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Voraussetzung für Staatshilfen: KLM stellt Plan für Kostenschnitt vor

Weniger Kosten, Gehaltsverzicht und mehr Klimaschutz: Die niederländische Regierung hatte KLM relativ strikte Vorgaben für die Gewährung von Staatshilfen gemacht. Jetzt hat die Airline ihren "schmerzhaften" Plan eingereicht.

Boeing 787-10 der KLM mit Sonderbemalung zum 100-jährigen Firmenjubiläum. © KLM

KLM hat der holländischen Regierung einen umfassenden Restrukturierungsplan vorgestellt, den diese zur Voraussetzung für die Bereitstellung von 3,4 Milliarden Euro Staatshilfen in Form von Darlehen und Garantien gemacht hatte. Der Plan sehe den Abbau von 4500 Arbeitsplätzen über verschiedene Modelle und einen Gehaltsverzicht bei vielen Mitarbeitern vor, berichten niederländische Medien. Eine Kostensenkung von mindestens 15 Prozent hatte die Regierung zur Vorgabe gemacht. Außerdem muss die Zahl der Nachtflüge reduziert werden, und es gibt Auflagen für einen Mindestverbrauch von Biokraftstoff.

Zuletzt tickte die Uhr für die niederländische Airline. Der Kosten-Plan musste bis zum 1. Oktober stehen. Bis zuletzt fehlte jedoch die Zustimmung der Piloten zu den neuen Konditionen, nachdem mit den anderen großen Berufsgruppen im Unternehmen zuletzt entsprechende Rahmenvereinbarungen geschlossen werden konnten.

Besserverdiener sollen verzichten

Die Piloten sind von den avisierten Gehaltskürzungen mit am stärksten betroffen. Im Raum steht laut "Business Insider" ein Lohnverzicht von mindestens 20 Prozent für alle Beschäftigten, die mehr als das Dreifache des Durchschnittslohns verdienen. Aber auch für Beschäftigte beim Bodenpersonal und in der Kabine, die mehr als das anderthalbfache des Durchschnittslohns verdienen, soll es Kürzungen geben. Details der künftigen Bezahlung sind teilweise noch strittig.

Für KLM-Boss Piet Elbers sind die Kürzungen unausweichlich: "Der Plan, den wir der Regierung vorgelegt haben, ist eine Voraussetzung für das Finanzierungspaket und damit ein wichtiger Meilenstein für die Erholung der KLM. Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass die KLM diese Krise überlebt und gestärkt aus ihr hervorgeht." Die Maßnahmen seien weitreichend und schmerzhaft für alle Mitarbeiter der KLM, aber notwendig.

Auch bei der Schwester Air France, die größte Airline im Luftfahrtkonzern Air France-KLM, läuft ein umfangreicher Stellenabbau. 7500 Mitarbeiter müssen die Fluggesellschaft verlassen, fast die Hälfte davon wird sogar entlassen. Der französische Staat unterstützt die Airline unter anderem mit sieben Milliarden Euro Kredithilfen. Air France-KLM erhält damit als Konzern staatliche Unterstützungen von zusammen über zehn Milliarden Euro.

Wie die Niederlande knüpft auch Frankreich die Finanzhilfen an eine gesteigerte Rentabilität und verlangt eine deutlich bessere CO2-Bilanz. So sollen etwa Kurzstreckenverbindungen in Frankreich aufgegeben werden, wenn es eine Bahn-Alternative mit einer Reisezeit von maximal zwei Stunden gibt.

Von: dk

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