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Passagiere warten am 17.5.2010 am Flughafen Amsterdam © dpa, T. Kluiters

Passagiere, die auf Bänken die Nacht im Flughafen verbringen, lange Warteschlangen vor den Schaltern, annullierte Flüge - die Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjöll hat den Flugverkehr in Europa erneut behindert. Betroffen waren am Montag vor allem die Niederlande und Großbritannien, rund tausend Flüge sollten europaweit ausfallen.

London und Amsterdam wieder offen

Erst ab dem Morgen wurden Heathrow und Gatwick schrittweise wieder geöffnet, Schiphol folgte um 13.00 Uhr. Wegen der zahlreichen Annullierungen und Verspätungen in den Niederlanden und Großbritannien kam es auch in anderen Ländern zu Beeinträchtigungen, darunter auch in Deutschland. Flugpassagiere waren aufgerufen, sich über den Stand ihrer Flüge zu informieren.

Am Vormittag wurden auch der vorübergehend gesperrte Flughafen von Ostende und der belgische Luftraum über der Nordsee wieder freigegeben.

Deutschlands Flughäfen bleiben geöffnet

Deutsche Flughäfen bleiben von der Aschewolke aus Island voraussichtlich vorerst verschont. Zu dieser Einschätzung kommt der Deutsche Wetterdienst (DWD). Den neuesten Daten zufolge bestehe «bis in die kommende Nacht 0.00 Uhr für die deutschen Flughäfen keine Gefahr», sagte die Leiterin der DWD- Luftfahrtberatungszentrale, Sabine Bork, der Nachrichtenagentur dpa am Montag.

In den nächsten Tagen werde sich das Problem außerdem wieder abschwächen, weil «wir über Island eine südwestliche Strömung bekommen. Das heißt, die Aschewolke ist nicht weg, aber eben nicht in Mitteleuropa, sondern wird irgendwo aufs Nordmeer hinausgetrieben.»

Airlines kritisieren Flugverbot

Airlines, die massive Verluste verkraften müssen, kritisierten erneut das Flugverbot. Der Präsident von Virgin Atlantic, Richard Branson, nannte zum Beispiel die Schließung von Manchester «einen Witz». Ein Sprecher von British Airways sagte, die Fluggesellschaften sollten selbst entscheiden dürfen, ob sie fliegen oder nicht. Der derzeitige Ansatz sei «zu restriktiv». Die britische Luftfahrtbehörde CAA verteidigte jedoch die Entscheidung, da die Sicherheit der Menschen oberste Priorität habe.

Weitere Informationen:

Karte der Vulkanasche-Wolke des britischen Wetterdienstes Met Office