airliners.de Logo
Ab sofort greift der neue Winterflugplan. Er gilt bis Ende März. © AirTeamImages.com / Tom Kool
Das Forschungsflugzeug HALO des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) fliegt auf dem Gelände der DLR in Oberpfaffenhofen (Bayern) bei einem Wirbelschleppenversuch über maschinell erzeugten Rauch. © dpa / Karl-Josef Hildenbrand
Computerdarstellung der Wirbelschleppenstruktur kurz vor einer Landung. © DLR

Was passiert eigentlich hinter einem startenden oder landenden Flugzeug? Es ist eine Menge - und bei Piloten und Fachleuten gefürchtet: Jedes Flugzeug hinterlässt turbulente Luftverwirbelungen, sogenannte Wirbelschleppen. Die einzige Lösung, um nachfolgende Flugzeuge zu schützen, sind große Sicherheitsabstände. Experten wollen das nun ändern - mit einem neuen Warnsystem.

Denn die Wirbelschleppen sind zwar unerwünscht, physikalisch aber unvermeidlich. Und sie sind gefährlich, wenn ein nachfolgendes Flugzeug in eine solche Luftverwirbelung gerät. «Solche Vorfälle sind häufig, aber es gibt relativ wenig Unglücke», betont Professor Stefan Levedag, der das Institut für Flugsystemtechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig leitet und mit seinem Team an dem Warnsystem tüftelt.

Sicherheitsabstände nach Flugzeuggröße gestaffelt

Der Grund dafür, dass so wenig passiert, sind die Sicherheitsabstände zwischen startenden und landenden Flugzeugen. Diese Abstände sind nach Flugzeuggröße gestaffelt. Landet beispielsweise ein kleineres Flugzeug hinter einem Jumbojet, muss es einen Abstand von bis zu 15 Kilometern einhalten. Dennoch gibt es Unfälle. Der schwerste: Im November 2001 stürzt kurz nach dem Start in New York ein Airbus ab, der in eine Wirbelschleppe geraten ist und - auch als Folge einer Vorschädigung - sein Seitenleitwerk verliert. 260 Menschen sterben.

Wirbelschleppen entstehen durch die Luft, die an den Tragflächen entlangströmt. Ihre Größe und Intensität hängen von Spannweite der Tragflächen, von der Geschwindigkeit und vom Gewicht des Flugzeugs ab. «Wenn ein Flugzeug beispielsweise langsamer fliegt, wird die Wirbelschleppe stärker», erklärt Levedag. Also sind die Gefahren beim Landeanflug oder beim Start am größten. Eine Wirbelschleppe hält sich bis zu einigen Minuten, kann je nach Windrichtung auch seitlich abdriften, sinkt dann ab und zerfällt schließlich.

Viele Daten fließen in die Berechnung ein

Die Lösung der Forscher: Sie entwickeln ein System, bei dem mit Hilfe von Flug-, Positions- und aktuellen Wetterdaten fortlaufend die sich ständig verändernde Wirbelschleppe eines Flugzeugs und die Gefahrenzone für das nachfolgende Flugzeug berechnet werden. Dies wird dem Piloten des nachfolgenden Flugzeugs auf einem Display angezeigt, damit er reagieren kann. Berücksichtigt werden auch die technischen Daten des jeweiligen Flugzeugtyps, das Abfluggewicht der Maschine, seine aktuelle Geschwindigkeit und Höhe sowie die Wetter- und Windverhältnisse.

«Wir haben das System schon mehrfach getestet», erzählt Levedag. Und zwar beispielsweise im April mit zwei Forschungsflugzeugen in großer Höhe im gesperrten Luftraum über Mecklenburg. Dabei wird ein Flugzeug immer wieder in den Rand der Wirbelschleppe der ersten Maschine geflogen, um die Berechnungen zu überprüfen. Das Ergebnis: «Die Berechnungen sind ausreichend genau, hängen aber vom Wetter ab. Bei größeren Turbulenzen wird es schwieriger», sagt Levedag. Die DLR-Forscher arbeiten außerdem an einem zweiten System, das die Wirbelschleppen mit Lasersensoren genau vermessen soll.

© DLR, Lesen Sie auch: DLR-Forscher testen Wirbelschleppen-Warnsystem

Die Piloten horchen auf, wenn von diesen Systemen die Rede ist: «Das Warnsystem der DLR ist vielversprechend und ein guter Schritt in die richtige Richtung», urteilt Markus Wahl von der Pilotenvereinigung Cockpit. Aber: Noch müsse einige Forschungsarbeit geleistet werden, bevor ein Einsatz im Flugbetrieb möglich sei. Ein solches System müsse nicht nur zuverlässig vor Wirbelschleppen warnen, sondern auch sinnvoll in die Cockpit-Instrumente integriert werden.

Laut Levedag könnten derartige Warnsysteme nicht nur die Sicherheit beim Fliegen verbessern, sondern auch die Kapazitäten von Flughäfen erhöhen. Das heißt: Fallen die notwendigen Sicherheitsabstände geringer aus, können mehr Flugzeuge starten und landen - ohne zusätzliche Start- und Landebahnen oder neue Flughäfen. Nach Angaben des Experten wird der weltweite Luftverkehr jährlich zwischen fünf und acht Prozent wachsen. «Der Bau neuer Flughäfen ist wegen der Bürgerproteste kaum noch möglich. Das wäre eine Alternative», meint Levedag.

© DLR, Lesen Sie auch: DLR testet neues Verfahren zur Minderung von Wirbelschleppen

Interessante Einträge aus dem airliners.de-Firmenfinder

Hamburg Aviation

Für die Luftfahrt in der Metropolregion Hamburg.

Zum Firmenprofil

Schule für Touristik Weigand GmbH & Co. KG

Schulung für Luftfahrt und Tourismus

Zum Firmenprofil

STI Security Training International GmbH

Wir trainieren Ihre Sicherheit.

Zum Firmenprofil

AHS Aviation Handling Services GmbH

The perfect team for every stop

Zum Firmenprofil

RBF-Originals.de

Ihr Spezialist für "Remove Before Flight"-Anhänger

Zum Firmenprofil

DEKRA Akademie GmbH Aviation Services

Weiterbildung? Mit Sicherheit.

Zum Firmenprofil

AviationPower Group

Für jede Flugroute die passenden Jobs.

Zum Firmenprofil

ADV Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen e.V.

Unsere Flughäfen: Regionale Stärke, globaler Anschluss

Zum Firmenprofil

MTU Aero Engines AG

Thinking ahead - the future of aviation now

Zum Firmenprofil

Angebote und Dienstleistungen aus dem airliners.de-Firmenfinder
OTS Online - Trainingssoftware
OTS Online - Trainingssoftware STI Security Training International GmbH - Das Original geht online Die global etablierte OTS Software zur Röntgenbildauswertung ist auch online verfügbar. Schulen Sie Ihre Mitarbeiter ortsu... Mehr Informationen
Jumbo-Originals - Remove Before Flight - 1 Stück
Jumbo-Originals - Remove Before Flight - 1 Stück RBF-Originals.de - **1 Jumbo-Originals-Anhänger aus sehr widerstandsfähigem, mit Nylon-Faser verstärktem Spezial-PVC.** Das Schmutz, Sonne und Wasser abweisende Material... Mehr Informationen
GTS German Travel Service – Experts for Business Travel
GTS German Travel Service – Experts for Business Travel GAS German Aviation Service GmbH - At GAS we offer more than just the ordinary. You can not only rely on our longtime experience in ground handling and our expert team handling our fuel... Mehr Informationen
Tourismuskaufmann/frau (für Privat- und Geschäftsreisen) IHK - Umschulung
Tourismuskaufmann/frau (für Privat- und Geschäftsreisen) IHK - Umschulung SFT Schule für Tourismus Berlin GmbH - Die Umschulung richtet sich an alle, die einen neuen Beruf erlernen wollen und in der Tourismusbranche arbeiten möchten. Mehr Informationen
Umschulung mit TRAINICO – Wagen Sie den beruflichen Neustart
Umschulung mit TRAINICO – Wagen Sie den beruflichen Neustart TRAINICO GmbH - Eine Umschulung mit IHK-Abschluss dauert mindestens 24 Monate und beinhaltet ein Praktikum, das Ihnen die Möglichkeit gibt, Ihr Wissen auszuprobieren... Mehr Informationen
AviationPower Business Services
AviationPower Business Services AviationPower Group - ANSPRUCHSVOLLE PERSONALLÖSUNGEN FÜR EINE ANSPRUCHSVOLLE BRANCHE. Durch unsere langjährige Erfahrung im Personalbereich sind wir in der Lage anspruchs... Mehr Informationen
ch-aviation ACMI report
ch-aviation ACMI report ch-aviation GmbH - Get a complete overview of all long-term ACMI deals Find or sell an ACMI aircraft with our extensive ACMI deal database If you have an aircraft you w... Mehr Informationen
ADV Gerätebörse
ADV Gerätebörse ADV Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen e.V. - Vom Friction Tester über Schlepper, Winterdienstfahrzeuge, Treppen, Röntgenstrecken bis zum Flugfeldlöschfahrzeug. In der ADV-Gerätebörse finden Sie g... Mehr Informationen