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Verdi stellt Ultimatum im Berliner Tarifstreit

Die Tarifkommission der Gewerkschaft Verdi hat dem Flughafendienstleister GlobeGround ein Ultimatum gestellt. Sollte bis Donnerstag kein verhandlungsfähiges Angebot vorliegen, müssen sich Reisende auf neue Warnstreiks an den Berliner Flughäfen einstellen.

Ein Mitarbeiter von Globeground winkt auf dem Flughafen Berlin-Tegel ein Flugzeug auf seine Parkposition. © dpa / Gero Breloer

In den Tarifverhandlungen für die 1500 Beschäftigten des Flughafen-Dienstleisters Globeground hat die Gewerkschaft Verdi den Arbeitgebern ein Ultimatum gestellt. Bis Donnerstag müsse ein verhandlungsfähiges Angebot vorliegen. «Sollten wir bis dahin immer noch nichts von der Arbeitgeberseite gehört haben, müssen sich Flugreisende auf weitere Warnstreiks auf den Berliner Flughäfen einstellen», erklärte Verhandlungsführer Jens Gröger.

Globeground zeigte sich erleichtert. «Wir sind beruhigt, dass der Streit vorerst nicht auf dem Rücken der ITB-Gäste ausgetragen wird», sagte eine Sprecherin. Allerdings dauert die am Mittwoch beginnende Reisemesse bis zum 11. März, so dass ein Warnstreik die Besucher ab diesem Freitag treffen könnte. 170 000 Besucher werden zur ITB erwartet.

Hintergrund sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen für die 1500 Globeground-Beschäftigten. Verdi fordert 4 Prozent mehr Geld für zwölf Monate. Globeground dagegen will das gesamte Tarifkonstrukt überarbeiten: Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben für die unteren Einkommen Tariferhöhungen von bis zu 18 Prozent vorgeschlagen, in höheren Einkommensgruppen aber auch Abstriche verlangt. Aus Sicht der Gewerkschaft bedeutet die Reform eine deutliche Absenkung der Löhne für die meisten Beschäftigten.

Nach den kurzfristig organisierten Warnstreiks an den Berliner Flughäfen am vergangenen Freitag hatte sich Globeground nicht bei der Gewerkschaft gemeldet. Das zeige, dass die Arbeitgeber nicht daran interessiert seien, auf einer fairen Grundlage am Verhandlungstisch zu Lösungen zu kommen, erklärte Gröger. Globeground betonte, es werde intern geprüft, ob bis Donnerstag ein neues Angebot vorgelegt werden könne.

Beschäftigte des Flughafendienstleisters, der für die Passagier- und Gepäckabfertigung zuständig ist, hatten in der vergangenen Woche an einem Tag gleich zweimal für je dreieinhalb Stunden die Arbeit niedergelegt: am Vormittag in Tegel und am Abend in Schönefeld. Insgesamt waren 44 Flüge ausgefallen, es kam zu zahlreichen Verspätungen.

Von: dpa

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