airliners.de Logo

Warnstreiks an Berliner Flughäfen

Das Bodenpersonal an den Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel ist am Donnerstagnachmittag unerwartet für drei Stunden in den Streik getreten. Wie die Gewerkschaft Verdi erklärte, sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen der Grund für den erneuten Warnstreik.

Streik des Bodenpersonals am Flughafen Berlin-Schönefeld am 17.6.2010 © dpa / B. Settnik
Streik des Bodenpersonals am Flughafen Berlin-Tegel am 17.6.2010 © dpa / R. Schlesinger
Streik des Bodenpersonals am Flughafen Berlin-Schönefeld am 17.6.2010 © dpa / B. Settnik
Streik des Bodenpersonals am Flughafen Berlin-Tegel am 17.6.2010 © dpa / R. Schlesinger

Der Tarifkonflikt um die Entlohnung des Bodenpersonals an den Berliner Flughäfen spitzt sich erneut zu. Die Beschäftigten traten am Donnerstagnachmittag in Tegel und Schönefeld in einen dreistündigen Warnstreik, wie ein Verdi-Sprecher mitteilte. Es sei mit Beeinträchtigungen des Flugverkehrs zu rechnen. Hintergrund seien die festgefahrenen Tarifverhandlungen bei den drei großen Bodenverkehrsdienstleistern auf den Berliner Flughäfen.

An der befristeten Arbeitsniederlegung nahmen Beschäftigte der Firmen Globe Ground (GGB), Ground Service International (GSI) und Acciona teil. Die Aktion war im Unterschied zum ersten Warnstreik diesmal erst kurz vor Beginn angekündigt worden. Damit reagiere die Gewerkschaft auf die damalige «massive Einschüchterung» von Streikenden und den Einsatz von Streikbrechern. Ende Mai hatten sich rund 400 Mitarbeiter beteiligt. Damals fielen 32 von rund 180 Flügen aus.

Die Arbeitgeber von GGB/GSI hätten sich seit der Verhandlungsrunde am 9. Juni «stur» gestellt und geweigert, «trotz erheblicher Gewinne» in den Vorjahren «ihr mageres bisheriges Angebot zu verbessern», kritisierte Verdi-Verhandlungsführer Michael Walter. Bei GGB und deren Tochterunternehmen GSI sind insgesamt knapp 1.800 Menschen tätig.

Auch bei den Verhandlungen für die rund 300 Beschäftigten der Firma Acciona gebe es keine Signale der Arbeitgeberseite, die geplanten 20-prozentigen Einkommenskürzungen zurückzunehmen und die alten Tarifverträge wieder unverändert in Kraft zu setzen, sagte der Verdi-Sprecher.

Die Qualität und die Sicherheit der Flugzeugabfertigung an den Berliner Flughäfen dürften jedoch «keinem ruinösen Lohndumping geopfert werden». Die Beschäftigten aller drei Unternehmen kämpften um gleiche und gute Arbeitsbedingungen.

Zur kurzen Vorankündigungsfrist des Warnstreiks sagte Verdi: «Wir bedauern dies, diese Taktik ist allerdings wegen des Verhaltens der Arbeitgeberseite unabdingbar.» Walter betonte, es könne zu Verzögerungen bei der Flugabfertigung kommen, die Sicherheit der Fluggäste sei aber «nicht gefährdet».  

Von: ddp, AFP

Lesen Sie jetzt

Als die Welt bis 2020 noch ein Dorf war

Gastbeitrag Corona verändert die Weltwirtschaft grundlegend. Wird man in zehn Jahren feststellen, dass der Luftverkehr, wie wir ihn bislang kennen, nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems war? Diese "Rückwärts-Prognose" der Frankfurt University of Applied Sciences hat viele interessiert.

Lesen Sie mehr über

Fluggesellschaften Flughäfen Berlin Management Dienstleister Industrie Personal Verdi Globeground