airliners.de Logo

Hintergrund: Wartung und Überholung von Flugzeugen folgen strikten Regeln

Verkehrsflugzeuge werden regelmäßig gewartet und überholt. Wann welcher Check ansteht und was dabei gemacht wird.

Servicearbeiten an einem Airbus A320 bei Hamburg International Technik am Standort Friedrichshafen © Friedrichshafen Airport / Felix K
Servicearbeiten an einem Airbus A320 bei Hamburg International Technik am Standort Friedrichshafen © Friedrichshafen Airport / Felix Kästle
Wartungsarbeiten an einem Flugzeug durch Mitarbeiter von Lufthansa Technik © Lufthansa Technik
Eingang zum Gelände der Lufthansa Technik in Hamburg © airliners.de / Christian Höb

Verkehrsflugzeuge werden regelmäßig intensiv auf ihre technische Sicherheit überprüft, gewartet und überholt. Grundlage dafür sind gesetzliche Bestimmungen, Vorschriften der Behörden für Flugsicherheit, Garantiebedingungen der Flugzeughersteller und interne Regelungen der Fluggesellschaften selbst. Die Flugzeuge von Germanwings zum Beispiel werden von Lufthansa Technik gewartet, einer der weltweit führenden Gesellschaften für technische Dienstleistungen an Flugzeugen.

Lufthansa Technik nimmt die größeren Checks und Überholungen für den Airbus A320 vor allem an den Konzernstandorten Sofia und Budapest vor. Die technischen Standards seien an allen Standorten gleich, sagt ein Lufthansa-Sprecher.

Die Checks im Überblick

Grundsätzlich werden Flugzeuge vor jedem Flug gecheckt. Beim Preflight-Check überprüfen die Cockpit-Crew und Mechaniker das Flugzeug vor jedem Flug. Dabei konzentriert man sich auf von außen sichtbare Beschädigungen oder Lecks. Außerdem findet täglich der Ramp-Check statt. Dabei testen Mechaniker einzelne Funktionen des Flugzeugs, kontrollieren die Reifen und Bremsen und füllen bei Bedarf Öl und Hydraulikflüssigkeit nach.

Alle 350 bis 750 Flugstunden muss eine Maschine zum ausführlicheren A-Check. Er umfasst neben den allgemeinen Kontrollen im Inneren und an der Flugzeughülle weitere Service-Checks sowie Triebwerks- und Funktionskontrollen.

Detaillierter ist die Wartung des Flugzeuges beim C-Check. Er umfasst gründliche Kontrollen innen und außen sowie eine intensive Überprüfung von Strukturen (tragende Bauteile an Rumpf und Tragflächen) und Funktionen. Dabei suchen die Techniker zum Beispiel mit Ultraschallverfahren Risse in kritischen Bauteilen. Für den C-Check bleibt ein Flugzeug bis zu fünf Tage in der Wartungshalle. Der letzte C-Check für bei der verunglückten A320 der Germanwings war im Sommer 2013.

Zwei bis vier Wochen dauert der IL-Check (Intermediate Layover Check), der alle drei bis fünf Jahre ansteht. Dazu werden Großbauteile wie Landeklappen demontiert, um einen einfacheren Zugang zur Kontrolle der Rumpf- und Flügelstruktur zu erhalten. Parallel testen die Techniker zahlreiche Geräte und Systeme und reparieren sie bei Bedarf. Die Kabinenbauteile wie beispielsweise Sitze, Küchen oder Toiletten werden zudem komplett überholt und das Flugzeug gegebenenfalls neu lackiert.

A340 beim D-Check in Hamburg Foto: © airliners.de, Christian Höb

Beim D-Check wird die Maschine ungefähr alle zehn Jahre völlig auseinandergenommen und Teil für Teil gründlich untersucht. Dabei werden Ultraschall- und Wirbelstromsonden eingesetzt. Diese Prüfungen decken Materialermüdung, Haarrisse oder sonstige Schäden auf. Wenn das Flugzeug nach rund vier Wochen das Dock wieder verlässt, ist nicht nur alles repariert oder ausgetauscht, was abnutzen kann. Vielmehr werden auch die vom Hersteller in den vergangenen Jahren herausgebrachten Produktverbesserungen bei Technik und Passagierkomfort eingebaut. Ein D-Check bedeutet 30.000 bis 50.000 Arbeitsstunden.

Von: airliners.de, dpa

Lesen Sie jetzt

Lesen Sie mehr über

Technik MRO Germanwings 4U9525