Flughafen Hamburg: Einigung mit Verdi-Konkurrenzgewerkschaft

Der Flugverkehr am Hamburg Airport läuft wieder planmäßig, nachdem durch den gestrigen Verdi-Warnstreik der Bodenverkehrsdienstmitarbeiter rund 50 Flüge gestrichen wurden. Jetzt meldet der Flughafen eine Einigung.

Ein Verdi-Mitglied steht im Hamburger Flughafen. © dpa / Georg Wendt

Nach dem Warnstreik des Bodenpersonals am Airport Hamburg ist der Flugbetrieb am Freitag wieder ohne Verzögerungen angelaufen. "Der Flugverkehr läuft wieder normal. Zurzeit gehen wir weder von Verzögerungen noch von streikbedingten Streichungen aus", sagte eine Flughafen-Sprecherin.

Im Konflikt über Einkommenszuwächse für das Bodenpersonal haben sich Vertreter des Flughafens in der fünften Verhandlungsrunde jetzt mit der Verdi-Konkurrenzgewerkschaft DBB/Komba geeinigt. Vereinbart worden seien eine Lohnerhöhung von mehr als sieben Prozent und ein Einstiegsgrundlohn von zwölf Euro während der Vertragslaufzeit, teilte das für Bodenverkehrsdienste am Hamburger Airport zuständige Tochterunternehmen HAM Ground Handling am Freitag mit. Weiterhin seien zusätzliche Vereinbarungen zur Absicherung außertariflicher Sozialleistungen getroffen worden.

Eine Sprecherin der HAM Ground Handling erklärte, die Auseinandersetzung mit der anderen Gewerkschaft, Verdi, werde am 20. März in einer sechsten Verhandlungsrunde fortgesetzt.

Die Gewerkschaft Verdi hatte die rund 950 Beschäftigten der Gepäck- und Flugzeugabfertigung für Donnerstag zum Warnstreik aufgerufen. Zwischen 12:30 Uhr und 00:00 Uhr legten nach Verdi-Angaben rund 150 Mitarbeiter der Bodenverkehrsdienste ihre Arbeit nieder. Dadurch mussten 27 Starts und 27 Landungen von insgesamt 251 Flügen gestrichen werden.

In der von der HAM Ground Handling auch mit Verdi angestrebten Tarif-Laufzeit von 24 Monaten werde für die Anlerntätigkeit ein Einstiegsgehalt erreicht, das deutlich über zwölf Euro liege, bekräftigte Noack. "Wir sind bis an die Grenze dessen gegangen, was bei den Bodenverkehrsdiensten im derzeitigen Luftverkehrsmarkt wirtschaftlich leistbar ist".

Verdi wirft Flughafen Gewinne auf Kosten des Personals vor

Verdi hält dem flughafeneigenen Bodenverkehrsdienstleister und der Stadt derweil die Gewinne des Flughafens von knapp 47 Millionen Euro (2017) vor und verlangt, hiervon Abstriche zugunsten des Personals zu machen. Nach europäischen Richtlinien sei es aber verboten, die Bodenverkehrsdienstleistungen durch Mittel der Muttergesellschaft zu subventionieren, hält der Ground-Handling-Chef dieser Forderung entgegen.

Der Warnstreik von Verdi mitten in den Hamburger Ferien sei völlig verantwortungslos und sozial zutiefst ungerecht, sagte der Geschäftsführer der HAM Ground Handling, Christian Noack. "Verdi trifft damit vor allem die jetzt reisenden Familien." In der Tochterfirma des städtischen Flughafens sind die Bodenverkehrsdienste "GroundStars", "STARS" und "CATS" gebündelt.

Die Bodenverkehrs-Mitarbeiter der Dienstleistungsbetriebe hatten durch einen Ausstand bereits am 4. Februar den Flughafen für einen Tag lahmgelegt. Grund für die beiden Ausstände waren die festgefahrenen Tarifverhandlungen.

Von: br, dh mit Material von dpa

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