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Verfahren zur Biokerosin-Produktion aus Algen werden erforscht

In Ottobrunn bei München wird künftig an der Gewinnung von Biokerosin aus Algen geforscht. Ein spezielles Technikum ist dafür jetzt eröffnet worden. Gegenüber anderen nachwachsenden Rohstoffen haben Algen einige Vorteile.

Dank einer speziellen LED-Beleuchtung können die Lichtverhältnisse jedes Ortes auf der Erde simuliert werden.. © TUM / Andreas Heddergott
Professor Thomas Brück im neuen Algentechnikum auf dem Ludwig Bölkow Campus in Ottobrunn. © TUM / Andreas Heddergott

Ein Technikum für die Algenzucht ist jetzt auf dem Ludwig Bölkow Campus in Ottobrunn südlich von München eröffnet worden. Die den Angaben zufolge weltweit einmalige Einrichtung ihrer Art hat die Technische Universität München (TUM) in Kooperation mit der Airbus Group aufgebaut. Darüber informierte die Universität.

Ziel ist die Erforschung effizienter Verfahren zur Produktion von Biokerosin und chemischen Wertstoffen aus Algen. Die Kosten von rund zehn Millionen Euro teilen sich die Airbus Group und das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.

Wie es weiter hieß, gibt es schätzungsweise 150.000 Algenarten. Rund 5000 davon sind bisher ansatzweise charakterisiert. Doch nur etwa zehn Arten haben es bisher bis zu einer kommerziellen Nutzung gebracht. Das wollen die Forscher mit dem neuen Algentechnikum ändern.

"Während bei der Produktion von Biokraftstoff aus Mais eine problematische Konkurrenz zwischen Teller und Tank besteht", so Professor Thomas Brück, TUM-Fachgebietsleiter Industrielle Biokatalyse, "wachsen Algen auch in Salzwasser. Sie brauchen keinen fruchtbaren Boden und keine Pestizide. Trotzdem können sie einen bis zu zehn Mal höheren Ertrag pro Hektar und Jahr liefern."

Klimabedingungen aus aller Welt können simuliert werden

Das 1500 Quadratmeter große Gebäude beherbergt drei Räume zur Algenkultivierung sowie Labor- und Büroräume. Die Besonderheit des Ottobrunner Algentechnikums besteht darin, dass die lichttechnischen und klimatischen Bedingungen für nahezu jeden Ort auf der Welt simuliert werden können.

Niemand könne voraussagen, ob eine Alge aus der Südsee unter den Lichtbedingungen in Deutschland genauso produktiv ist wie in ihrer Heimat", so Brück. Genauso wenig wisse man, ob in Bayern erfolgreiche Kandidaten unter den Lichtbedingungen der Sahara noch genauso erfolgreich wären. "All dies können wir jetzt in unserem Technikum testen."

© DLR, Lesen Sie auch: Test: Biokerosin im Flugbetrieb einsetzbar

Die Idee, Biokerosin aus Algen herzustellen, wird bereits andernorts verfolgt. So war beispielsweise im Mai vergangenen Jahres ein "Algen Science Center" am Forschungszentrum Jülich eröffnet worden. Ziel ist die Erzeugung von Biokerosin aus Mikroalgen. Und auch der Airbus-Konzern widmet sich bereits seit Jahren dem Thema.

Von: gk

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