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Vier Firmen wollen Fluggastkontrollen in Düsseldorf übernehmen

Nach dem Rückzug des bisherigen Anbieters Kötter Security wollen gleich vier Unternehmen die Fluggastkontrollen in Düsseldorf übernehmen. Verdi sieht besonders eine Bewerbung kritisch. Eine Entscheidung wird für Anfang April erwartet.

Arbeit an der Fluggastkontrolle. © dpa

Gleich vier Unternehmen haben sich beim Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums für die Übernahme der Fluggastkontrollen am Düsseldorfer Flughafen beworben. Das erfuhr airliners.de aus Branchenkreisen.

Dabei handelt es sich um die Sicherheitsfirmen I-SEC, Deutschen Schutz- und Wachdienstes (DSW), ICTS und Stölting Security. Eine Entscheidung will das Beschaffungsamt Anfang April bekanntgeben.

Während das aktuell am Frankfurter Flughafen präsente Sicherheitsunternehmen I-SEC und das bereits in Bremen zuständige Unternehmen DSW unmittelbar nach der Bekanntgabe der neuen Ausschreibung für die Fluggastkontrollen in Düsseldorf ihren Hut in den Ring geworfen hatten, folgten die Frankfurter ICTS und das aus Gelsenkirchen stammenden Unternehmen Stölting Security Service.

Verdi steht Stölting Security skeptisch gegenüber

Die Gewerkschaft Verdi kritisiert, dass Stölting Security als einziger der vier Bewerber nicht Mitglied im Arbeitgeberverband BDLS ist und "somit auch nicht tarifgebunden", wie es in einer internen Meldung heißt, die airliners.de vorliegt. Zudem kritisiert die Gewerkschaft, dass Stölting bisher keinerlei Erfahrung mit Fluggastkontrollen an Großflughäfen habe.

Der bisherige Anbieter in Düsseldorf Kötter Security hatte seinen noch bis Ende 2020 laufenden Vertrag mit dem Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums aus wirtschaftlichen Gründen vorzeitig auflösen lassen und wird sich Ende Mai zurückziehen. Nachdem das Unternehmen zunächst offen ließ, ob es sich an der Neuausschreibung beteiligen werde, teilte Kötter Anfang Januar mit, sich nicht mehr um die Kontrollen bewerben zu wollen.

Der Geschäftsführende Direktor von Kötter, Peter Lange, erwartet allerdings, dass alle Flugsicherheitsassistenten vom künftigen Dienstleister übernommen werden. Jeder aktuelle Beschäftigte sei unabkömmlich. "Der neue Dienstleister wird meiner Meinung nach nicht umhinkommen, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen eines Betriebsübergangs zu übernehmen", sagte Lange im Januar.

Flughafen fürchtet Verzögerungen

Der Düsseldorfer Flughafen warnt derweil vor Problemen im Sommerreiseverkehr. Nach Einschätzung von Airport-Chef Thomas Schnalke drohen bei einem Anbieterwechsel langwierige Staus und Verzögerungen an den Kontrollstellen.

Zu Beginn der stärksten Reisezeit im Jahr und nur wenige Wochen vor Beginn der Sommerferien in NRW müsste nun der komplexe Übergang der Sicherheitskontrollen auf eine neue Firma organisiert werden.

© Flughafen Düsseldorf GmbH, Lesen Sie auch: Kötter-Ausstieg in Düsseldorf fix - Airport-Chef warnt vor Chaos-Sommer

Das sei nicht zu schaffen, sagte Schnalke Ende vergangenen Jahres im Gespräch mit airliners.de. Die Aussicht auf eine abermals schwierige Situation an den Kontrollstellen, die man bereits 2017 erlebt habe, betrachte man "mit großer Sorge."

Von: br

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