein Handgepäckstück mitnehmen. Dadurch sollen Stau beim Boarding vermieden und die Abstandsregel besser eingehalten werden.

Wenn der gebuchte Tarif mehr als ein Handgepäckstück beinhaltet, muss jedes weitere kostenlos aufgegeben werden und wird im Bauch des Flugzeugs transportiert. Bei Tuifly zum Beispiel dürfen Passagiere laut Airline nur ein Handgepäckstück mit an Bord nehmen. "Bitte verstauen Sie das Handgepäck möglichst unter Ihrem Vordersitz und nutzen Sie nicht die Fächer über den Sitzen", heißt es auf der Tuifly-Webseite. Der Handgepäckkoffer werde kostenlos im Frachtraum transportiert.

Doch auch neben den vorübergehenden Maßnahmen zum Umgang mit Handgepäck aufgrund der Corona-Krise sind die Regeln zur zulässigen Anzahl sowie zu Größe und Gewicht von Handgepäck je nach Airline oder auch gebuchtem Tarif unterschiedlich. Eine Übersicht zu den in Deutschland am stärksten vertretenen Fluggesellschaften:

Lufthansa

Bei der Kranich-Airline ist die Maximalgröße der Gepäckstücke für alle Reiseklassen gleich: 55 x 40 x 23 Zentimeter (cm). Ein faltbarer Kleidersack darf 57 x 54 x 15 cm groß sein. Wer Economy oder Premium Economy Class fliegt, darf ein solches Gepäckstück bis acht Kilo kostenlos mitnehmen. In der Business und First Class sind es zwei solcher Gepäckstücke. Unabhängig vom gebuchten Tarif ist ein kleines Gepäckstück oder ein persönlicher Gegenstand kostenfrei (30 x 40 x 10 cm).

Eurowings

Für alle Reisenden von Eurowings ist ein Handgepäckstück (55 x 40 x 23 cm) mit maximal acht Kilo Gewicht kostenlos. Im Best/Bizclass-Tarif sind zwei solcher Gepäckstücke inklusive. Bis vor Kurzem war in allen Tarifen auch ein weiteres kleines Gepäckstück oder ein persönlicher Gegenstand (40 x 30 x 10 cm) gebührenfrei. Das hat sich geändert: Im Basic-Tarif muss das zweite Gepäckstück nun kostenpflichtig hinzugebucht werden (ab sechs Euro).

Condor

Auch bei dem Ferienflieger ist nur ein kleines Gepäckstück (40 x 30 x 10 cm) für alle Passagiere kostenfrei. Ein größeres Gepäckstück (55 x 40 x 20 cm) ist in den Tarifen Economy Classic (bis acht Kilo) und Economy Best (bis zehn Kilo) inkludiert. Im Business-Tarif sind es sogar zwei Gepäckstücke (maximal je 16 Kilo). Wer Economy Light fliegt und zusätzliches Handgepäck mitnehmen möchte, muss das bis acht Stunden vor Abflug hinzubuchen (ab 9,99 Euro).

Ryanair und Laudamotion

Die Mitnahme einer kleinen Tasche oder eines Rucksacks ist bei Ryanair und Laudamotion gratis. Voraussetzung: Das Gepäckstück ist 45 x 36 x 20 cm groß und passt damit unter den Vordersitz. Wer eine größere Tasche oder einen Trolley mitnehmen will, muss draufzahlen.

© Ryanair, Lesen Sie auch: Urteil: Ryanair darf keine Gebühren für zweites Handgepäck erheben

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man bucht das Priority Boarding (ab sechs Euro), dann darf man ein kleines und ein größeres Gepäckstück an Board mitnehmen. Oder man bucht kostenpflichtig ein zusätzliches Gepäckstück dazu, das am Check-In-Schalter aufgegeben werden muss (ab acht Euro). Die großen Gepäckstücke dürfen nicht größer als 55 x 40 x 20 cm und schwerer als zehn Kilo sein.

Easyjet

Auch bei Easyjet ist ein Handgepäckstück (56 x 45 x 25 cm inklusive Griffe und Rädern) kostenlos. Eine Gewichtsbeschränkung gibt es nicht, doch das Gepäckstück sollte man ins Ablagefach heben können. Reisende mit Flexi-Tarif oder Besitzer der Easyjet-Plus-Karte dürfen zusätzlich eine kleine Tasche mitnehmen. Sie muss unter dem Vordersitz verstaut werden und darf deshalb die Maße von 45 x 36 x 20 cm nicht überschreiten.

Wizz Air

Nur ein kleines Gepäckstück bis zehn Kilo (40 x 30 x 20 cm) darf jeder kostenlos mit an Bord nehmen, es muss unter dem Vordersitz verstaut werden. Nur im Priority-Tarif (fünf bis 35 Euro Gebühr) ist ein weiteres, größeres Gepäckstück (55 x 40 x 23 cm) bis zehn Kilo gratis.

Tuifly

Ein persönlicher Gegenstand wie Hand- oder Laptoptasche ist bei Tuifly kostenlos. Auf Kurz- und Mittelstrecken im Pure- und Perfect-Tarif ist außerdem ein größeres Handgepäckstück (55 x 40 x 20 cm, maximal sechs Kilo) enthalten. Auf Langstreckenflügen in diesen beiden Tarifen dürfen das kleine und große Gepäckstücke insgesamt acht Kilo wiegen. Wer auf Langstrecken im Perfect-Tarif den Premium Seat bucht (ab 200 Euro), darf insgesamt maximal zehn Kilo mitnehmen.

Vueling

In den Flugzeugen des spanischen Billigfliegers darf jeder ein maximal zehn Kilo schweres Handgepäckstück (55 x 40 x 20 cm) und eine kleine Tasche (35 x 20 x 20 cm) gratis mitnehmen. Die kleinere Tasche muss unter dem Vordersitz verstaut werden können.

© dpa, Tobias Hase Lesen Sie auch: Italien erlaubt künftig nur noch kleines Handgepäck

Norwegian

In jedem Tarif ist ein persönlicher Gegenstand oder eine kleine Tasche (38 x 30 x 20 cm, bis zehn Kilo) kostenlos - dieses Gepäck muss unter den Sitz passen. In den Tarifen Lowfare+, Flex, Premium und Premiumflex sind ein weiteres Gepäckstück mit den Maßen 55 x 40 x 23 cm gratis. Im Lowfare-Tarif dürfen die beiden Gepäckstücke insgesamt maximal zehn Kilo wiegen. Beim Flex-, Premium- oder Premiumflex-Ticket sind es insgesamt 15 Kilo Gewicht.

Von: dk, dpa

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