Verkürzte ILA Berlin Air Show startet

Schneller und effizienter: Für die Unternehmen der Luftfahrtindustrie ist das schon lange ein Maßstab. Jetzt gilt er auch für die ILA Berlin Air Show, die jetzt startet.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD, M) besucht am 1. Juni 2016 beim Eröffnungsrundgang auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) den DLR-Stand. © dpa / Wolfgang Kumm

Schon zu Beginn der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA Berlin Air Show steht eines fest: Mit einem Besucherrekord wird es diesmal nichts. Das liegt nicht etwa an einer Flaute in der Branche. Der Grund ist die verkürzte Messedauer. Statt sechs Tage wie bisher sind es diesmal vom 1. bis 4. Juni nur vier.

Die Industrieschau soll so "effizienter" werden, heißt es bei den Organisatoren. Aussteller und Fachbesucher hätten es sich so gewünscht. Aber auch das Privatpublikum hat nun weniger Zeit, sich Flugzeuge, Hubschrauber und Drohnen auf der Südbahn des Flughafens Berlin-Schönefeld anzusehen.

Günstige Vorzeichen

Die Vorzeichen für die Flugzeugbauer und ihre Zulieferer sind nicht schlecht. Der internationale Luftverkehr wächst weiter. Nach der jüngsten Prognose soll sich die Zahl der weltweiten Flugreisen von 3,5 Milliarden (2015) in den nächsten 20 Jahren auf 7 Milliarden verdoppeln. Deshalb wachsen die Flotten, vor allem in Asien. Aber auch die führenden Billigfluggesellschaften in Europa, Ryanair und Easyjet, rüsten weiter auf. Derzeit beflügelt das billige Kerosin das Geschäft zusätzlich.

Das bedeutet weiterhin reichlich Aufträge für die Hersteller der Maschinen. Daran ändern auch die zuletzt durchwachsenen Geschäftsbilanzen der Branchenriesen Boeing und Airbus nichts. Der US-Konzern hatte Absatzprobleme beim Jumbo-Jet 747-8. Dem europäischen Konkurrenten Airbus bescherte die Modellumstellung bei wichtigen Flugzeugtypen im ersten Quartal einen geringeren Gewinn.

Materialsorgen und hohe Entwicklungskosten

So gut es insgesamt im zivilen Geschäft läuft, so schwierig bleibt die Militärsparte. Zuletzt bereitete das Transportflugzeug A400M Sorgen. Bei den Triebwerken gibt es Materialprobleme, die Auslieferungen verzögern und hohe Kosten verursachen dürften. Boeing belasten unerwartet hohe Entwicklungskosten des neuen Tankflugzeugs KC-46 für das US-Militär.

© obs/Messe Berlin GmbH, Volkmar Otto Lesen Sie auch: Die ILA bietet Deutschlands größte Aerospace-Jobbörse

Auf den 250.000 Quadratmetern der ILA unter anderem ist Boeing mit seinem Jumbo-Jet vertreten. Airbus zeigt wieder das größte zivile Verkehrsflugzeug, eine A380. Der ukrainische Flugzeughersteller Antonov stellt den neuen zweistrahligen Transporter AN-178 vor. Und die Bundeswehr ist unter anderem mit der A400M sowie den Kampfflugzeugen Eurofighter und Tornado dabei.

Darüber hinaus können sich Besucher auf zwei ganz besondere Lufthansa-Flugzeuge freuen: Den legendären "Siegerflieger", eine Boeing 747-8, und das jüngste und leiseste Mitglied der Lufthansa-Flotte, die A320neo.

Trotz der Verkürzung auf vier Tage soll die Messe auch für das private Publikum attraktiv bleiben. Der 1. und 2. Juni sind für Fachbesucher vorgesehen, der 3. und 4. Juni auch für Privatleute. Für sie ist das ein Tag weniger als bisher. Dafür bleibt die Messe am Freitag zwei Stunden länger geöffnet, bis 20 Uhr.

Auch die Flugschau dauert bis in die Abendstunden. Das Programm unter anderem mit der Schweizer Nationalstaffel und Kunstflügen fällt insgesamt kleiner aus. An den beiden Publikumstagen wird jeweils dreieinhalb Stunden geflogen, an den beiden Fachbesuchertagen zuvor jeweils eineinhalb Stunden.

Die ILA Berlin Air Show

Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA Berlin Air Show) ist nach den Messen im französischen Le Bourget und im britischen Farnborough die Nummer drei der Luftfahrtschauen in Europa. Auf dem 40 Fußballfelder großen Messegelände an der Südbahn des künftigen Hauptstadtflughafens werden wieder rund 1200 Aussteller aus etwa 40 Ländern erwartet. Die ILA gilt als älteste Luftfahrtschau der Welt. Ihre Geschichte reicht zurück bis ins Jahr 1909. Damals bewunderten die Besucher in Frankfurt Luftschiffe - kurz zuvor erst hatte das erste Flugzeug den Ärmelkanal überquert. Die Schau dauerte 100 Tage.

Von: gk, dpa

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