airliners.de Logo

Verwaltungsgerichtshof kippt Frankfurter Südumfliegung

Mehrere Kommunen haben gegen die Südumfliegung am Flughafen Frankfurt geklagt. Jetzt hat ihnen der Hessische Verwaltungsgerichtshof Recht gegeben. Bis zu 150 Starts pro Tag sind von der Entscheidung betroffen.

Das Handbuch Luftrecht liegt im Sitzungssaal des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) Kassel auf dem Tisch der Kläger. © dpa / Uwe Zucchi
Ein Ordner mit dem Titel \"Flugroutenklage\" liegt im Sitzungssaal des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) Kassel auf dem Tisch der Kläger. © dpa / Uwe Zucchi
Kläger und Beklagte sitzen am 03.09.2013 im vollen Sitzungssaal des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) Kassel in der ersten Reihe. © dpa / Uwe Zucchi
Monika Thürmer, Vorsitzende Richterin, blickt im Sitzungssaal des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) Kassel in die Runde. © dpa / Uwe Zucchi

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel hat überraschend die sogenannte Südumfliegung am Frankfurter Flughafen gekippt. Die Richter gaben am Dienstag acht Kommunen und fünf Privatleuten aus Hessen und Rheinland-Pfalz Recht, die gegen die Südumfliegung geklagt hatten.

Bis zu 150 Starts pro Tag sind von der Entscheidung des VGH betroffen. Die Routen seien festgelegt, eine Änderung derzeit nicht möglich, wie eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS) in Langen erläuterte. Welche Konsequenz der Richterspruch hat, könne noch nicht gesagt werden. Die DFS werde die detaillierte Begründung abwarten. Insgesamt starten in Frankfurt täglich rund 700 Maschinen.

Die Südumfliegung wurde für Maschinen mit Zielen im Norden eingeführt, um Regionen im Westen des Flughafens zu entlasten. Maschinen fliegen dafür nach dem Start zunächst eine weite Südkurve, um erst danach in größerer Höhe nach Norden abzudrehen.

Das Prozedere führte bislang auch zu Problemen: Piloten fliegen die Kurve zu weit und geraten auf Kollisionskurs zu Flugzeugen von der Startbahn West. Die Deutsche Flugsicherung will deshalb spätabends nicht mehr von der Startbahn West starten lassen, sondern nur noch von der nördlichen Zentralbahn.

Geklagt hatten unter anderem die Stadt Groß-Gerau, die Gemeinden Nauheim und Trebur sowie die Ortsgemeinden Nackenheim, Lörzweiler, Nierstein, Ober-Olm und Klein-Winternheim (Az: 9 C 323/12.T). Zunächst war ein Verfahren für sogenannte Fehlanflüge diskutiert worden, also wenn landende Flugzeuge wieder durchstarten müssen.

Im April hatte der VGH Klagen verschiedener Gemeinden gegen den sogenannten nördlichen Gegenanflug abgewiesen. Diese Route führt ankommende Maschinen vor der Landung nördlich am Flughafen vorbei, sie war nach Eröffnung der neuen Nordwestlandebahn einige Kilometer nach Norden verlegt worden.

Von: dpa, airliners.de

Lesen Sie jetzt

So verändert die neue BER-Südbahn die Berliner Luftraumstruktur

Hintergrund Ab sofort sind am Flughafen Berlin Brandenburg beide Pisten im Betrieb. Mit der Umschaltung bei der Flugsicherung ist der BER auch planungsrechtlich eröffnet. Welche neuen Luftraumregelungen das neue Parallelbahnsystem bringt hat viele unsere Abonnenten interessiert. Jetzt für alle ohne Paywall.

Lesen Sie mehr über

Rahmenbedingungen Recht Flughäfen Frankfurt Fluglärm