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Die Bezeichnung Operations (OPS) wird in der Luftfahrt für unterschiedliche Aufgaben verwendet. © AirTeamImages.com/airliners.de / JHribar/Montage: airliners.de

Der englische Begriff Operations - abgekürzt auch OPS genannt - bezeichnet zunächst einmal ganz schlicht und einfach den Betrieb einer Sache. Innerhalb eines Unternehmens ist dies typischerweise die Abteilung, durch die die Herstellung eines Produktes oder die Ausführung einer Dienstleistung erfolgt. Die Abteilung Operations unterscheidet sich damit betriebswirtschaftlich betrachtet von den strategischen und administrativen Abteilungen eines Unternehmens.

Der Unternehmensgegenstand einer Fluggesellschaft ist in der Regel nicht die Herstellung eines Produktes, sondern der Transport eines Passagiers oder eines Frachtstückes. Damit das reibungslos klappt, bedarf es weiterer Dienstleistungen. Etwa das Bereitstellen der entsprechenden Infrastruktur durch Flughäfen. Eine besondere Rolle haben insbesondere Abfertigungsunternehmen, die direkte Arbeiten am und um das Flugzeug ausführen und überwachen. Die Bezeichnung Operations wird also innerhalb der Luftfahrt für unterschiedliche Aufgaben verwendet.

Der Ramp Agent ist die Verbindungsperson

Ein Anbieter von Abfertigungsdienstleistungen wird, sofern nur wenige Flüge abgefertigt werden, alle notwendigen Arbeiten durch eine einzelne Abteilung ausführen. Bei einer größeren Anzahl von abzufertigenden Flügen unterteilen Abfertigungsunternehmen ihre OPS-Abteilungen in der Regel nach Aufgaben:

Die Abteilung "Flight Operations" bereitet dabei den Flug vor. Dazu gehört etwa das Erstellen eines Flugdurchführungsplanes, der die Kraftstoffbedarfsrechnung umfasst sowie die Zusammenstellung der Wetter- und Streckeninformationen. Zudem kümmert sich "Flight Operations um die Abflugzeitfenster (Slots). "Ground Operations" sammelt und verteilt dagegen alle zur Abfertigung notwendigen Informationen und erstellt Ladepläne.

"Cargo Operations" ist mit Annahme und Vorbereiten zum Lufttransport vorgesehener Fracht beauftragt, während "Passenger Operations", oft auch als "Passage" bezeichnet, die Abfertigung der Passagiere durchführt.

© Matthias Baier

Über den Autor

Matthias Baier ist Verkehrsflugzeugführer sowie Lehrer bei der Schule für Touristik in Frankfurt. Auf airliners.de veröffentlicht der Airline-Operations-Experte Basiswissen-Tutorials, die auf seinem Fachbuch "Operations" basieren. Alle Tutorials "Basiswissen Airline Operations" lesen.

Der Bereich "Ramp Operations" umfasst derweil die Koordination aller Abfertigungsvorgänge auf dem Vorfeld und stellt den "Ramp-Agenten", der treffenderweise zum Teil auch als "Turnaround Coordinator" bezeichnet wird. Diese Mitarbeiter haben eine besondere Stellung inne: Bei ihnen handelt es sich um die Verbindungspersonen zwischen dem am und im Flugzeug tätigen Personal (Besatzung, Tankwart, Mechaniker, Lademannschaft, Reinigungsmannschaft, Verpflegungslieferanten und Flugsteigagenten) sowie den anderen OPS-Abteilungen.

Auch Flughäfen unterteilen oft nach den bisher genannten Abteilungen, sofern sie diese Dienste als eigenständiger Abfertiger durchführen. Als Anbieter der Infrastruktur ist die Abteilung "Flight OPS" hier typischerweise mit dem Ermöglichen des Flugbetriebes betraut. Dazu gehören die Bereitstellung von Flugzeug-Parkpositionen und das Instandhalten des Vorfeldes.

Bei Fluggesellschaften wird "Operations" hingegen etwas anders verstanden. So ist die Abteilung "Ground Operations" hier für die Erstellung der Vorschriften notwendiger Abfertigungsabläufe und die Überwachung ihrer Einhaltung verantwortlich. Zu den Aufgaben der"Flight OPS"-Abteilung bei Fluggesellschaften gehören auch die Erstellung von Betriebsanweisungen zum Betrieb eines Flugzeuges, die Trainingsabteilung und die Crew-Einsatzplanung. Auch das Erstellen von Flugdurchführungsplänen erfolgt hier, sofern keine externe Firma damit beauftragt ist. Eine "Ramp OPS"-Abteilung ist bei Fluggesellschaften normalerweise nicht vorgesehen, es sei denn die Fluggesellschaft führt die notwendigen Abfertigungsvorgänge selbst durch.

Flugzeugabfertigung wird minutiös getaktet

Nur in der Luft verdient eine Fluggesellschaft Geld. Die Bodenzeit eines Flugzeuges ist dagegen für jede Fluggesellschaft mit immensen Kosten verbunden. Schon aus diesem Grund ist eine gut funktionierende Flugzeugabfertigung (auch "Ground Handling" genannt) für den Erfolg einer Fluggesellschaft und somit der gesamten Luftfahrtindustrie von zentraler Bedeutung. Entscheidend für die Flugzeugabfertigung ist deswegen, dass notwendige Informationen zuverlässig verarbeitet und rechtzeitig zur Verfügung stehen und dass bei Schwierigkeiten flexibel gehandelt werden kann.

Flugzeugabfertigung bedeutet, in kürzester Zeit eine Vielzahl von Dienstleistungen zu erbringen. Dabei greifen Aufgabenbereiche ineinander wie in einem komplizierten Räderwerk, das perfekt funktionieren muss. Der Grund dafür ist klar: Probleme in der Planung oder Disposition wirken sich sehr schnell auf andere Bereiche aus. Einen durch einen Aufgabenbereich verursachten Fehler kann dementsprechend zu einer insgesamt fehlerhaften Abfertigung führen oder diese gar unmöglich machen.

Die Arbeitsabläufe sind minutiös mit Hilfe der Netzplantechnik, einem Planungswerkzeug des Projektmanagements, vorgeschrieben. Diese Diagramme zeigen genau, in welcher Zeitspanne welche Aktivitäten zu erfolgen haben. Reinigung, Verpflegung, Passagiere, Be- und Entladung, Betanken, Wartungsarbeiten am Flugzeug, all das wird mehr oder weniger gleichzeitig durchgeführt. Eine genaue Planung der Ausführung dieser Arbeiten ist deshalb notwendig, da sich einzelne Tätigkeiten gegenseitig stören oder unmöglich machen können.

Schon Stunden vor dem Flug geht die Planung los

Ziel der Flugzeugabfertigung ist also, unabhängig von Tageszeit und Wetterbedingungen, die Minimierung der Bodenzeit bei gleichzeitiger Durchführung aller bodenseitigen Arbeiten für einen erfolgreichen nächsten Flug. Und so stehen schon Stunden vor jedem Flug etliche Aufgaben für die verschiedenen Operations-Abteilungen an:

Spätestens drei Stunden vor Abflug muss der Flugdienstberater der Abteilung "Flight OPS" bereits die Kraftstoffberechnung als Folge der Streckenplanung abgeschlossen und den Flugplan an eine zentrale Verkehrsflusssteuerung der Flugsicherung übermittelt haben.

Die Kraftstoffmassen und die errechnete Flugzeit werden an den für die Ladeplanung verantwortlichen Ladeplaner (Loadcontroller) der Abteilung "Ground OPS" übermittelt. Dieser ermittelt die voraussichtlichen Passagierzahlen mit Hilfe des Check-in-Systems der Passage. Die bestätigten Frachtzahlen erhält der Ladeplaner von der Abteilung "Cargo OPS". Mit diesen Informationen kann die Ladeplanung vorbereitet werden.

Der Ramp Agent wird kurz vor Ankunft eines Flugzeuges mit dem Ladeplan an die Parkposition geschickt. Dort überwacht er nach Abstellen der Triebwerke die sehr eng getaktete Abfertigung am Flugzeug, die ohne die bereits durchgeführte Arbeit der verschiedenen Operations-Abteilungen nicht möglich wäre.

Wie genau die einzelnen Teilbereiche der Operations genau funktionieren, wird in den weiteren Tutorials im Detail erläutert.