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Luftfahrtjournalist und Vielflieger Andreas Spaeth mit Beobachtungen und Erlebnissen aus der weiten Welt der Luftfahrt. © airliners.de

Gute Vorsätze zum neuen Jahr dienen dazu, mal zu fokussieren, was man gern erreichen würde. Ich will 2011 endlich mal ohne Bruchlandung Ballonfahren. Und ich bin Optimist und habe mich gerade angemeldet, Ende Januar nach Chateau d’Oeux in der Schweiz zu fahren, dort ist wie jedes Jahr das größte Winter-Ballontreffen in den Alpen. Diese Anmeldung ist für mich durchaus ein Akt der Selbstüberwindung, nach allem was ich erlebt habe. Es gibt fast keine schönere Form, am Himmel unterwegs zu sein, gerade wenn man das sonst nur eingepfercht in einer Aluminiumröhre erlebt. Die farbenfrohen Ballons, der grandiose Ausblick, das sanfte Dahinschweben, der fauchende Brenner –es kann so schön sein. Besonders im Winter, über verschneiten Landschaften, bei glasklarem Licht, kann ich mich diesem Zauber kaum entziehen.

Aber bisher war es mir nicht vergönnt, das Vergnügen wirklich als solches zu genießen. Zu kläglich endeten meine Ballonfahr-Versuche im Winter. Dabei habe ich schon tagelanges Extrem-Ballonfahren in der Sahara von Tunesien überstanden, inklusive stundenlangem Warten im heißen Sand und dann dauerndem Ausbuddeln des Begleitfahrzeugs. Aber mein Traum vom Ballonfahren im Winter endete gleich beim ersten Mal peinlich.

Es war im Schweizer Wintersportort Arosa, ein Ballonevent. Dutzende Ballons wuchsen majestätisch in den makellos blauen Himmel über dem zugefrorenen See mitten im Zentrum. Die ersten waren schon aufgestiegen, hoch oben sah ich ihnen neidisch hinterher, wie sie die ersten Alpengipfel scheinbar spielerisch unter sich ließen. Dann war meine Ballongruppe an der Reihe. Ich schwang mich voller Abenteuerlust in den Weidenkorb, wo wir uns zu fünft hineindrängten. Unter den neugierig-bewundernden Augen der Wintertouristen hoben wir mit einem sanften Ruck vom See ab.

Aber irgendwie wurde es nichts mit einem schwungvollen Aufstieg. Zunächst war ein Kiefernwald zu passieren, oberhalb davon lockte eine sonnige Freifläche. Schon den Wald unter uns zu lassen war extrem mühsam. Nur knapp kamen wir über die Baumspitzen hinweg. Auf den Spazierwegen blieben verschreckte Wanderer stehen, als wir nur wenige Meter über ihren Köpfen mühsamst Höhe zu gewinnen suchten. Und dann nahm das Desaster seinen Lauf: Irgendwie war die Luft zu warm, unser ohnehin nur minimaler Auftrieb brach zusammen. Ehe wir es uns versahen rammten wir mit dem Korb in die Seitenwand eines Heuschobers und landeten alle durcheinander purzelnd im Tiefschnee daneben. Als wir uns die weißen Flocken aus den Augen geklopft hatten sahen wir die mitleidigen Blicke der Spaziergänger. Was für ein schmählicher Abgang der eben noch heldenhaft erscheinenden Ballonfahrer. Peinlich berührt machte ich mich zu Fuß auf den Weg zurück in den Ort.

Dann letztes Jahr ein neuer Versuch. Das größte arktische Ballontreffen hatte mich nach Lappland in Nordfinnland gelockt, nach Levi, den wichtigsten Wintersportort dort. Es herrschten um die minus 25 Grad Celsius tagsüber. Um die richtigen Winde zu nutzen fuhr der Konvoi der Ballonfahrer mit ihren Autos erstmal eine Stunde in die tief verschneite Wildnis. Diesmal hatte ich mich dem erfahrensten aller anwesenden Ballonfahrer anvertraut, einem in Finnland lebenden Österreicher.

Wir mussten erstmal bis zum Bauch im Schnee stehend ein paar Birken absägen, ehe wir unseren Ballon aufrichten konnten. Dann ging es zügig an den arktischen Himmel, unter uns war es flach und weiß, ein paar zugefrorene Seen, weite Wälder, der Flughafen von Kittilä, ein ehemaliger Militärplatz, wo jetzt im Winter die Charterflieger aus England und Holland einfallen. Schließlich im Sinkflug über den großen platten Pfannkuchen von Hügel hinweg, der das Hauptskigebiet von Levi ist.

Unser Pilot suchte bereits nach einem Landeplatz, als das Drama begann: Im Schatten des Berges herrschte eine Inversionswetterlage, der Auftrieb brach unvermittelt zusammen. Es gab keine Warnung, bevor wir mit Wucht in die Kiefern knallten. Zweige prasselten, Schnee stob, Stämme barsten, wir duckten uns und wussten nicht wie uns geschah. Dann Stille. Wir lagen wieder mal im Tiefschnee, zum Glück unverletzt. Der Ballon hing zerfetzt in den Baumkronen.

Es war bitterkalt, was für ein Segen dass man uns vorher genötigt hatte, uns in spezielle Polaroveralls und kniehohe Stiefel zu quälen. Meine Wasserflasche war im Nu solide gefroren, es dauerte Stunden, bis wir von Motorschlitten eingesammelt wurden. Aber ich gebe die Hoffnung auf eine romantisch-winterliche Ballonfahrt mit Happy End nicht auf. Ob sich in Chateau d’Oeux endlich mein Traum erfüllt?

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